Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 22: Zeile 22:
|-
|-
|Bauweise
|Bauweise
|Ziegelsteinbau
|(verputzter) Ziegelsteinbau
|-
|-
|Erhaltungszustand
|Erhaltungszustand
Zeile 31: Zeile 31:
26506 Norden
26506 Norden
|} __NOTOC__
|} __NOTOC__
Der '''Gasthof Jerusalem''' (1933 - ca. 1945: ''Altdeutscher Gasthof'') war eine Gastwirtschaft in unmittelbarer Nähe zum [[Marktplatz|Norder Marktplatz]] an der [[Osterstraße]] 1. Nach dem Abbruch des historischen Gebäudes im Jahr 1962 zog hier eine Filiale der Deutschen Bank ein, in einem rückwärtigen Gebäudeteil wurde noch bis 1978 eine Gaststätte unter gleichem Namen fortgeführt.
Der '''Gasthof Jerusalem''' (von 1933 - ca. 1945: ''Altdeutscher Gasthof'') war eine Gastwirtschaft in unmittelbarer Nähe zum [[Marktplatz|Norder Marktplatz]] an der [[Osterstraße]] 1. Nach dem Abbruch des historischen Gebäudes im Jahr 1962 zog hier eine Filiale der Deutschen Bank ein, in einem rückwärtigen Gebäudeteil wurde noch bis 1978 eine Gaststätte unter gleichem Namen fortgeführt.


==Geschichte==
==Geschichte==
Der Name, der seit dem Jahr 1737 nachweisbar ist, geht auf eine jahrhundertealten Überlieferung zurück, nach der sich im Jahre 1217 mehrere friesische Krieger am [[Marktplatz]] zusammenfanden, um von hier aus ihre gemeinsame Teilnahme am ''Fünften Kreuzzug'' in das Heilige Land zu beginnen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 179</ref>
Der Name, der seit dem Jahr 1737 nachweisbar ist, geht auf eine jahrhundertealten Überlieferung zurück, nach der sich im Jahre 1217 mehrere friesische Krieger am [[Marktplatz]] zusammenfanden, um von hier aus ihre gemeinsame Teilnahme am ''Fünften Kreuzzug'' in das Heilige Land zu beginnen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 179</ref>


Am 6. September 1740 ersteigert [[Bernhardus Wilcken|Bürgermeister Wilcken]] den Gasthof.<ref>StAA, Rep. 234, Bd. 149, S. 677</ref> Einem Kaufbrief zufolge wechselte das Gebäude im Jahre 1764 erneut für 4.510 ostfriesische Gulden den Eigentümer. Verkäuferin soll die Witwe ''Janneke von Goens'' des bisherigen Eigentümers, einem Mann mit Nachnamen ''Lamberti'', gewesen sein.<ref name=":0" />
Am 6. September 1740 ersteigert [[Bernhardus Wilcken|Bürgermeister Wilcken]] den Gasthof.<ref>StAA, Rep. 234, Bd. 149, S. 677</ref> Einem Kaufbrief zufolge wechselte das Gebäude am 26. März 1764 erneut für 4.510 ostfriesische Gulden den Eigentümer.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 43</ref> Verkäuferin soll die Witwe ''Janneke von Goens'' des bisherigen Eigentümers, einem Mann mit Nachnamen ''Lamberti'', gewesen sein.<ref name=":0" /> Als Käufer tritt ein [[Jan Claßen|Jan Johan Claßen]] in Erscheinung. Im Kaufvertrag wird erwähnt, dass am Giebel des Gasthofs ein kupfernes Schild mit einem Abbild der Stadt Jerusalem zu sehen war.<ref name=":1" /> 1872 wird Gastwirt [[Ocke Meewes Verwer]] neuer Eigentümer des Gasthofs, nachdem dieser bereits 1851 den rechten Teil des benachbarten [[Gräfliches Haus|Gräflichen Hauses]] erworben hatte.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 44</ref>


Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste der Gasthof seinen Namen ändern und hieß fortan ''Altdeutscher Gasthof''.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> 1962 wurde das Haus vollständig umgebaut und beherbergt seit dieser Zeit in den vorderen Räumen die Deutsche Bank, während im Seitentrakt die kleine Gaststätte ''Jerusalem'' noch bis 1978 an vergangene Zeiten erinnerte.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Nordens Häuser und ihre Bewohner (I) Die Leute in der Osterstraße, in: Ostfriesischer Kurier 1./2. Oktober 1994, S. 7</ref>
In den Folgejahren wechselte der Gasthof häufiger den Besitzer. Bis 1887 wurde die Witwe des Kaufmanns [[Wirtje von Höveling]] Besitzerin. 1903 wird [[Dirk Oldewurtel]] als Besitzer genannt.<ref name=":1" /> Von 1906 bis 1912 gehörte der Gasthof [[Habbo Lübbers]].<ref name=":1" /><ref name=":2" /> 1920 gehört [[Jan de Vries]] die Gaststätte. Seit 1921 bis zu dessen Ende gehörte der Gasthof der Familie Claassen, beginnend mit [[Claas Claassen]] und von 1960 bis 1962 dessen gleichnamiger Sohn.<ref name=":2" />
 
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten musste der Gasthof seinen Namen ändern und hieß fortan ''Altdeutscher Gasthof''.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 241</ref> 1962 wurde das Haus vollständig umgebaut und beherbergt seit dieser Zeit in den vorderen Räumen die Deutsche Bank, während im Seitentrakt die kleine Gaststätte ''Jerusalem'' noch bis 1978 an vergangene Zeiten erinnerte.<ref name=":2" /><ref>Schreiber, Gretje (1994): Nordens Häuser und ihre Bewohner (I) Die Leute in der Osterstraße, in: Ostfriesischer Kurier 1./2. Oktober 1994, S. 7</ref>
 
== Beschreibung ==
Der langgezogene Bau befand sich mit dem Eingang (giebelständig) zur [[Osterstraße]] gerichtet. Der geschwungene Giebel zierte das dahinter befindliche Walmdach, das über mehrere Schornsteine verfügte. Die weiße Fassade schmückten mehrere, im Erdgeschoss mannhohe Fenster.<ref name=":1" />
 
Durch den Eingangsbereich gelangte man zunächst in die große Halle, das sogenannte Vorhaus. Von hier aus befand sich links die Küche und rechts eine Stube. Von dort führten zwei Treppen in einen großen Saal (Kammer), der durch einen großen, mit Torf befeuerten Kamin geheizt werden konnte. Der sich vor dem Haus an der Marktseite befindliche und immer noch existierende Brunnen wurde von den Anliegern gemeinschaftlich genutzt. Er bestand ursprünglich aus großen, sogenannten Sargsteinen.<ref name=":1" />


== Trivia ==
== Trivia ==