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Zunächst nach und nach wieder freigelassen, mussten sie die Folgekosten der angeordneten Zerstörung der Synagoge selbst aufbringen; der Wiederaufbau der Synagoge selbst wurde verboten. Alle Konten jüdischer Bürger wurden gesperrt und mit einer ''Judenabgabe'' von 500 bis 3.000 Reichsmark belegt, sie erhielten lediglich einen Freibetrag von 150 Reichsmark im Monat. Die Überreste wurden an einen einen Altwarenhändler zur Verwertung und Beseitigung übergeben. Jüdische Geschäfte und die [[Jüdische Schule|Schule]] wurden geschlossen und die jüdische Bevölkerung aus Arbeits- und Lehrstellen, Schulen und Vereinen ausgeschlossen. Viele von ihnen emigrierten, Häuser und Besitz mussten sie unter Wert verkaufen. Wohnten 1938 noch 78 Juden im Ort und weitere 10 im zur Synagogengemeinde gehörenden Marienhafe, sank diese Zahl bis zum 16. April 1940 auf 11 Personen. Neun von ihnen wurden kurz darauf abtransportiert, während die beiden halbwüchsigen Söhne eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter ab Oktober 1940 bei auswärtigen Verwandten versteckt werden konnten und nicht mehr auffindbar waren.<ref name=":4" />
Zunächst nach und nach wieder freigelassen, mussten sie die Folgekosten der angeordneten Zerstörung der Synagoge selbst aufbringen; der Wiederaufbau der Synagoge selbst wurde verboten. Alle Konten jüdischer Bürger wurden gesperrt und mit einer ''Judenabgabe'' von 500 bis 3.000 Reichsmark belegt, sie erhielten lediglich einen Freibetrag von 150 Reichsmark im Monat. Die Überreste wurden an einen einen Altwarenhändler zur Verwertung und Beseitigung übergeben. Jüdische Geschäfte und die [[Jüdische Schule|Schule]] wurden geschlossen und die jüdische Bevölkerung aus Arbeits- und Lehrstellen, Schulen und Vereinen ausgeschlossen. Viele von ihnen emigrierten, Häuser und Besitz mussten sie unter Wert verkaufen. Wohnten 1938 noch 78 Juden im Ort und weitere 10 im zur Synagogengemeinde gehörenden Marienhafe, sank diese Zahl bis zum 16. April 1940 auf 11 Personen. Neun von ihnen wurden kurz darauf abtransportiert, während die beiden halbwüchsigen Söhne eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter ab Oktober 1940 bei auswärtigen Verwandten versteckt werden konnten und nicht mehr auffindbar waren.<ref name=":4" />


Mit der Deportation der letzten Jüdinnen und Juden endete 1940 die fast 400-jährige Geschichte der Jüdischen Gemeinde Norden. Fast 50 % der jüdischen Norder wurden im Holocaust ermordet. In Norden selbst wurden die Prozesse gegen die Hauptverantwortlichen 1948 und 1951 geführt. Das Gericht verhängte in beiden Prozessen bei 13 Verfahrenseinstellungen und sieben Freisprüchen Freiheitsstrafen zwischen ein und vier Jahren, von denen der größte Teil auf Bewährung ausgesetzt wurde. Eine jüdische Gemeinde existiert seitdem nicht mehr. Nach 1945 sind nur drei frühere jüdische Gemeindeglieder für kurze Zeit nach Norden zurückgekehrt.<ref name=":3" /> Es kam jedoch nicht mehr zur Bildung einer jüdischen Gemeinde. Die bis heute noch vereinzelt in Norden lebenden Juden in Norden gehören größeren, noch existierenden Gemeinden an.
Mit der Deportation der letzten Jüdinnen und Juden endete 1940 die fast 400-jährige Geschichte der Jüdischen Gemeinde Norden. Fast 50 % der jüdischen Norder wurden im Holocaust ermordet. In Norden selbst wurden die Prozesse gegen die Hauptverantwortlichen 1948 und 1951 geführt. Das Gericht verhängte in beiden Prozessen bei 13 Verfahrenseinstellungen und sieben Freisprüchen Freiheitsstrafen zwischen ein und vier Jahren, von denen der größte Teil auf Bewährung ausgesetzt wurde. Eine jüdische Gemeinde existiert seitdem nicht mehr. Nach 1945 sind nur drei frühere jüdische Gemeindeglieder für kurze Zeit nach Norden zurückgekehrt.<ref name=":3" /> Es kam jedoch nicht mehr zur Bildung einer jüdischen Gemeinde. Die bis heute noch vereinzelt in Norden lebenden Juden in Norden gehören größeren, noch existierenden Gemeinden an. Von ihnen gehört jedoch keiner mehr zu den Überlebenden des Holocausts. Der letzte, diesen Wahnsinn überlebende Norder Jude war [[Heinz Samson]], der 2009 verstarb und sich durch seine Stiftung maßgeblich für die Förderung der Stadt Norden und der Bewahrung der Erinnerung an die ehemalige, jüdische Gemeinde eingesetzt hat.


==Gemeindegebäude==
==Gemeindegebäude==