Osterstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Osterstraße gehört wie die [[Westerstraße]] zu den ältesten Straßen von Norden und existierte schon vor 1255.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich</ref>. Sie wurde einst unterteilt in die Große und Kleinen Osterstraße und war ein wichtiger Heer- und Verbindungsweg zwischen Norden und der [[Gemeinde Sandbauerschaft]] sowie den weiteren, umliegenden Gemeinden. Er führte bis nach Dornum und Esens. Historisch wurde sie auch als ''Oster-Piepe'' bezeichnet und erscheint unter diesem Namen in Urkunden.<ref name=":0" /> | Die Osterstraße gehört wie die [[Westerstraße]] zu den ältesten Straßen von Norden und existierte schon vor 1255.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich</ref>. Sie wurde einst unterteilt in die Große und Kleinen Osterstraße und war ein wichtiger Heer- und Verbindungsweg zwischen Norden und der [[Gemeinde Sandbauerschaft]] sowie den weiteren, umliegenden Gemeinden. Er führte bis nach Dornum und Esens. Historisch wurde sie auch als ''Oster-Piepe'' bezeichnet und erscheint unter diesem Namen in Urkunden.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (1994): Nordens Häuser und ihre Bewohner. Die Leute in der Osterstraße, in: Ostfriesischer Kurier, 24./25. September 1994, S. 7</ref> | ||
Die südliche Lagebeschreibung des Hauses Osterstraße 17 lautete bis ins 17. Jahrhundert hinein ''Cruitz-Oster-Straße'' oder ''Cruezsrtate''. Später verlor sich dieser Name. Die ''Kleine Osterstraße'' ging in den ''Kolkbrücker Weg'' über. | Die südliche Lagebeschreibung des Hauses Osterstraße 17 lautete bis ins 17. Jahrhundert hinein ''Cruitz-Oster-Straße'' oder ''Cruezsrtate''. Später verlor sich dieser Name. Die ''Kleine Osterstraße'' ging in den ''Kolkbrücker Weg'' über. Dieser Weg hat seinen Namen von den [[Kolk|Kolken]] erhalten, die sich noch heute auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Lütetsburg befinden. Er verlief in etwa von [[Im Horst]], wo sich früher die Gemeindegrenze zur [[Sandbauerschaft]] befand, bis zur [[Kolkbrücke]] nahe des [[Hilfeleistungszentrum|Hilfeleistungszentrums]], wo die Straße, hier nun auf dem Grund der Gemeinde Lütetsburg befindlich, noch bis zum Bau der [[Umgehungsstraße]] so hieß. Die Bewohner der Kleinen Osterstraße waren für die Unterhaltung des Kolkbrückenweges zuständig.<ref name=":0" /> | ||
Das Pendant zur Kleinen Osterstraße war die innerstädtische ''Große Osterstraße''. Bei der Betrachtung des Streckenverlaufs wird deutlich, dass die Kleine Osterstraße eigentlich wesentlich länger als die Große Osterstraße war. Diese Adjektive sind im Norder Kontext jedoch weniger ein Hinweis auf die Länge, sondern vielmehr auf das Alter.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22</ref> Demnach wurde die Kleine Osterstraße erst nach der Großen so benannt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ein Großteil der Straße seit jeher nicht in Norden, sondern innerhalb der Gemeindegrenzen der [[Sandbauerschaft]] lag. | Das Pendant zur Kleinen Osterstraße war die innerstädtische ''Große Osterstraße''. Bei der Betrachtung des Streckenverlaufs wird deutlich, dass die Kleine Osterstraße eigentlich wesentlich länger als die Große Osterstraße war. Diese Adjektive sind im Norder Kontext jedoch weniger ein Hinweis auf die Länge, sondern vielmehr auf das Alter.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 22</ref> Demnach wurde die Kleine Osterstraße erst nach der Großen so benannt, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass ein Großteil der Straße seit jeher nicht in Norden, sondern innerhalb der Gemeindegrenzen der [[Sandbauerschaft]] lag. | ||
Alle drei genannten Straßen(-abschnitte) wurden am 4. Oktober 1966 als ''Osterstraße'' eingeweiht bzw. zusammengefasst und erst kurz zuvor durchgehend befestigt.<ref name=":0" /><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 69</ref> Zuvor war lediglich der innerstädtische und Teile des außerstädtischen Bereichs gepflastert bzw. befestigt. Auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1955 ist noch der unbefestigte und schlechte Straßenzustand (zahlreiche Schlaglöcher und ähnliches) zu erkennen.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 37</ref> | |||
Der Straßenverlauf hat sich seit mindestens 1895 nicht wesentlich geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Lediglich durch den Bau der [[Umgehungsstraße]] wurde der Verlauf im äußersten Osten - hinter der [[Kolkbrücke]] - geringfügig verändert, wobei dieser Straßenteil strenggenommen bereits zum (ehemaligen) Kolkweg in der Gemeinde Lütetsburg zählt. Das Gelände des [[Hilfeleistungszentrum|Hilfeleistungszentrums]] liegt unmittelbar an der Gemeindegrenze. | Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Straße in ''Adolf-Hitler-Straße'' (zum 19. April 1933) umbenannt.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> Nach Kriegsende erhielt die Osterstraße ihre(n) frühere(n) Namen. Im Gegensatz zur [[Westerstraße]], die seit jeher die Straße der Handwerker war, behielt die Osterstraße noch bis in das 20. Jahrhundert hinein eher den Charakter einer Wohnstraße.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 20</ref> Der Straßenverlauf hat sich seit mindestens 1895 nicht wesentlich geändert.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Lediglich durch den Bau der [[Umgehungsstraße]] wurde der Verlauf im äußersten Osten - hinter der [[Kolkbrücke]] - geringfügig verändert, wobei dieser Straßenteil strenggenommen bereits zum (ehemaligen) Kolkweg in der Gemeinde Lütetsburg zählt. Das Gelände des [[Hilfeleistungszentrum|Hilfeleistungszentrums]] liegt unmittelbar an der Gemeindegrenze. | ||
Seit 1999 ist die innerstädtische Osterstraße verkehrsberuhigt. Erwägungen, die Straße wie auch den [[Neuer Weg|Neuen Weg]] zu einer Fußgängerzone zu machen, werden wegen der Bedeutung für den Kraftfahrzeugverkehr wieder verworfen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 85</ref> | Seit 1999 ist die innerstädtische Osterstraße verkehrsberuhigt. Erwägungen, die Straße wie auch den [[Neuer Weg|Neuen Weg]] zu einer Fußgängerzone zu machen, werden wegen der Bedeutung für den Kraftfahrzeugverkehr wieder verworfen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 85</ref> | ||