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Die '''Norder Lichtspiele''' (ehemals: ''Frisia Lichtspiele'') | Die '''Norder Lichtspiele''' (ehemals: ''Frisia Lichtspiele'') waren ein im rückwärtigen (östlichen) Teil des [[Hotel Reichshof|Reichshofs]] befindliches Kino. | ||
== Geschichte == | |||
1906 erwarb [[Wilhelm Bay]] das damals noch als Hotel Frisia bezeichnete Hotel am [[Neuer Weg]] 53, aus dem später der [[Hotel Reichshof|Reichshof]] wurde und erwarb das an den Reichshof grenzende, östliche Grundstück an der [[Doornkaatlohne]]. Hier ließ er einen großen Saal mit Bühner für Theateraufführungen bauen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 129</ref> 1918 erwirbt [[Hans Röhr]] den Gebäudekomplex und richtet hier ein Kino ein, das er nach dem Namen des Hotels ''Frisia Lichtspiele'' nennt. ''Lichtspiele'' bzw. ''Lichtspielhaus'' waren damalige Bezeichnungen für ein Kino.<ref name=":1">[http://www.allekinos.com/NORDENLichtspiele.htm Informationen zu den Norder Lichtspielen], abgerufen am 17. Juni 2021</ref> Um 1920/1921 erwerben [[Karl Zicke]] und seine Frau [[Ella Zicke]] das Hotel, ab 1925 übernehmen sie auch auch das Kino.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> | |||
Nach dem Tode von Karl ließ seine Witwe im Jahre 1939 den nicht mehr zeitgemäßen Saal abreißen und mit Hilfe der inzwischen verstaatlichten ''Universum Film AG'' (UFA) einen Neubau mit 600 Sitzplätzen errichten. Nach einer kurzen Zwangspause nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] konnte der Filmbetrieb wieder aufgenommen werden. Ähnlich wie in anderen Städten führte der Brennstoffmangel der Nachkriegszeit zu erheblichen Schwierigkeiten, sodass die Zuschauer außer Geld für die Eintrittskarte auch Brennmaterial mitbringen mussten.<ref name=":1" /> | |||
In den 1960er Jahren gingen die Zuschauerzahlen stark zurück, was wohl vor allem mit der stärker werdenden Verbreitung privater Fernsehgeräte zusammenhing. Am 9. September 1963 fand in den ''Norder Lichtspielen'' die letzte Filmvorführung statt. Ella Zicke und ihr Sohn Otto verkauften den Saal an die Firma [[Doornkaat]], die diesen als Lagerraum nutze. 1985 kauften die Eigentümer des auf dem vorderen Grundstücksteil befindlichen Hotels und Restaurants Reichshof Franke den ehemaligen Kinosaal auf und bauten ihn zum Veranstaltungssaal mit Bühne aus. Auch der Kronleuchter, der zuvor im Kino hing, kehrte wieder an seinen alten Platz zurück. Der Saal ist heutzutage äußerlich sowie innerlich als ehemaliges Lichtspieltheater erkennbar.<ref name=":1" /> | |||
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Version vom 17. Juni 2021, 08:47 Uhr
Norder Lichtspiele | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1918 (1939) | |||||||
| Erbauer | Carl Garbe | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | Neuer Weg 53
26506 Norden | |||||||
Die Norder Lichtspiele (ehemals: Frisia Lichtspiele) waren ein im rückwärtigen (östlichen) Teil des Reichshofs befindliches Kino.
Geschichte
1906 erwarb Wilhelm Bay das damals noch als Hotel Frisia bezeichnete Hotel am Neuer Weg 53, aus dem später der Reichshof wurde und erwarb das an den Reichshof grenzende, östliche Grundstück an der Doornkaatlohne. Hier ließ er einen großen Saal mit Bühner für Theateraufführungen bauen.[1] 1918 erwirbt Hans Röhr den Gebäudekomplex und richtet hier ein Kino ein, das er nach dem Namen des Hotels Frisia Lichtspiele nennt. Lichtspiele bzw. Lichtspielhaus waren damalige Bezeichnungen für ein Kino.[2] Um 1920/1921 erwerben Karl Zicke und seine Frau Ella Zicke das Hotel, ab 1925 übernehmen sie auch auch das Kino.[1][2]
Nach dem Tode von Karl ließ seine Witwe im Jahre 1939 den nicht mehr zeitgemäßen Saal abreißen und mit Hilfe der inzwischen verstaatlichten Universum Film AG (UFA) einen Neubau mit 600 Sitzplätzen errichten. Nach einer kurzen Zwangspause nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte der Filmbetrieb wieder aufgenommen werden. Ähnlich wie in anderen Städten führte der Brennstoffmangel der Nachkriegszeit zu erheblichen Schwierigkeiten, sodass die Zuschauer außer Geld für die Eintrittskarte auch Brennmaterial mitbringen mussten.[2]
In den 1960er Jahren gingen die Zuschauerzahlen stark zurück, was wohl vor allem mit der stärker werdenden Verbreitung privater Fernsehgeräte zusammenhing. Am 9. September 1963 fand in den Norder Lichtspielen die letzte Filmvorführung statt. Ella Zicke und ihr Sohn Otto verkauften den Saal an die Firma Doornkaat, die diesen als Lagerraum nutze. 1985 kauften die Eigentümer des auf dem vorderen Grundstücksteil befindlichen Hotels und Restaurants Reichshof Franke den ehemaligen Kinosaal auf und bauten ihn zum Veranstaltungssaal mit Bühne aus. Auch der Kronleuchter, der zuvor im Kino hing, kehrte wieder an seinen alten Platz zurück. Der Saal ist heutzutage äußerlich sowie innerlich als ehemaliges Lichtspieltheater erkennbar.[2]