Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 33: Zeile 33:
| colspan="2" |[[Datei:Frisiamühle - 27022016.jpg|mini|Die Frisiamühle am [[Norder Tor]] (27. Februar 2016).|alternativtext=|zentriert]]
| colspan="2" |[[Datei:Frisiamühle - 27022016.jpg|mini|Die Frisiamühle am [[Norder Tor]] (27. Februar 2016).|alternativtext=|zentriert]]
|}
|}
Die '''Frisiamühle''' (historisch auch: ''Ahtens Mühle'', ''Schmertmanns Mühle'', ''Voss'sche Mühle'' und ''Gnurremühle'') befindet sich heute auf dem Gelände des [[Norder Tor|Norder Tors]]. Es handelt sich um einen etwa 30 Meter hohen Galerieholländer, der gemeinsam mit der baugleichen [[Deichmühle]] das südliche Stadtbild dominiert und eines der Wahrzeichen der Stadt ist. Bis zu seiner teilweisen Versiegelung lag die Mühle unmittelbar am Ufer des [[Berumerfehnkanal|Fehnkanals]], der hier in das [[Norder Tief]] mündete.
Die '''Frisiamühle''' (historisch auch: ''Ahtens Mühle'', ''Gnurremühle, Graupenmühle,'' ''Schmertmanns Mühle'' und ''Voss'sche Mühle'') befindet sich heute auf dem Gelände des [[Norder Tor|Norder Tors]]. Es handelt sich um einen etwa 30 Meter hohen Galerieholländer, der gemeinsam mit der baugleichen [[Deichmühle]] das südliche Stadtbild dominiert und eines der Wahrzeichen der Stadt ist. Bis zu seiner teilweisen Versiegelung lag die Mühle unmittelbar am Ufer des [[Berumerfehnkanal|Fehnkanals]], der hier in das [[Norder Tief]] mündete.
__NOTOC__
__NOTOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
Die Geschichte der Mühle beginnt am 31. Januar 1700, als Fürst Georg Albrecht aus dem Hause [[Cirksena]], Fürst von Ostfriesland, dem Norder [[Haye Uden]] gegen eine jährliche Zahlung von 24 Reichstalern die Konzession zum Bau und Betreiben einer Pelde- und Gerstenmühle erteilt.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 1426</ref> In früheren Jahren war die Zulassung einer Mühle vom Landesherren zu erteilen, da diesem das Privileg zum Errichten und Betreiben einer Windmühle oblag. Man bezeichnete dies auch als ''Mühlenzwang''. Als Pelden bezeichnet man den Vorgang des Schälens von Roggen oder Gerste.
Die Geschichte der Mühle beginnt am 31. Januar 1700, als Fürst Georg Albrecht aus dem Hause [[Cirksena]], Fürst von Ostfriesland, dem Norder [[Haye Uden]] gegen eine jährliche Zahlung von 24 Reichstalern die Konzession zum Bau und Betreiben einer Pelde- und Gerstenmühle erteilt.<ref>StAA, Rep. 37, Nr. 1426</ref> In früheren Jahren war die Zulassung einer Mühle vom Landesherren zu erteilen, da diesem das Privileg zum Errichten und Betreiben einer Windmühle oblag. Man bezeichnete dies auch als ''Mühlenzwang''. Als Pelden bezeichnet man den Vorgang des Schälens von Roggen oder Gerste.


1733 brennt die Mühle, zu der Zeit im Besitz von [[Johann Schmertmann]], ab und wird daraufhin (vermutlich) als Galerieholländer wieder aufgebaut.<ref>StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 271 c u. Rep. 4, B IV i, Nr. 271 f</ref> 1743 erweitert [[Carl Edzard Cirksena|Fürst Carl Edzard]] das Peldeprivileg auf das Anlegen eines Mahlganges.<ref>StAA, Rep. 5, Nr. 919</ref>
1733 brennt die Mühle, zu der Zeit im Besitz von [[Johann Schmertmann]], ab und wird daraufhin (vermutlich) als Galerieholländer wieder aufgebaut.<ref>StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 271 c u. Rep. 4, B IV i, Nr. 271 f</ref> 1743 erweitert [[Carl Edzard Cirksena|Fürst Carl Edzard]] das Peldeprivileg auf das Anlegen eines Mahlganges.<ref>StAA, Rep. 5, Nr. 919</ref> In der Zeit um 1850 wird die Mühle auch als ''Graupenmühle'' bezeichnet, da hier zu dieser offenbar vor allem Graupen, also Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern, gemahlen wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref>


Irgendwann zwischen 1861 und 1863 brennt die Mühle durch Blitzschlag erneut ab, wird jedoch kurz darauf wieder aufgebaut.<ref>[https://www.waymarking.com/waymarks/WMM96Y_Frisiamhle_Norden_Germany Beschreibung der Frisiamühle] auf Waymarking.com</ref> Schon am 13. August 1886 brennt sie wieder und muss neu errichtet werden.<ref> StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 25</ref> Für diese Zeit trägt sie den Namen ''Voss'sche Mühle''. Ein Augenzeuge des Brandes wird der damalige Norder Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]], der gerade erst sein Amt angetreten hat. Beeindruckt von diesem Ereignis und der Ungeordnetheit der Löschmaßnahmen beschließt er die Gründung einer [[Feuerwehr Norden|Freiwilligen Feuerwehr]] unter Führung des angesehenen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III]].<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2012/02/12/das-archiv-der-feuerwehr-norden/ Archiv der Feuerwehr Norden], abgerufen am 25. Februar 2021</ref>
Irgendwann zwischen 1861 und 1863 brennt die Mühle durch Blitzschlag erneut ab, wird jedoch kurz darauf wieder aufgebaut.<ref>[https://www.waymarking.com/waymarks/WMM96Y_Frisiamhle_Norden_Germany Beschreibung der Frisiamühle] auf Waymarking.com</ref> Schon am 13. August 1886 brennt sie wieder und muss neu errichtet werden.<ref> StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 25</ref> Für diese Zeit trägt sie den Namen ''Voss'sche Mühle''. Ein Augenzeuge des Brandes wird der damalige Norder Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]], der gerade erst sein Amt angetreten hat. Beeindruckt von diesem Ereignis und der Ungeordnetheit der Löschmaßnahmen beschließt er die Gründung einer [[Feuerwehr Norden|Freiwilligen Feuerwehr]] unter Führung des angesehenen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III]].<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2012/02/12/das-archiv-der-feuerwehr-norden/ Archiv der Feuerwehr Norden], abgerufen am 25. Februar 2021</ref>