Rathaus: Unterschied zwischen den Versionen
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| colspan="2" |[[Datei:Am Markt 15 13162021.jpg|mini|Das Norder Rathaus | | colspan="2" |[[Datei:Am Markt 15 13162021.jpg|mini|Das Norder Rathaus am 13. Juni 2021.|alternativtext=|zentriert]] | ||
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Das '''Neue Rathaus''' ist seit dem Herbst 1883 der Sitz der Norder Stadtverwaltung sowie Sitz des [[Stadtrat|Stadtrates]] und des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeisters]]. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. | Das '''Neue Rathaus''' ist seit dem Herbst 1883 der Sitz der Norder Stadtverwaltung sowie Sitz des [[Stadtrat|Stadtrates]] und des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeisters]]. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. | ||
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Nachdem er das Gebäude einige Zeit selbst als Wohnhaus nutzte, vermachte er das Haus im Mai 1884 für 50.000 Mark an die Stadt Norden, die zuvor dringend nach einem Ersatz für das zu klein gewordene [[Altes Rathaus]] gesucht hatte. Bereits am 23. September 1884 tagte der Magistrat der Stadt erstmals im Neuen Rathaus.<ref name=":1" /> Später wurde das Gebäude um einen langgezogenen Bau erweitert. | Nachdem er das Gebäude einige Zeit selbst als Wohnhaus nutzte, vermachte er das Haus im Mai 1884 für 50.000 Mark an die Stadt Norden, die zuvor dringend nach einem Ersatz für das zu klein gewordene [[Altes Rathaus]] gesucht hatte. Bereits am 23. September 1884 tagte der Magistrat der Stadt erstmals im Neuen Rathaus.<ref name=":1" /> Später wurde das Gebäude um einen langgezogenen Bau erweitert. | ||
Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue Rathaus erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref>Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden zudem ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt.<ref>Archivunterlagen der Feuerwehr Norden</ref> Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. | Mit dem Umzug der Stadtverwaltung in das neue Rathaus erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref>Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden zudem ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt.<ref>Archivunterlagen der Feuerwehr Norden</ref> Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Das Gebäude bzw. seine Fassade nebst Giebel wurde erst im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref name=":0" /> | ||
Um ihre Macht auch in Norden für jedermann sichtbar zu demonstrieren, hissten die Nationalsozialisten die Hakenkreuzfahne erstmalig am Vormittag des 6. März.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 29</ref> Der Zeitpunkt war sicherlich nicht zufällig gewählt, ist doch Montagvormittags immer der [[Wochenmarkt]]. | |||
Im Februar 1945 verfügte der Bremer Reichsverteidigungskommissar die Schließung aller Schulen im Weser-Ems-Gebiet. Im Zuge dieser Anordnung schloss auch das [[Ulrichsgymnasium]] seine Pforten auf unbestimmte Zeit. Die Kohlenvorräte wurden konfisziert und in den Klassenräumen ein Marinelazarett eingerichtet. Für die Schüler der Klasse 6 fand der Unterricht im Sitzungssaal des Rathauses statt.<ref>Kaszemek, Hildegard (1967): Das Ulrichsgymnasium Norden von Ostern 1939 bis 1. Mai 1945. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 36f.</ref> | Im Februar 1945 verfügte der Bremer Reichsverteidigungskommissar die Schließung aller Schulen im Weser-Ems-Gebiet. Im Zuge dieser Anordnung schloss auch das [[Ulrichsgymnasium]] seine Pforten auf unbestimmte Zeit. Die Kohlenvorräte wurden konfisziert und in den Klassenräumen ein Marinelazarett eingerichtet. Für die Schüler der Klasse 6 fand der Unterricht im Sitzungssaal des Rathauses statt.<ref>Kaszemek, Hildegard (1967): Das Ulrichsgymnasium Norden von Ostern 1939 bis 1. Mai 1945. In: Derk de Haan: 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden. Norden, S. 36f.</ref> | ||