Gebrüder Freese: Unterschied zwischen den Versionen
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Um den Bekanntheitsgrad des von ihm als hochinteressant angesehenen Fahrrads zu steigern, nahm Carl an zahlreichen Radrennen frei und gründete einen Radfahrverein namens ''Fresena''. Mit einem selbstgebauten Rennrad fuhr er in jeder Mittagspause vom Betriebssitz zur [[Mole Norddeich]], die erst wenige Jahre zuvor fertiggestellt wurde und erntete dabei viele interessierte Blicke. Ein von ihm konzipiertes Hochrad mit variabler Befestigungsmöglichkeit der Tretkurbel befindet sich heute im [[Heimat- und Teemuseum]]. Trotz guter Umsätze und dem Erwerb nationaler und ausländischer Patente stellte man die Fahrradproduktion 1911 ein.<ref name=":0" /> | Um den Bekanntheitsgrad des von ihm als hochinteressant angesehenen Fahrrads zu steigern, nahm Carl an zahlreichen Radrennen frei und gründete einen Radfahrverein namens ''Fresena''. Mit einem selbstgebauten Rennrad fuhr er in jeder Mittagspause vom Betriebssitz zur [[Mole Norddeich]], die erst wenige Jahre zuvor fertiggestellt wurde und erntete dabei viele interessierte Blicke. Ein von ihm konzipiertes Hochrad mit variabler Befestigungsmöglichkeit der Tretkurbel befindet sich heute im [[Heimat- und Teemuseum]]. Trotz guter Umsätze und dem Erwerb nationaler und ausländischer Patente stellte man die Fahrradproduktion 1911 ein.<ref name=":0" /> | ||
Von 1902 bis 1903 versuchte sich das Unternehmen auch im Bau von Kraftfahrzeugen. Die dafür benötigten Einzelteile wurden zu einem großen Teil von den Gebrüdern selbst geschmiedet, als Plan fungierte eine im Maßstab 1:2 ausgelegte Zeichnung auf dem Küchenboden. Mithilfe weiterer benachbarter Handwerker wurden die Karosserie, die Sitze und die weiteren benötigten Bestandteile hergestellt. Nur der Motor, den Carl Freese auf der Weltausstellung 1896 in Paris erwarb sowie die Feintechnik wurde von auswärtigen Herstellern bezogen. Der Einbau des Motors verursachte naturgemäß große Schwierigkeiten, doch schafften die Gebrüder es, den Motor in Gang zu bringen. Das dafür benötigte Benzin erwarb man bei der [[Schwanen-Apotheke]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 210</ref> | Von 1902 bis 1903 versuchte sich das Unternehmen auch im Bau von Kraftfahrzeugen. Die dafür benötigten Einzelteile wurden zu einem großen Teil von den Gebrüdern selbst geschmiedet, als Plan fungierte eine im Maßstab 1:2 ausgelegte Zeichnung auf dem Küchenboden. Mithilfe weiterer benachbarter Handwerker wurden die Karosserie (hergestellt von [[Heinrich Janssen]]), die Sitze (Sattlermeister [[Jann Eden]]) und die weiteren benötigten Bestandteile hergestellt. Den Kühler lieferte Klempnermeister [[Heinrich Ihmels]], der seine Werkstatt [[Am Markt]], hatte. Nur der Motor, den Carl Freese auf der Weltausstellung 1896 in Paris erwarb sowie die Feintechnik wurde von auswärtigen Herstellern bezogen. Der Einbau des Motors verursachte naturgemäß große Schwierigkeiten, doch schafften die Gebrüder es, den Motor in Gang zu bringen. Das dafür benötigte Benzin erwarb man bei der [[Schwanen-Apotheke]]. Die Lackierung erfolgte letztendlich durch Malermeister [[Wilhelm Themann]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 210</ref> | ||
Ein voller Erfolg wurde die erste Fernfahrt der ''Norda'', wie das Auto genannt wurde, nach Aurich, die zwar mehrere Stunden dauerte, aber dennoch eine echte Pionierleistung darstellte. Der Erfolg der Norda zog derart große Kreise, dass ein Tuchfabrikant aus Breslau (heute Polen) die ''Norda'' erwarb und selbstständig in seine Heimatstadt überführte. Bedenkt man, dass es damals praktisch noch keine Tankstellen gab, kann dies als echtes Abenteuer gesehen werden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 211</ref> | Ein voller Erfolg wurde die erste Fernfahrt der ''Norda'', wie das Auto genannt wurde, nach Aurich, die zwar mehrere Stunden dauerte, aber dennoch eine echte Pionierleistung darstellte. Der Erfolg der Norda zog derart große Kreise, dass ein Tuchfabrikant aus Breslau (heute Polen) die ''Norda'' erwarb und selbstständig in seine Heimatstadt überführte. Bedenkt man, dass es damals praktisch noch keine Tankstellen gab, kann dies als echtes Abenteuer gesehen werden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 211</ref> | ||