Großlanghaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Großlanghaus''' (auch: ''Groß Langhaus'') ist ein historischer Gulfhof in [[Westermarsch I]] und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur [[Westermarscher Straße]], gegenüber der Einmündung zur [[Ziegeleistraße]]. Das [[Langhauser Tief]] hat seinen Namen von diesem Hof erhalten. | Das '''Großlanghaus''' (auch: ''Groß Langhaus'' bzw. ''Das lange Haus'') ist ein historischer Gulfhof in [[Westermarsch I]] und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur [[Westermarscher Straße]], gegenüber der Einmündung zur [[Ziegeleistraße]]. Das [[Langhauser Tief]] hat seinen Namen von diesem Hof erhalten. | ||
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Da der Hof sich auf dem Gebiet des erst 1551 endgültig eingedeichten [[Westermarscher Altes Neuland|alten Westermarscher Neulandes]] befindet, kann seine Erbauung auf die Zeit zwischen 1551 und 1580 eingegrenzt werden. Zu Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Hof mitsamt Besitztümer, der zusammen mit dem [[Kleinlanghaus]] eine Einheit bildete, in die Adelsmatrikel aufgenommen, womit den Gütern die sogenannten adeligen Rechte erteilt wurden.<ref>Schreiber, Gretje (2009): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland/Ostfriesland. Aurich, S. 123f.</ref> Im Dezember 1570 landeten (vermutlich niederländische oder spanische) Freibeuter nahe der [[Knullenbrücke]], welche einige Höfe der Westermarsch plünderten und sogar das Silbergeschirr des Hayo Manninga stahlen, während dieser gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.<ref>StAA, Rep. 102, Nr. 158</ref> | Da der Hof sich auf dem Gebiet des erst 1551 endgültig eingedeichten [[Westermarscher Altes Neuland|alten Westermarscher Neulandes]] befindet, kann seine Erbauung auf die Zeit zwischen 1551 und 1580 eingegrenzt werden. Zu Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Hof mitsamt Besitztümer, der zusammen mit dem [[Kleinlanghaus]] eine Einheit bildete, in die Adelsmatrikel aufgenommen, womit den Gütern die sogenannten adeligen Rechte erteilt wurden.<ref>Schreiber, Gretje (2009): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland/Ostfriesland. Aurich, S. 123f.</ref> Im Dezember 1570 landeten (vermutlich niederländische oder spanische) Freibeuter nahe der [[Knullenbrücke]], welche einige Höfe der Westermarsch plünderten und sogar das Silbergeschirr des Hayo Manninga stahlen, während dieser gerade eine Mahlzeit zu sich nahm.<ref>StAA, Rep. 102, Nr. 158</ref> | ||
1678 wird der Hof als '' | 1678 wird der Hof als ''Das Lange Haus mit Annexen'' (Anbauten) erwähnt.<ref name=":0" /> 1746 wird es nur ''Das lange Haus'' genannt.<ref>Heise, Hans-Michael (1937): Die bewaffneten Ostfriesen in der Grafen- und Fürstenzeit, Aurich, S. 81</ref> 1787 folgt ''das so genannte Lange-Haus'' 1825 das ''Groß- und Klein-Langehaus''. Der Name bezieht sich auf sein auffallend langes Wirtschaftsgebäude. Im Jahr 1848 sollen hier 14 Personen gewohnt haben.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2009) Die Höfe in der Westermarsch, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 24. Oktober 2009, Nr. 10, S. 40 Nr. 28a+b</ref> | ||
1719 gehörte das Großlanghaus zu den größten Höfen der [[Westermarsch]]. Zu diesem Zeitpunkt gehörten 95 [[Diemat]] Ländereien auf dem [[Westermarscher Neuland]] und 64 [[Diemat]] im [[Westermarscher Altes Neuland|alten Westermarscher Neuland]] zum Hof. Um sich diese Dimensionen vor Augen zu führen, sei darauf verwiesen, dass die durchschnittliche Größe der Ländereien eines Hofes der Westermarsch nur etwa 15 [[Diemat]] betrug.<ref name=":1">*[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> | 1719 gehörte das Großlanghaus zu den größten Höfen der [[Westermarsch]]. Zu diesem Zeitpunkt gehörten 95 [[Diemat]] Ländereien auf dem [[Westermarscher Neuland]] und 64 [[Diemat]] im [[Westermarscher Altes Neuland|alten Westermarscher Neuland]] zum Hof. Um sich diese Dimensionen vor Augen zu führen, sei darauf verwiesen, dass die durchschnittliche Größe der Ländereien eines Hofes der Westermarsch nur etwa 15 [[Diemat]] betrug.<ref name=":1">*[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> | ||