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| colspan="2" |[[Datei:Drei Schwestern - 20062010.jpg|mini|Die Drei Schwestern mit ''Mission Olympic''-Symbol, aufgenommen am 20. Juni 2010.]]
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Die '''Drei Schwestern''' sind ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble an der Südseite des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]]. Der Name ergibt sich aus der baulichen Ähnlichkeit der drei Gebäude. Neben dem hochdeutschen Namen ist auch der plattdeutsche "Dree Süsters" geläufig.
Die '''Drei Schwestern''' (niederdeutsch: ''Dree Süsters'') sind ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble an der Südseite des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]]. Der Name ergibt sich aus der baulichen Ähnlichkeit der drei Gebäude, die eng aneinander gereiht das Ortsbild des südlichen Marktes wesentlich prägen.


==Geschichte==
==Geschichte==
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Das Ensemble besteht aus drei giebelständigen Backsteinbauten, die im 16. und 17. Jahrhundert im Stil der Renaissance erbaut wurden. Das Gebäude mit der Hausnummer 12 entstand um 1570, das mittlere und das rechte um 1630.<ref>[https://web.archive.org/web/20160316100916/https://www.norden.de/showobject.phtml?La=1&object=tx%7C1652.583.1&sub=0 Rund um den Marktplatz] auf Norden.de, abgerufen am 9. April 2021</ref> Über die Erbauer ist nichts bekannt, aufgrund der Bauweise (siehe Beschreibung) ist jedoch anzunehmen, dass niederländische Kaufleute die Bauten errichtet haben.
Das Ensemble besteht aus drei giebelständigen Backsteinbauten, die im 16. und 17. Jahrhundert im Stil der Renaissance erbaut wurden. Das Gebäude mit der Hausnummer 12 entstand um 1570, das mittlere und das rechte um 1630.<ref>[https://web.archive.org/web/20160316100916/https://www.norden.de/showobject.phtml?La=1&object=tx%7C1652.583.1&sub=0 Rund um den Marktplatz] auf Norden.de, abgerufen am 9. April 2021</ref> Über die Erbauer ist nichts bekannt, aufgrund der Bauweise (siehe Beschreibung) ist jedoch anzunehmen, dass niederländische Kaufleute die Bauten errichtet haben.


Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte [[Rathaus]] im Herbst 1883 erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der Drei Schwestern. Der hintere, untere Teile wurde der [[Polizei Norden|Polizei]] als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37-40</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt. Die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung "Sergeant" der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der Polizeidiener, stand jedoch noch unter den Wachtmeistern.<ref name=":0" /> Bis zu ihrem Umzug im Oktober 1945 in den [[Engenahof]] blieb die Norder Polizei hier ansässig.
Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue, bis heute als solches genutzte [[Rathaus]] im Herbst 1883 erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der Drei Schwestern. Der hintere, untere Teile wurde der [[Polizei Norden|Polizei]] als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref name=":0">Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37-40</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt. Die übrigen Räume wurden vermietet. In einer dieser vermieteten Wohnungen lebte der Polizeisergeant Hinrich Bohlken mit seiner Familie, sein mittelbarer Nachbar war der Polizeisergeant Frank oder Fritz Leopold. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung ''Sergeant'' der zweitunterste Dienstgrad. Er war Vorgesetzter der [[Polizeidiener]], stand jedoch noch unter den Wachtmeistern.<ref name=":0" /> Bis zu ihrem Umzug im Oktober 1945 in den [[Engenahof]] blieb die Norder Polizei hier ansässig.


Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Sein Giebel wurde im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 74</ref>
Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Sein Giebel wurde im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 74</ref> Die Arbeiten wurden im September des Jahres abgeschlossen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 48</ref>


Heute befinden sich in der linken Schwester ein Fahrradladen ("De Fietsenmoaker"), in der Mitte die Boutique "Wöltjen". Die rechte Schwester beherbergte nach ihrem Wiederaufbau ursprünglich das städtische Fremdenverkehrsbüro, heute eine Hospizgruppe sowie eine Außenstelle der "Ostfriesen Zeitung".
Heute befinden sich in der linken Schwester ein Fahrradladen (''De Fietsenmoaker''), in der Mitte die Boutique ''Wöltjen''. Die rechte Schwester beherbergte nach ihrem Wiederaufbau ursprünglich das städtische Fremdenverkehrsbüro, heute eine Hospizgruppe sowie eine Außenstelle der Ostfriesen Zeitung.


==Beschreibung==
==Beschreibung==