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Geisteswissenschaftlich tritt Jan ten Doornkaat Koolman zunächst als religiösnaturphilosophischer Kopf in Erscheinung. 1865 veröffentlicht er ein Buch über die Unendlichkeit der Welt, in dem er gegen den Trend der modernen Naturwissenschaft die prinzipielle Unauslotbarkeit des Universums als göttliche Schöpfung betont.
Geisteswissenschaftlich tritt Jan ten Doornkaat Koolman zunächst als religiösnaturphilosophischer Kopf in Erscheinung. 1865 veröffentlicht er ein Buch über die Unendlichkeit der Welt, in dem er gegen den Trend der modernen Naturwissenschaft die prinzipielle Unauslotbarkeit des Universums als göttliche Schöpfung betont.


Am dauerhaftesten aber ist sein Name heute wohl mit der Leistung auf sprachwissenschaftlichem Gebiet verknüpft. So veröffentlichte er 1879 ein Wörterbuch der ostfriesischen (nicht plattdeutschen!) Sprache, das er ab 1862 gemeinsam mit einem Germanisten sowie einem jüdischen Lehrer erarbeitete. Mit seinem Eintritt in die Firma 1836 und der Zuständigkeit für die Geschäftsbeziehungen waren ausgedehnte Reisen durch ganz Ostfriesland und Kontakte mit unterschiedlichsten Schichten der Bevölkerung verbunden. Das Reisen war zu jener Zeit noch sehr viel gemächlicher und von Aufenthalten unterbrochen. Dadurch konnte der junge Geschäftsmann weite Einblicke in die Sprache der Ostfriesen erhalten und er lernte das ostfriesische Niederdeutsch in allen seinen Färbungen und lokalen Besonderheiten, mit seinen Redensarten und Sprichwörtern kennen. Bis heute gilt dieses Wörterbuch als bedeutendstes seiner Art, wenngleich es vielfach wissenschaftlicher Kritik, insbesondere in Bezug auf Herleitungen bestimmter Wörter, ausgesetzt war. Es erfuhr aber nicht nur Kritik, sondern auch Anerkennung von wissenschaftlicher Seite. Das Freie deutsche
Am dauerhaftesten aber ist sein Name heute wohl mit der Leistung auf sprachwissenschaftlichem Gebiet verknüpft. So veröffentlichte er 1879 ein Wörterbuch der ostfriesischen (nicht plattdeutschen!) Sprache, das er ab 1862 gemeinsam mit einem Germanisten sowie einem jüdischen Lehrer erarbeitete. Mit seinem Eintritt in die Firma 1836 und der Zuständigkeit für die Geschäftsbeziehungen waren ausgedehnte Reisen durch ganz Ostfriesland und Kontakte mit unterschiedlichsten Schichten der Bevölkerung verbunden. Das Reisen war zu jener Zeit noch sehr viel gemächlicher und von Aufenthalten unterbrochen. Dadurch konnte der junge Geschäftsmann weite Einblicke in die Sprache der Ostfriesen erhalten und er lernte das ostfriesische Niederdeutsch in allen seinen Färbungen und lokalen Besonderheiten, mit seinen Redensarten und Sprichwörtern kennen. Bis heute gilt dieses Wörterbuch als bedeutendstes seiner Art, wenngleich es vielfach wissenschaftlicher Kritik, insbesondere in Bezug auf Herleitungen bestimmter Wörter, ausgesetzt war. Es erfuhr aber nicht nur Kritik, sondern auch Anerkennung von wissenschaftlicher Seite. Das Freie deutsche Hochstift in Frankfurt am Main ernannte ten Doornkaat Koolman 1880 zu seinem Ehrenmitglied und Meister. Ebenso war er Mitglied der Maatschappy Nederlandsche Letterkunde in Leiden.
Hochstift in Frankfurt am Main ernannte ten Doornkaat Koolman 1880 zu seinem Ehrenmitglied und Meister. Ebenso war er Mitglied der Maatschappy Nederlandsche Letterkunde in Leiden.
 
Am 17. April 1889 verstarb ten Doornkaat Koolman in der von ihm maßgeblich geförderte [[Diakonissenstation]] an Herzinsuffizenz nach etwa zweimonatigem Aufenthalt dort.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 238</ref> Seine Grabstätte befindet sich im Familiengrab der Familie Doornkaat auf dem [[Parkfriedhof]] in [[Ostlintel]].


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==