Neustadt: Unterschied zwischen den Versionen
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Vor allem aus Mitteln des ''Marshallplans'' und des Bundes begannen die Stadtplaner schon bald damit, ein neues Stadtviertel mit weitestgehend eigener Infrastruktur zu errichten, das den passenden Namen ''Neustadt'' tragen sollte. Die Straßen wurden entsprechend der Herkunft ihrer neuen Bewohner, die zum Großteil aus Vertriebenen bestand, nach vormals deutschen und heute in Polen und Russland liegenden Städte wie Königsberg, Danzig oder Breslau benannt. Weitere Straßen erhielten ihren Namen von Städten in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR, aus deren Gebieten ebenfalls viele Flüchtlinge nach Ostfriesland kamen, so etwa Leipzig oder Erfurt. Die meisten Straßen entstammen aus der Gründungszeit des Viertels. Nach der Jahrtausendwende wurde Neustadt um einige Straßen, wie die [[Dresdener Straße]] und die [[Naumburger Straße]] erweitert. | Vor allem aus Mitteln des ''Marshallplans'' und des Bundes begannen die Stadtplaner schon bald damit, ein neues Stadtviertel mit weitestgehend eigener Infrastruktur zu errichten, das den passenden Namen ''Neustadt'' tragen sollte. Die Straßen wurden entsprechend der Herkunft ihrer neuen Bewohner, die zum Großteil aus Vertriebenen bestand, nach vormals deutschen und heute in Polen und Russland liegenden Städte wie Königsberg, Danzig oder Breslau benannt. Weitere Straßen erhielten ihren Namen von Städten in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. der DDR, aus deren Gebieten ebenfalls viele Flüchtlinge nach Ostfriesland kamen, so etwa Leipzig oder Erfurt. Die meisten Straßen entstammen aus der Gründungszeit des Viertels. Nach der Jahrtausendwende wurde Neustadt um einige Straßen, wie die [[Dresdener Straße]] und die [[Naumburger Straße]] erweitert. | ||
Schnell entwickelte sich ein eigenes, weitgehend autarkes Stadtviertel mit eigenem kulturellen und bürgerlichen Leben. Die Bewohner gründeten den Sportverein [[Concordia Norden-Neustadt]], eine eigene | Schnell entwickelte sich ein eigenes, weitgehend autarkes Stadtviertel mit eigenem kulturellen und bürgerlichen Leben. Die Bewohner gründeten den Sportverein [[Concordia Norden-Neustadt]], eine eigene Interessengemeinschaft sowie mehrere Einzelhandelsgeschäfte und Gewerbebetriebe. In der Blütezeit von Neustadt hatte es sieben Lebensmittelgeschäfte (zum Beispiel [[EDEKA Bruns]] im Winkel der [[Leipziger Straße|Leipziger]] und der [[Nordseestraße]]), eine Bäckerei, einen Gemüsehandel, zwei Milchgeschäfte, ein Elektrofachgeschäft, eine Buch- und Schreibwarenhandlung und eine Kohlehandlung, die sich im heutigen [[Mühlenpark]] befand, gegeben. In der Nordseestraße gab es sogar ein Postamt. Später kam auch eine Schlachterei am [[Ernst-Reuter-Platz]] hinzu ([[Schlachterei Wengler]]). Als Zentrum von Neustadt kann der Bereich um den [[Ernst-Reuter-Platz]] angesehen werden, an dem sich der Großteil des täglichen Gemeinlebens konzentrierte und um den herum eine Vielzahl der vorgenannten Geschäfte lag. Noch heute von Bedeutung ist auch das [[Möbelhaus Pflüger]], dessen Hauptgeschäft im westlichen Teil der Gewerbestraße liegt und das über eine eigene Tischlerei in der [[Königsberger Straße]], Ecke [[Memeler Straße]], verfügt. | ||
Historisch betrachtet war das heutige Neustadt eher dünn besiedelt und Norden und Norddeich deutlicher voneinander getrennt. Nur vereinzelt befanden sich Gebäude in diesem Bereich, das historisch zu [[Ostlintel]] und [[Westlintel]] und damit zur ehemaligen [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] gehörte. Ein erwähnenswertes, historisches Gebäude ist das [[Korndeichshaus]], welches am Ende der heutigen [[Chemnitzer Straße]] lag. Auch der [[Tollboom]], eine Zollstelle, an der aus Norddeich nach Norden eingeführte Waren vor ihrem Weitertransport in die Stadt verzollt werden mussten, befand sich in der heutigen Neustadt. Als einziges Gebäude aus der Zeit vor Neustadt ist nur noch die [[Silbermühle]] (''Alte Mühle)'' am hiernach benannten [[Mühlenpark]] erhalten geblieben. | Historisch betrachtet war das heutige Neustadt eher dünn besiedelt und Norden und Norddeich deutlicher voneinander getrennt. Nur vereinzelt befanden sich Gebäude in diesem Bereich, das historisch zu [[Ostlintel]] und [[Westlintel]] und damit zur ehemaligen [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] gehörte. Ein erwähnenswertes, historisches Gebäude ist das [[Korndeichshaus]], welches am Ende der heutigen [[Chemnitzer Straße]] lag. Auch der [[Tollboom]], eine Zollstelle, an der aus Norddeich nach Norden eingeführte Waren vor ihrem Weitertransport in die Stadt verzollt werden mussten, befand sich in der heutigen Neustadt. Als einziges Gebäude aus der Zeit vor Neustadt ist nur noch die [[Silbermühle]] (''Alte Mühle)'' am hiernach benannten [[Mühlenpark]] erhalten geblieben. | ||