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Erster bekannter Besitzer eines Hauses auf diesem Grundstück ist [[Albrecht Schwinge]], ein Sohn des Hieronimus Schwinge aus Oldenburg und Tjade von Rhaude. Albrecht Schwinge wird als unangenehmer Zeitgenosse beschrieben, der mehrfach eine Gefängnisstrafe verbüßte und mit der Familie zu Innhausen und Knyphausen im Streit lag. Aus Prozessakten geht hervor, dass Wilhelm zu Inn- und Knyphausen seit 1612 Besitzer des Hauses war.<ref name=":2" /> Er vermachte es seinen vier Söhnen.<ref name=":2" /><ref name=":1">[https://web.archive.org/web/20150817114335/http://www.buergerstiftung-norden.de/buergerhaus.geschichte.php Geschichte des Norder Bürgerhauses], abgerufen am 10. Mai 2021</ref>
Erster bekannter Besitzer eines Hauses auf diesem Grundstück ist [[Albrecht Schwinge]], ein Sohn des Hieronimus Schwinge aus Oldenburg und Tjade von Rhaude. Albrecht Schwinge wird als unangenehmer Zeitgenosse beschrieben, der mehrfach eine Gefängnisstrafe verbüßte und mit der Familie zu Innhausen und Knyphausen im Streit lag. Aus Prozessakten geht hervor, dass Wilhelm zu Inn- und Knyphausen seit 1612 Besitzer des Hauses war.<ref name=":2" /> Er vermachte es seinen vier Söhnen.<ref name=":2" /><ref name=":1">[https://web.archive.org/web/20150817114335/http://www.buergerstiftung-norden.de/buergerhaus.geschichte.php Geschichte des Norder Bürgerhauses], abgerufen am 10. Mai 2021</ref>


Ab 1722 wechselte das Haus mehrfach den Besitzer. So wohnten hier der [[Amtsverwalter]] von Norden, [[Hajo Laurenz Damm|Dr. Hajo Laurenz Damm]], später stand das Haus im Eigentum von Kaufleuten und anderen Personen.<ref name=":1" />
Ab 1722 wechselte das Haus mehrfach den Besitzer. So wohnten hier der [[Amtsverwalter]] von Norden, [[Hajo Laurenz Damm|Dr. Hajo Laurenz Damm]], später stand das Haus im Eigentum von Kaufleuten und anderen Personen.<ref name=":1" /> So erwarb 1793 ein Abkömmling der niederländisch-ostfriesischen Familie ''Thoden van Velsen'' das Haus, denen zuvor auch das [[Gräfliches Haus|Gräfliche Haus]] gehörte. Ab 1838 wohnte hier ein [[Carl Friedrich Arndt]]. Ihm folgt nach 1872 ein Kaufmann namens Gerdes bzw. dessen Witwe.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 38</ref>


Aus Verkaufsunterlagen aus dem Jahr 1864 geht hervor, dass zum Haus eine Scheune gehörte, die im Zusammenhang mit dem Verkauf an einen Nachbarn namens Rösingh erwähnt wird. In den Jahren 1914 bis 1919 versuchte ein Herr Rosenboom ein Lichtspieltheater (Kino) in Betrieb zu nehmen und Regierungsbausekretär Albers bemühte sich 1921 vehement, in einem umfangreichen Schriftwechsel mit der Stadt Norden, um den Einbau von Zwischenwänden, um so die Zahl der Räume für seine Kinder zu vergrößern.<ref name=":1" />[[Datei:Am Markt 55 Buergerhaus Frontansicht 01032009.jpg|mini|Frontansicht von [[Am Markt]].|alternativtext=|links]]
Aus Verkaufsunterlagen aus dem Jahr 1864 geht hervor, dass zum Haus eine Scheune gehörte, die im Zusammenhang mit dem Verkauf an einen Nachbarn namens Rösingh erwähnt wird. In den Jahren 1914 bis 1919 versuchte ein Herr Rosenboom ein Lichtspieltheater (Kino) in Betrieb zu nehmen und Regierungsbausekretär Albers bemühte sich 1921 vehement, in einem umfangreichen Schriftwechsel mit der Stadt Norden, um den Einbau von Zwischenwänden, um so die Zahl der Räume für seine Kinder zu vergrößern.<ref name=":1" />[[Datei:Am Markt 55 Buergerhaus Frontansicht 01032009.jpg|mini|Frontansicht von [[Am Markt]].|alternativtext=|links]]


1926 kam das Haus schließlich in den Besitz der namensgebenden Familie Vienna. Nach dem Tod der letzten Einwohnerin kaufte der Landkreis Aurich 1994 das Haus, um es vor einem weiteren Verfall oder gar Abriss zu bewahren und stattdessen grundlegend in den darauffolgenden Jahren unter eigener Regie und mit schwieriger Finanzierung durch eigene Haushaltsmittel zu restaurieren. Das Gebäude war umlaufend mit einem Zementputz versehen worden, hatte moderne große Fenster erhalten und in seinen Innenräumen höher gelegte Böden, eingezogene Decken, zusätzliche Schornsteine und absperrende Teerpappen gegen Feuchtigkeit erhalten.<ref name=":1" />
1926 kam das Haus schließlich in den Besitz der namensgebenden Familie Vienna, als es von [[Sieben Vienna]] erworben wurde.<ref name=":3" /> Nach dem Tod der letzten Einwohnerin kaufte der Landkreis Aurich 1994 das Haus, um es vor einem weiteren Verfall oder gar Abriss zu bewahren und stattdessen grundlegend in den darauffolgenden Jahren unter eigener Regie und mit schwieriger Finanzierung durch eigene Haushaltsmittel zu restaurieren. Das Gebäude war umlaufend mit einem Zementputz versehen worden, hatte moderne große Fenster erhalten und in seinen Innenräumen höher gelegte Böden, eingezogene Decken, zusätzliche Schornsteine und absperrende Teerpappen gegen Feuchtigkeit erhalten.<ref name=":1" />


Die Restaurierung wurde in den ersten dreieinhalb Jahren ausschließlich von kaum oder gar nicht deutschsprechenden Zuwanderern aus Weißrussland geleistet, die aus verschiedenen Berufssparten kommend, in einer Maßnahme nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) von der [[Kreisvolkshochschule Norden|Kreisvolkshochschule]] betreut und eingesetzt wurden. Der Zuwandererstrom aus den östlichen Ländern ließ 1997 nach, die BSHG-Gruppen wurden kleiner und so musste ab 1998 mit Unterstützung des Arbeitsamtes in mehreren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Restaurierung weitergeführt werden. Baumaßnahmen an der Dachkonstruktion, Klempnerarbeiten, Sandsteinarbeiten, der technische Ausbau, wurden von hiesigen Firmen ausgeführt. Die Bleiverglasung in den halbachsigen Fenstern und den Kreuzstock-Fenstern, typische Merkmale der Renaissance, wurden von einer Künstlerin aus Lettland gefertigt und von ABM-Kräften eingebaut. 2000 wurden die Arbeiten abgeschlossen.<ref name=":1" />
Die Restaurierung wurde in den ersten dreieinhalb Jahren ausschließlich von kaum oder gar nicht deutschsprechenden Zuwanderern aus Weißrussland geleistet, die aus verschiedenen Berufssparten kommend, in einer Maßnahme nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) von der [[Kreisvolkshochschule Norden|Kreisvolkshochschule]] betreut und eingesetzt wurden. Der Zuwandererstrom aus den östlichen Ländern ließ 1997 nach, die BSHG-Gruppen wurden kleiner und so musste ab 1998 mit Unterstützung des Arbeitsamtes in mehreren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Restaurierung weitergeführt werden. Baumaßnahmen an der Dachkonstruktion, Klempnerarbeiten, Sandsteinarbeiten, der technische Ausbau, wurden von hiesigen Firmen ausgeführt. Die Bleiverglasung in den halbachsigen Fenstern und den Kreuzstock-Fenstern, typische Merkmale der Renaissance, wurden von einer Künstlerin aus Lettland gefertigt und von ABM-Kräften eingebaut. 2000 wurden die Arbeiten abgeschlossen.<ref name=":1" />