Ulrich Cirksena: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „'''Ulrich I. Cirksena''' (* um 1408 in Norden; † 25. oder 26. September 1466 in Emden) war der erste Graf von Ostfriesland aus dem Geschlecht der [[Cirksena]…“ |
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1433 gelang den Hamburgern die Einnahme von Emden und der endgültige Sieg über Ukena in der [[Schlacht von Bargebur]]. Um der Piraterie endlich Herr zu werden, blieben die Hamburger in Ostfriesland und besetzten Emden sowie die Burg Stickhausen und die Festung Leerort. In dieser Zeit begannen die [[Cirksena]], ihre Stellung weiter auszubauen. So gelang es ihnen und ihren engsten Verbündeten, die Herrschaft über Landesgemeinden Ostfrieslands nach und nach zu erlangen, weil diese sich lieber den Cirksena als einer Fremdherrschaft unterwarfen. Im Jahre 1439 übertrug auch die Hansestadt Hamburg ihre besetzten Gebiete in Ostfriesland den beiden Cirksena-Brüdern Ulrich und Edzard zur Verwahrung. | 1433 gelang den Hamburgern die Einnahme von Emden und der endgültige Sieg über Ukena in der [[Schlacht von Bargebur]]. Um der Piraterie endlich Herr zu werden, blieben die Hamburger in Ostfriesland und besetzten Emden sowie die Burg Stickhausen und die Festung Leerort. In dieser Zeit begannen die [[Cirksena]], ihre Stellung weiter auszubauen. So gelang es ihnen und ihren engsten Verbündeten, die Herrschaft über Landesgemeinden Ostfrieslands nach und nach zu erlangen, weil diese sich lieber den Cirksena als einer Fremdherrschaft unterwarfen. Im Jahre 1439 übertrug auch die Hansestadt Hamburg ihre besetzten Gebiete in Ostfriesland den beiden Cirksena-Brüdern Ulrich und Edzard zur Verwahrung. | ||
Als Edzard und Frauwa im Jahr 1441 ohne Nachkommen zugleich an der Pest verstarben, erbte Ulrich auch den Nachlass der Cirksena von Berum. Zudem übernahm er diesen seinerzeit in Ostfriesland höchst angesehenen Familiennamen für sich und seine Nachkommen. Ab 1444 nannte er sich ''Häuptling in Ostfriesland''. Ulrich versuchte in der Folgezeit, seine Herrschaft zu etablieren. Um sich die Unterstützung der Emder, die rechtlich noch unter Hamburgischer Herrschaft standen, zu sichern, verhalf er der Gemeinde 1442 zur Ratsverfassung. Zudem ließ er die dortige Burg aus- und die von den Hamburgern geschleifte Grenzfeste bei Detern mit Unterstützung der Lengener Landesgemeinde wieder aufbauen. Dadurch geriet er in Konflikt mit der Hansestadt, die ab 1447 mit Billigung Ulrichs ihre ostfriesischen Besitztümer wieder selbst verwaltete. Sechs Jahre später gelang es Ulrich mit Unterstützung anderer Häuptlinge, die Hamburger endgültig aus Ostfriesland zu vertreiben. Anschließend sicherte der Cirksena seine Herrschaft ab. So ließ er sich von den Nachkommen der [[Idzinga]] von Norden, der [[Kankena]] (1442), der [[tom | Als Edzard und Frauwa im Jahr 1441 ohne Nachkommen zugleich an der Pest verstarben, erbte Ulrich auch den Nachlass der Cirksena von Berum. Zudem übernahm er diesen seinerzeit in Ostfriesland höchst angesehenen Familiennamen für sich und seine Nachkommen. Ab 1444 nannte er sich ''Häuptling in Ostfriesland''. Ulrich versuchte in der Folgezeit, seine Herrschaft zu etablieren. Um sich die Unterstützung der Emder, die rechtlich noch unter Hamburgischer Herrschaft standen, zu sichern, verhalf er der Gemeinde 1442 zur Ratsverfassung. Zudem ließ er die dortige Burg aus- und die von den Hamburgern geschleifte Grenzfeste bei Detern mit Unterstützung der Lengener Landesgemeinde wieder aufbauen. Dadurch geriet er in Konflikt mit der Hansestadt, die ab 1447 mit Billigung Ulrichs ihre ostfriesischen Besitztümer wieder selbst verwaltete. Sechs Jahre später gelang es Ulrich mit Unterstützung anderer Häuptlinge, die Hamburger endgültig aus Ostfriesland zu vertreiben. Anschließend sicherte der Cirksena seine Herrschaft ab. So ließ er sich von den Nachkommen der [[Idzinga]] von Norden, der [[Kankena]] (1442), der [[tom Brook]], der Allena (1449), der [[Addinga]] (1453), der Abdena von Emden, den Häuptlingen Abeko von Loppersum, Gerd von Petkum (1460) sowie Eggo Addinga (1466) und von Verwandten deren Rechtstitel verbindlich gegen eine entsprechende Abfindung abtreten. | ||
Ulrich erreichte durch vielfältigste Interventionen auf politischer Ebene am 1. Oktober 1464 die Erhöhung in den erblichen Reichsgrafenstand durch Kaiser Friedrich III. Am 23. Dezember 1464 fand die offizielle Belehnung mit der Reichsgrafschaft Ostfriesland in der Kirche des Franziskanerklosters in Faldern statt. Dabei wurden er und sein Neffe Sibet [[Attena]] zu Rittern geschlagen. Ulrich musste dafür allerdings eine erhebliche Summe an die kaiserliche Kanzlei bezahlen. Die stets knappe Finanzlage und die aufwendige Hofhaltung des Kaisers begünstigte dessen Entscheidungen. | Ulrich erreichte durch vielfältigste Interventionen auf politischer Ebene am 1. Oktober 1464 die Erhöhung in den erblichen Reichsgrafenstand durch Kaiser Friedrich III. Am 23. Dezember 1464 fand die offizielle Belehnung mit der Reichsgrafschaft Ostfriesland in der Kirche des Franziskanerklosters in Faldern statt. Dabei wurden er und sein Neffe Sibet [[Attena]] zu Rittern geschlagen. Ulrich musste dafür allerdings eine erhebliche Summe an die kaiserliche Kanzlei bezahlen. Die stets knappe Finanzlage und die aufwendige Hofhaltung des Kaisers begünstigte dessen Entscheidungen. | ||