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In diesen Umständen suchte Doornkaat Koolman wohl sein Glück und erhoffte sich, durch seine Produkte besonders hervorzustechen - zu Recht, wie sich schnell zeigte. Hinzu kamen die schwierigen politischen Verhältnisse in den Niederlanden im ausgehenden 18. Jahrhundert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 69</ref> Mithilfe seines entfernten Verwandten, dem angesehen [[Doede Lübberts Cremer]], konnte Doornkaat Koolman schnell Fuß in der Stadt fassen und erlangte schon am 1807 das [[Bürgerrecht]]. Zuvor vermittelte ihm Cremer die wirtschaftlich schwächelnde Brennerei des [[Dirk Hermann Taaks]] an der [[Osterstraße 147]], wo er sein erstes Brennereigebäude errichtete. Dieses Gebäude wurde 1965 abgerissen, dort zog ''Cremer Haustechnik'' ein.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 71</ref> Heute befindet sich hier die Drogerie ''Müller''.
In diesen Umständen suchte Doornkaat Koolman wohl sein Glück und erhoffte sich, durch seine Produkte besonders hervorzustechen - zu Recht, wie sich schnell zeigte. Hinzu kamen die schwierigen politischen Verhältnisse in den Niederlanden im ausgehenden 18. Jahrhundert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 69</ref> Mithilfe seines entfernten Verwandten, dem angesehen [[Doede Lübberts Cremer]], konnte Doornkaat Koolman schnell Fuß in der Stadt fassen und erlangte schon am 1807 das [[Bürgerrecht]]. Zuvor vermittelte ihm Cremer die wirtschaftlich schwächelnde Brennerei des [[Dirk Hermann Taaks]] an der [[Osterstraße 147]], wo er sein erstes Brennereigebäude errichtete. Dieses Gebäude wurde 1965 abgerissen, dort zog ''Cremer Haustechnik'' ein.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 71</ref> Heute befindet sich hier die Drogerie ''Müller''.


1808 übernahm Doornkaat auch die [[Brennerei Stroman]], die er jedoch bereits 1813 wieder verkaufte, nachdem er im Vorjahr das Haus und die Brauerei am [[Neuer Weg 28|Neuen Weg 28]] von Brauer [[Jibbe Cornelius Poppinga]] mitsamt Zubehör erwarb. Das Gebäude mitsamt Grundstück, wo Doornkaat auch Viehstallungen zum sinnvollen Verwerten der beim Brennen anfallenden Schlempe errichtete.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 72</ref> Mit dem Kauf weiterer Grundstücke weitete er den Firmenbesitz aus. Auch in der [[Westermarsch]] erwarb er 1831 einen bei der [[Februarflut]] beschädigten Bauernhof für den sehr geringen Preis von 625 Goldmark, den er jedoch bereits 1851 wegen zu geringer Rentabilität wieder abstoß.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 73</ref>
1808 übernahm Doornkaat er die Brennerei des [[Here Dirks Stroman]] an der (nach heutiger Nummerierung) [[Osterstraße 149]], die er jedoch bereits 1813 wieder verkaufte, nachdem er im Vorjahr das Haus und die Brauerei am [[Neuer Weg 28|Neuen Weg 28]] von Brauer [[Jibbe Cornelius Poppinga]] mitsamt Zubehör erwarb. Das Gebäude mitsamt Grundstück, wo Doornkaat auch Viehstallungen zum sinnvollen Verwerten der beim Brennen anfallenden Schlempe errichtete.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 72</ref> Mit dem Kauf weiterer Grundstücke weitete er den Firmenbesitz aus. Auch in der [[Westermarsch]] erwarb er 1831 einen bei der [[Februarflut]] beschädigten Bauernhof für den sehr geringen Preis von 625 Goldmark, den er jedoch bereits 1851 wegen zu geringer Rentabilität wieder abstoß.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 73</ref>


1839 und 1845 erwarb das Unternehmen zwei Grundstücke in Leezdorf, um hier Brenntorf für die Fabrik abzubauen. Offenbar wollte man sich damit von der [[Norder Fehngesellschaft]] unabhängig machen. Das Fabrikgebäude an sich wurde 1840 erheblich erweitert. Es entstanden weitere Lagerräume, ein Maischhaus, Trocknungsanlagen, ein Brennraum und eine Roßmühle (eine mit einem Pferd betriebene Mühle).<ref name=":2" />[[Datei:Doornkaat - Traditionsbrand - 38%, 0,7 l.jpg|mini|Doornkaat - Traditionsbrand - Original Flaschenetikett - Anfang der 90er Jahre.|alternativtext=|links|204x204px]]1845 und 1846 kam es infolge von Missernten zu einer andauernden Hungersnot, in deren Folge die hannoversche Regierung (Ostfriesland gehörte seit 1815 zum Königreich Hannover) im März 1847 beschloss, den Getreideverkauf an die Brennerei zu stoppen, um es nicht dem Lebensmittelmarkt zu entziehen. Zwischenzeitlich waren des Gründers Söhne [[Fiepko ten Doornkaat Koolman (1817)|Fiepko ten Doornkaat Koolman]] und [[Jan ten Doornkaat Koolman (1815)|Jan ten Doornkaat Koolman II.]] Geschäftsführer geworden und auch diese waren sozial und verantwortungsbewusst genug, um der Forderung nachzukommen. Da die Getreideernte im Sommer des Jahres unerwartet gut ausfiel, konnte man die Produktion schon im September 1847 wieder hochfahren.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 54</ref>
1839 und 1845 erwarb das Unternehmen zwei Grundstücke in Leezdorf, um hier Brenntorf für die Fabrik abzubauen. Offenbar wollte man sich damit von der [[Norder Fehngesellschaft]] unabhängig machen. Das Fabrikgebäude an sich wurde 1840 erheblich erweitert. Es entstanden weitere Lagerräume, ein Maischhaus, Trocknungsanlagen, ein Brennraum und eine Roßmühle (eine mit einem Pferd betriebene Mühle).<ref name=":2" />[[Datei:Doornkaat - Traditionsbrand - 38%, 0,7 l.jpg|mini|Doornkaat - Traditionsbrand - Original Flaschenetikett - Anfang der 90er Jahre.|alternativtext=|links|204x204px]]1845 und 1846 kam es infolge von Missernten zu einer andauernden Hungersnot, in deren Folge die hannoversche Regierung (Ostfriesland gehörte seit 1815 zum Königreich Hannover) im März 1847 beschloss, den Getreideverkauf an die Brennerei zu stoppen, um es nicht dem Lebensmittelmarkt zu entziehen. Zwischenzeitlich waren des Gründers Söhne [[Fiepko ten Doornkaat Koolman (1817)|Fiepko ten Doornkaat Koolman]] und [[Jan ten Doornkaat Koolman (1815)|Jan ten Doornkaat Koolman II.]] Geschäftsführer geworden und auch diese waren sozial und verantwortungsbewusst genug, um der Forderung nachzukommen. Da die Getreideernte im Sommer des Jahres unerwartet gut ausfiel, konnte man die Produktion schon im September 1847 wieder hochfahren.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 54</ref>