Süderhaus (Blaue Pforte): Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Süderhaus''' ist ein denkmalgeschütztes Gebäude am südlichen [[Marktplatz]]. Der Name des Gebäudes, das auch als | Das '''Süderhaus''' ist ein denkmalgeschütztes Gebäude am südlichen [[Marktplatz]]. Der Name des Gebäudes, das auch als ''Blaue Pforte'' bekannt ist, leitet sich von dieser südlichen Lage ab. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der Name | Der Name ''Blaue Pforte'' leitete sich von einer östlich des Hauses stehenden Pforte ab, dessen tatsächliche Farbe jedoch nicht überliefert ist.<ref name=":0">[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:88303 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 88303</ref> Hinter der Pforte führte eine Lohne bis zur [[Kirchstraße]].<ref>StAA, Rep. 236, Bd. 150-155</ref> Ursprünglich gehörte diese Pforte wohl zur [[Oldeborg|Olde Borg]] und war dessen Eingangstor.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129</ref> | ||
Das giebelständige Hauptgebäude (linker Teil) stammt aus dem 16. Jahrhundert, erstmalig wird der einstige [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]], [[Hayo Loringa|Dr. Hayo Loringa]], als Eigentümer in einer Urkunde aus dem Jahr 1595 genannt.<ref>Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167</ref> | Das giebelständige Hauptgebäude (linker Teil) stammt aus dem 16. Jahrhundert, erstmalig wird der einstige [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeister von Norden]], [[Hayo Loringa|Dr. Hayo Loringa]], als Eigentümer in einer Urkunde aus dem Jahr 1595 genannt.<ref>Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167</ref> | ||
In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer [[Loringa|Anna Dorothea Loringa]] in den Besitz des Hauses gekommen.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.</ref> Aus einem Vertrag von 1755 geht hervor, dass das Anwesen adelig frei war. Das bedeutet, dass es praktisch frei von Abgaben war, aber zu bestimmten Anlässen (z.B. Hochzeiten und Trauerfälle) am Hofe in Aurich Ritterdienste leisten musste.<ref name=":0" /> | In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer [[Loringa|Anna Dorothea Loringa]] in den Besitz des Hauses (und auch der [[Osterburg]]) gekommen.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.</ref> Aus einem Vertrag von 1755 geht hervor, dass das Anwesen adelig frei war. Das bedeutet, dass es praktisch frei von Abgaben war, aber zu bestimmten Anlässen (z.B. Hochzeiten und Trauerfälle) am Hofe in Aurich Ritterdienste leisten musste.<ref name=":0" /> | ||
Laut Kellerkataster, welches 1999 in Norden am Norder Marktplatz durchgeführt wurde, wurde der Keller dieses Hauses im Zeitraum zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem frühen 17. Jahrhundert erbaut.<ref name=":0" /> | Laut Kellerkataster, welches 1999 in Norden am Norder Marktplatz durchgeführt wurde, wurde der Keller dieses Hauses im Zeitraum zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem frühen 17. Jahrhundert erbaut.<ref name=":0" /> | ||
Version vom 14. September 2021, 13:59 Uhr
Süderhaus (Blaue Pforte) | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | vor 1595 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Bauweise | Steinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | abgebrochen | |||||||
| Genaue Lage | Am Markt 19 - 20
26506 Norden | |||||||
Das Süderhaus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude am südlichen Marktplatz. Der Name des Gebäudes, das auch als Blaue Pforte bekannt ist, leitet sich von dieser südlichen Lage ab.
Geschichte
Der Name Blaue Pforte leitete sich von einer östlich des Hauses stehenden Pforte ab, dessen tatsächliche Farbe jedoch nicht überliefert ist.[1] Hinter der Pforte führte eine Lohne bis zur Kirchstraße.[2] Ursprünglich gehörte diese Pforte wohl zur Olde Borg und war dessen Eingangstor.[3]
Das giebelständige Hauptgebäude (linker Teil) stammt aus dem 16. Jahrhundert, erstmalig wird der einstige Bürgermeister von Norden, Dr. Hayo Loringa, als Eigentümer in einer Urkunde aus dem Jahr 1595 genannt.[4]
In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer Anna Dorothea Loringa in den Besitz des Hauses (und auch der Osterburg) gekommen.[5] Aus einem Vertrag von 1755 geht hervor, dass das Anwesen adelig frei war. Das bedeutet, dass es praktisch frei von Abgaben war, aber zu bestimmten Anlässen (z.B. Hochzeiten und Trauerfälle) am Hofe in Aurich Ritterdienste leisten musste.[1]
Laut Kellerkataster, welches 1999 in Norden am Norder Marktplatz durchgeführt wurde, wurde der Keller dieses Hauses im Zeitraum zwischen der Mitte des 16. Jahrhunderts und dem frühen 17. Jahrhundert erbaut.[1]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Schreiber, Gretje (2011): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 88303
- ↑ StAA, Rep. 236, Bd. 150-155
- ↑ Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129
- ↑ Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167
- ↑ Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.