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==Verlauf==
==Verlauf==
Schon kurz nach Kriegsbeginn begann man, die Schüler der [[Liste der Schulen im Stadtgebiet|Norder Schulen]] und des Umlands zu Erntearbeiten heranzuziehen, da viele der Landarbeiter kriegsbedingt nicht verfügbar waren. Auch durch Einquartierung von Soldaten, wie im Falle der [[Itzendorfer Schule]], wo Soldaten zur Bewachung der Funkstation [[Norddeich Radio]] abgestellt waren, kam der Schulunterricht gehäuft zum Erliegen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 60</ref> Zur Rationierung der knapper werden Rohstoffe und Lebensmittel wurden Bezugskarten eingeführt und jedermann nur ein gewisses Kontigent als persönlicher Bedarf zugeteilt. In all der Not hielten die Norder jedoch zusammen, insbesondere die Frauen der im Feld stehenden Soldaten veranstalteten Wohltätigkeitsveranstaltungen u.ä., um mit den Erlösen ihre Männer zu unterstützen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 61</ref>
Wie überall im Deutschen Reich ziehen auch in Norden die Soldaten begeistert ins Feld und gehen in ihrer patriotischen Naivität davon aus, bis Weihnachten wieder zuhause zu sein. Noch am Abend der deutschen Kriegserklärung gibt der [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesische Kurier]] ein Extrablatt heraus, das von zahlreichen Norder Bürgern am damaligen Sitz der Zeitung - dem [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] - begeistert in Empfang genommen wird. Die Menge stimmt das patriotische Lied ''Die Wacht am Rhein'' an und bejubelt den Kriegsausbruch.<ref name=":1">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 14</ref>


Einen ersten (und wahrscheinlich auch einzigen) ''Feindkontakt'' gab es am 8. Januar 1916. Seeseits des Deichs, nahe des [[Roter Pfahl|Roten Pfahls]], stürzte ein Wasserflugzeug ab. Der Pilot wurde zunächst gerettet, verstarb jedoch später an seinen Verletzungen. Sein Begleiter ertrank noch in den Fluten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 62</ref>
Schon wenige Woche nach Kriegsbeginn werden die Schüler der [[Liste der Schulen im Stadtgebiet|Norder Schulen]] und des Umlands zu Erntearbeiten herangezogen, da viele der Landarbeiter kriegsbedingt nicht verfügbar waren. Auch durch Einquartierung von Soldaten, wie im Falle der [[Itzendorfer Schule]], wo Soldaten zur Bewachung der Funkstation [[Norddeich Radio]] abgestellt waren, kam der Schulunterricht gehäuft zum Erliegen.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 60</ref> Schon einen Monat nach Kriegsbeginn druckt der Kurier die ersten Todesanzeige gefallener Norder Soldaten.<ref name=":1" /> Zur Rationierung der knapper werden Rohstoffe und Lebensmittel wurden schon ab 1915 Bezugskarten eingeführt und jedermann nur ein gewisses Kontigent als persönlicher Bedarf zugeteilt.<ref name=":1" /><ref name=":2" /> In all der Not hielten die Norder jedoch zusammen, insbesondere die Frauen der im Feld stehenden Soldaten veranstalteten Wohltätigkeitsveranstaltungen u.ä., um mit den Erlösen ihre Männer zu unterstützen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 61</ref>


Je länger der Krieg andauerte, umso schwieriger wurde die Versorungslage der Zivilbevölkerung. Insbesondere in dem strengen Winter der Kriegsjahre 1917 und 1918 litten die Norder unter dem Kohlemangel. Besonders schwerwiegend war dies für die ärmeren Schichten, die sich kaum die horrenden Preise für dieses knappe Gut leisten konnten. Der Schulunterricht an allen höheren Schulen wurden auf höchste Anordnung der kaiserlichen Regierung in Berlin geschlossen, vor allem auch, um den allgemeinen Kohlebedarf zu senken.<ref name=":0" />
Einen ersten (und wahrscheinlich auch einzigen) ''Feindkontakt'' in Norden gab es am 8. Januar 1916. Seeseits des Deichs, nahe des [[Roter Pfahl|Roten Pfahls]], stürzte ein Wasserflugzeug ab. Der Pilot wurde zunächst gerettet, verstarb jedoch später an seinen Verletzungen. Sein Begleiter ertrank noch in den Fluten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 62</ref>
 
Je länger der Krieg andauerte, umso schwieriger wurde die Versorungslage der Zivilbevölkerung. Insbesondere in dem strengen Winter der Kriegsjahre 1917 und 1918 litten die Norder unter dem Kohlemangel.<ref name=":0" /> Bereits der Winter 1916 ging als ''Steckrübenwinter'' in die Norder Geschichte ein, da Steckrüben wegen schlechter Kartoffelernten über die bitterste Not hinweghelfen mussten.<ref name=":1" /> Besonders schwerwiegend war dies für die ärmeren Schichten, die sich kaum die horrenden Preise für dieses knappe Gut leisten konnten. Der Schulunterricht an allen höheren Schulen wurden auf höchste Anordnung der kaiserlichen Regierung in Berlin geschlossen, vor allem auch, um den allgemeinen Kohlebedarf zu senken.<ref name=":0" />


Im letzten Kriegsjahr kam es gehäuft zu Hamsterfahrten von Menschen aus dem Rheinland und Westfalen, die versuchten, sich bei den reichen [[Marsch|Marschbauern]], die anders als der große Rest der Bevölkerung, noch ausreichend Vorräte hatten, die sie horteten und meist nicht bereit waren, zu teilen. Diese Hamsterfahrten setzten sich noch bis 1920 fort.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 63</ref>
Im letzten Kriegsjahr kam es gehäuft zu Hamsterfahrten von Menschen aus dem Rheinland und Westfalen, die versuchten, sich bei den reichen [[Marsch|Marschbauern]], die anders als der große Rest der Bevölkerung, noch ausreichend Vorräte hatten, die sie horteten und meist nicht bereit waren, zu teilen. Diese Hamsterfahrten setzten sich noch bis 1920 fort.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 63</ref>


In den unsicheren Zeiten nach dem Krieg entstand in [[Westermarsch]] eine [[Bürgerwehr]], die jedoch nicht lange Bestand hatte.
In den unsicheren Zeiten nach dem Krieg entstand in der [[Westermarsch]] eine [[Bürgerwehr]], die jedoch nicht lange Bestand hatte.


==Einzelnachweise==
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