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Die in der Stadt residierenden und herrschenden [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlings- und Edelfamilien]] erbauten etwa ab dem 13. Jahrhundert [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Wehrtürme und Steinhäuser]] ringförmig um die Stadt, um diese bei Angriffen besser verteidigen zu können. Eine Stadtmauer hat es in Norden nie gegeben. Erbauer dieser Wehranlagen waren (bis auf die [[Oldeborg]]), wie vorgenannt, adelige Familien, die für die Entwicklung der Stadt Norden und des umliegenden Norderlandes große Bedeutung hatten. Um diese Wehranlagen siedelten sich Menschen an, die sich im Laufe der Zeit zu einzelnen Bauernschaften letztlich zu einer "Gesamtbauernschaft" zusammenschlossen. Bereits anhand dieser Umstände ist das Gemeinwesen zwischen Sandbauerschaft und Stadt gut erkennbar. Auch die Tatsache, dass die [[Ludgerikirche]] ursprünglich die Kirche der [[Norder Umlandgemeinden]] war, während die [[Andreaskirche]] für die Stadt zuständig war, lässt dies erkennen.
Die in der Stadt residierenden und herrschenden [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlings- und Edelfamilien]] erbauten etwa ab dem 13. Jahrhundert [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Wehrtürme und Steinhäuser]] ringförmig um die Stadt, um diese bei Angriffen besser verteidigen zu können. Eine Stadtmauer hat es in Norden nie gegeben. Erbauer dieser Wehranlagen waren (bis auf die [[Oldeborg]]), wie vorgenannt, adelige Familien, die für die Entwicklung der Stadt Norden und des umliegenden Norderlandes große Bedeutung hatten. Um diese Wehranlagen siedelten sich Menschen an, die sich im Laufe der Zeit zu einzelnen Bauernschaften letztlich zu einer "Gesamtbauernschaft" zusammenschlossen. Bereits anhand dieser Umstände ist das Gemeinwesen zwischen Sandbauerschaft und Stadt gut erkennbar. Auch die Tatsache, dass die [[Ludgerikirche]] ursprünglich die Kirche der [[Norder Umlandgemeinden]] war, während die [[Andreaskirche]] für die Stadt zuständig war, lässt dies erkennen.


Seit alters her setzte sich die Gemeinde aus den oben genannten Ortschaften zusammen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 96</ref> Alle Ortschaften haben gemein, dass sie auf der [[Geest]] liegen. Sie standen damit im Gegensatz zu den Bauern der [[Marsch]]. Da Marschboden wesentlich fruchtbarer ist, waren die Bewohner der Sandbauerschaft grundsätzlich bedeutend ärmer als die reichen Marschbauern. Viele Bewohner verdingten sich daher auf den Höfen der umliegenden Marschgebiete. Der wesentliche Vorteil der Sandbauern bestand darin, dass sie ihre Höfe und Ländereien kaum oder gar nicht gegen Sturmfluten zu sichern hatten. Die Marschbauern hingegen mussten ihre Höfe auf [[Warft|Warften]] errichten, die jedoch nicht die Ländereien vor den Fluten schützten. Auch die später entstehenden [[Deich|Deiche]] boten aufgrund ihrer unzureichenden Befestigung manchmal keinen Schutz vor dem Fluten, wie zahlreiche Katastrophen - so etwa die [[Erste Dionysiusflut]] - eindrucksvoll belegen.
Seit alters her setzte sich die Gemeinde aus den oben genannten Ortschaften zusammen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 96</ref> Alle Ortschaften haben gemein, dass sie auf der [[Geest]] liegen. Sie standen damit im Gegensatz zu den Bauern der [[Marsch]]. Da Marschboden wesentlich fruchtbarer ist, waren die Bewohner der Sandbauerschaft grundsätzlich bedeutend ärmer als die reichen Marschbauern. Viele Bewohner verdingten sich daher auf den Höfen der umliegenden Marschgebiete. Funde einer mittelalterlichen Siedlung in [[Ekel]] deuten zudem auf eine arbeitsteilige Beziehung des Geestortes mit der Bevölkerung der umliegenden Marsch hin.
 
Der wesentliche Vorteil der Sandbauern bestand darin, dass sie ihre Höfe und Ländereien kaum oder gar nicht gegen Sturmfluten zu sichern hatten. Die Marschbauern hingegen mussten ihre Höfe auf [[Warft|Warften]] errichten, die jedoch nicht die Ländereien vor den Fluten schützten. Auch die später entstehenden [[Deich|Deiche]] boten aufgrund ihrer unzureichenden Befestigung manchmal keinen Schutz vor dem Fluten, wie zahlreiche Katastrophen - so etwa die [[Erste Dionysiusflut]] - eindrucksvoll belegen.


Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam es in Preußen zu einer Kommunalreform, in deren Folge die Sandbauerschaft zum 1. April 1919 ihre Eigenständigkeit verlor und nach Norden eingemeindet wurde. Auch in anderen Teilen Preußens wurde die Reform umgesetzt. Beispielsweise wurde die Stadt Wilhelmshaven am gleichen Tag vom Landkreis Wittmund getrennt.
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kam es in Preußen zu einer Kommunalreform, in deren Folge die Sandbauerschaft zum 1. April 1919 ihre Eigenständigkeit verlor und nach Norden eingemeindet wurde. Auch in anderen Teilen Preußens wurde die Reform umgesetzt. Beispielsweise wurde die Stadt Wilhelmshaven am gleichen Tag vom Landkreis Wittmund getrennt.