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| colspan="2" |[[Datei:Schulstrasse 70 05052006.jpg|mini|Das Schulgebäude, aufgenommen am 5. Mai 2006.|alternativtext=|zentriert]]
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Die '''Pestalozzischule''' (auch: ''Hilfsschule'', ''Förderschule'', ''Sonderschule'' sowie spöttisch ''Brettergymnasium'') wurde ursprünglich als Förderschule für lernschwächere Kinder gegründet. Heute ist sie ein Nebengebäude der [[Conerus-Schule]], in dem die Altenpfleger ausgebildet werden. In der angebauten Baracke hat der 1981 gegründete [[Modelleisenbahnclub Norden]] seinen Vereinssitz.
Die '''Pestalozzischule''' (auch: ''Hilfsschule'', ''Förderschule'', ''Sonderschule'' sowie spöttisch ''Brettergymnasium'') wurde ursprünglich als Förderschule für lernschwächere Kinder gegründet und nach dem Schweizer Schulreformer Johann Heinrich Pestalozzi benannt. Seit dem Bau des Förderschultrakts im [[Schulzentrum Wildbahn]] dient das Gebäude als Nebenstelle der [[Conerus-Schule]]. Hier wird der Beruf des Altenpflegers gelehrt. In der angebauten Baracke hat der 1981 gegründete [[Modelleisenbahnclub Norden]] seinen Vereinssitz.


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Bereits 1923 stiegen die Schülerzahlen auf 38, was die Einrichtung einer zweiten Lehrerstelle - trotz der sehr beengten Raumverhältnisse - erforderlich machte. Ab 1925 wurden bereits 64 Schüler unterrichtet, weshalb ein dritter Lehrer erforderlich war.<ref name=":1" />
Bereits 1923 stiegen die Schülerzahlen auf 38, was die Einrichtung einer zweiten Lehrerstelle - trotz der sehr beengten Raumverhältnisse - erforderlich machte. Ab 1925 wurden bereits 64 Schüler unterrichtet, weshalb ein dritter Lehrer erforderlich war.<ref name=":1" />


1929 erfolgte endlich der lang ersehnte Neubau an dem bis heute erhaltenen Standort an der [[Schulstraße]] 70. Offiziell wurde die Schule nun nach dem Schweize Schulreformer Johann Heinrich Pestalozzi "Pestalozzischule" genannt. Bis Ende der 1930er Jahre stieg die Zahl der Schüler auf knapp 100 Schüler an. Der Höchststand wurde 1953 mit 133 Schülern erreicht. Bereits 1960 ging die Zahl der Schüler jedoch stark zurück und fiel auf 71, ehe sie 1963 bzw. 1964 wieder die Hundertermarke überstieg.<ref name=":1" />
1929 erfolgte endlich der lang ersehnte Neubau an dem bis heute erhaltenen Standort an der [[Schulstraße]] 70. Offiziell wurde die Schule nun nach dem Schweizer Schulreformer Johann Heinrich Pestalozzi ''Pestalozzischule'' genannt. Bis Ende der 1930er Jahre stieg die Zahl der Schüler auf knapp 100 Schüler an. Der Höchststand wurde 1953 mit 133 Schülern erreicht. Bereits 1960 ging die Zahl der Schüler jedoch stark zurück und fiel auf 71, ehe sie 1963 bzw. 1964 wieder die Hundertermarke überstieg.<ref name=":1" />


Der Schulunterricht fand - getrennt nach Jungen und Mädchen - in der [[Sporthalle Am Alten Siel|Sielturnhalle]] und der [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Baracke]] an der [[Kastanienallee]] statt, bis beide Räumlichkeiten ab Oktober 1938 zu Lagerräumen für Korn umfunktioniert wurden. Seit Weihnachten des Jahres wurde auch die tägliche Milchspeisung mangels Geldmitteln eingestellt.<ref name=":1" />
Der Schulunterricht fand - getrennt nach Jungen und Mädchen - in der [[Sporthalle Am Alten Siel|Sielturnhalle]] und der [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Baracke]] an der [[Kastanienallee]] statt, bis beide Räumlichkeiten ab Oktober 1938 zu Lagerräumen für Korn umfunktioniert wurden. Seit Weihnachten des Jahres wurde auch die tägliche Milchspeisung mangels Geldmitteln eingestellt.<ref name=":1" />
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Von April bis Juni 1945 diente die Schule als Nebengebäude des in der naheliegenden [[Zingelschule]] eingerichteten Lazaretts. 16 Wehrmachtshelferinnen, die für die Betreuung der Verwundeten zuständig waren, waren hier untergebracht. Der Unterricht konnte nur an der einzig freien Schule, der [[Marktschule]], durchgeführt werden.<ref name=":1" /> Da ein Teil der Räume auch 1946 bzw. 1947 noch nicht geräumt war, musste der Unterricht trotz Mangels an Lehrmaterial in der [[Gräfin-Theda-Schule]] fortgeführt werden. Erst im Februar 1947 konnte der Schulbetrieb am eigentlichen Standort wiederaufgenommen werden, jedoch gab es kein Heizmaterial. Erst ab dem 9. April 1947 konnte der reguläre Unterricht beginnen. An das Hauptgebäude wurde zudem eine Holzbaracke angebaut, um der Raumnot Herr zu werden. Auch die Schulspeisung wurde wieder aufgenommen, sodass ab 1947 bzw. 1948 jedes Kind täglich eine Mahlzeit kostenfrei zur Verfügung gestellt bekam.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 142</ref>  
Von April bis Juni 1945 diente die Schule als Nebengebäude des in der naheliegenden [[Zingelschule]] eingerichteten Lazaretts. 16 Wehrmachtshelferinnen, die für die Betreuung der Verwundeten zuständig waren, waren hier untergebracht. Der Unterricht konnte nur an der einzig freien Schule, der [[Marktschule]], durchgeführt werden.<ref name=":1" /> Da ein Teil der Räume auch 1946 bzw. 1947 noch nicht geräumt war, musste der Unterricht trotz Mangels an Lehrmaterial in der [[Gräfin-Theda-Schule]] fortgeführt werden. Erst im Februar 1947 konnte der Schulbetrieb am eigentlichen Standort wiederaufgenommen werden, jedoch gab es kein Heizmaterial. Erst ab dem 9. April 1947 konnte der reguläre Unterricht beginnen. An das Hauptgebäude wurde zudem eine Holzbaracke angebaut, um der Raumnot Herr zu werden. Auch die Schulspeisung wurde wieder aufgenommen, sodass ab 1947 bzw. 1948 jedes Kind täglich eine Mahlzeit kostenfrei zur Verfügung gestellt bekam.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 142</ref>  


Im Mai 1954 fand ein Schüler am Südabhang der [[Mennonitenlohne]] einen bearbeiteten Stein aus der Zeit der ersten nachweisbaren Besiedlung des Gebietes, sprich etwa 2.500 bis 1.800 vor Christus.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neuere Deutungen weisen jedoch daraufhin, dass dieser Stein vermutlich "nur" aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7 (Nachdruck 2001 von Gerhard Canzler, Fußnote)</ref> Der Fundort und die jüngeren Erkenntnisse lassen die Vermutung zu, dass dieser Stein dem Umfeld der [[Olde Borg]] entstammt.
Im Mai 1954 fand ein Schüler am Südabhang der [[Mennonitenlohne]] einen bearbeiteten Stein aus der Zeit der ersten nachweisbaren Besiedlung des Gebietes, sprich etwa 2.500 bis 1.800 vor Christus.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neuere Deutungen weisen jedoch daraufhin, dass dieser Stein vermutlich ''nur'' aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammt.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7 (Nachdruck 2001 von Gerhard Canzler, Fußnote)</ref> Der Fundort und die jüngeren Erkenntnisse lassen die Vermutung zu, dass dieser Stein dem Umfeld der [[Olde Borg]] entstammt.


Um 1960 trat die Bezeichnung "Sonderschule" an die Stelle der früheren Bezeichnung "Hilfsschule". Ab dem Schuljahr 1969/1970 lautete der Name der Schule offiziell "Sonderschule für Lernbehinderte". Seit 2003 bzw. 2004 lautet der Name "Förderschule". Spöttisch wird diese Schulform im Volksmund oftmals zudem "Brettergymnasium" genannt, da den Schülern vorgeworfen wird, ein sprichwörtliches Brett vor dem Kopf zu haben. Wegen Platzmangels wurde auch weiterhin auf die Räumlichkeiten der Baracke an der Schulstraße zurückgegriffen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 143</ref>
Um 1960 trat die Bezeichnung ''Sonderschule'' an die Stelle der früheren Bezeichnung ''Hilfsschule''. Ab dem Schuljahr 1969/1970 lautete der Name der Schule offiziell ''Sonderschule für Lernbehinderte''. Seit 2003 bzw. 2004 lautet der Name ''Förderschule''. Spöttisch wird diese Schulform im Volksmund oftmals zudem ''Brettergymnasium'' genannt, da den Schülern vorgeworfen wird, ein sprichwörtliches Brett vor dem Kopf zu haben. Wegen Platzmangels wurde auch weiterhin auf die Räumlichkeiten der Baracke an der Schulstraße zurückgegriffen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 143</ref>


Im Schuljahr 1964/1965 wurden die Klassen auf jeweils maximal 20 Schüler begrenzt. Zwischenzeitlich war die Schülerzahl auf 120 gestiegen. Nach der Verlängerung der Schulzeit auf neun Schuljahre erhöhte sich die Schülerzahl im Schuljahr 1967 auf 143 und die Klassenzahl auf sieben. Eine weitere Erhöhung der Schülerzahlen ging mit der Bildung eines Zweckverbandes der Stadt Norden und den umliegenden Gemeinden einher, was unter anderem die Zuweisung von Schülern für die Sonderschule aus dem gesamten Bereich vorsah. Daher begannen ab den 1980er Jahren die Pläne für einen Neubau zu reifen. Der Plan sah vor, die Hauptstufe der Sonderschule in das [[Schulzentrum Wildbahn]] zu integrieren, während die Grundstufe in der [[Grundschule Im Spiet]] eingebunden werden sollte. 1982 konnte das Vorhaben realisiert werden.<ref name=":2" />
Im Schuljahr 1964/1965 wurden die Klassen auf jeweils maximal 20 Schüler begrenzt. Zwischenzeitlich war die Schülerzahl auf 120 gestiegen. Nach der Verlängerung der Schulzeit auf neun Schuljahre erhöhte sich die Schülerzahl im Schuljahr 1967 auf 143 und die Klassenzahl auf sieben. Eine weitere Erhöhung der Schülerzahlen ging mit der Bildung eines Zweckverbandes der Stadt Norden und den umliegenden Gemeinden einher, was unter anderem die Zuweisung von Schülern für die Sonderschule aus dem gesamten Bereich vorsah. Daher begannen ab den 1980er Jahren die Pläne für einen Neubau zu reifen. Der Plan sah vor, die Hauptstufe der Sonderschule in das [[Schulzentrum Wildbahn]] zu integrieren, während die Grundstufe in der [[Grundschule Im Spiet]] eingebunden werden sollte. 1982 konnte das Vorhaben realisiert werden.<ref name=":2" />