Marxsche Bierhalle: Unterschied zwischen den Versionen
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Der '''Marxsche Bierhalle''' war eine Gastwirtschaft in der Innenstadt von Norden. Nach heutiger Nummerierung träge sie die Anschrift [[Osterstraße]] 158. | Der '''Marxsche Bierhalle''' war eine Gastwirtschaft in der Innenstadt von Norden. Nach heutiger Nummerierung träge sie die Anschrift [[Osterstraße]] 158. Sie war Gründungslokal der [[Molkereigenossenschaft|Norder Molkereigenossenschaft]] und der [[Feuerwehr Norden]]. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Der Heimatforscher [[Friedrich Sundermann]] geht davon aus, dass das Gebäude vor dem (heutigen) [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] als Rathaus der Stadt gedient hat. [[Ufke Cremer]] hingegen hält diese Behauptung für fraglich, widerlegt sie jedoch nicht, da das Gebäude - anders als der Großteil der damaligen Bebauung der Osterstraße trauf- und nicht giebelständig errichtet wurde und zudem ein vergleichsweise großes Grundstück aufweist. In jedem Fall wurde dieses Gebäude nach der Brandschatzung des Alten Rathauses durch [[Balthasar von Esens]] als Rathaus genutzt, sodass es bereits in der Zeit vor 1539 bzw. 1542 (Wiederaufbau des Alten Rathauses) existiert haben muss.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 39</ref> | Der Heimatforscher [[Friedrich Sundermann]] geht davon aus, dass das Gebäude vor dem (heutigen) [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] als Rathaus der Stadt gedient hat. [[Ufke Cremer]] hingegen hält diese Behauptung für fraglich, widerlegt sie jedoch nicht, da das Gebäude - anders als der Großteil der damaligen Bebauung der Osterstraße trauf- und nicht giebelständig errichtet wurde und zudem ein vergleichsweise großes Grundstück aufweist. In jedem Fall wurde dieses Gebäude nach der Brandschatzung des Alten Rathauses durch [[Balthasar von Esens]] als Rathaus genutzt, sodass es bereits in der Zeit vor 1539 bzw. 1542 (Wiederaufbau des Alten Rathauses) existiert haben muss.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 39</ref> | ||
Die Gaststätte war Gründungsort zweier bedeutender Norder Vereinigungen. Am 26. November 1878 wurde hier die Gründung der [[Molkereigenossenschaft]] beschlossen, am 10. Oktober 1886 die Gründung der [[Feuerwehr Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 256</ref><ref>Auszug aus dem Archiv der Feuerwehr Norden</ref> | |||
1953 wurden bei Reparaturmaßnahmen an der Straßenseite die schmalen runden Fensterbogen mit Sandsteinsturz wie am Westgiebel freigelegt, die typisch für das 16. Jahrhundert sind. 1778 wurde der Bau rückwärtig erweitert, als [[Johann Adolph Schulte]] hier eine Brennerei errichten ließ. Schulte war eigentlich Buchdrucker.<ref name=":0" /> Der hohe Alkoholkonsum der Ostfriesen ließ ihn damals in diesem Erwerbszweig wohl bessere Gewinnchancen erscheinen. | 1953 wurden bei Reparaturmaßnahmen an der Straßenseite die schmalen runden Fensterbogen mit Sandsteinsturz wie am Westgiebel freigelegt, die typisch für das 16. Jahrhundert sind. 1778 wurde der Bau rückwärtig erweitert, als [[Johann Adolph Schulte]] hier eine Brennerei errichten ließ. Schulte war eigentlich Buchdrucker.<ref name=":0" /> Der hohe Alkoholkonsum der Ostfriesen ließ ihn damals in diesem Erwerbszweig wohl bessere Gewinnchancen erscheinen. | ||