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Als ältester Besitzer des Gebäudes ist der Drost [[Ulrich Harringa]] für das Jahr 1606 urkundlich nachweisbar, dem u.a. auch der [[Hof Selden Rüst]] in [[Westgaste]] zugerechnet wird.<ref name=":1">[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8800.1&object=tx%7C3170.8800.1 Das Vossenhus in Norden], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Dieser hat das Gebäude jedoch offenbar bereits 1605 an seinen Schwager, den Norder Bürgermeister [[Otto Loringa]], überlassen. Auch wird ein [[Heye Beners]] als Besitzer in diesem Zeitraum genannt.<ref name=":0" /> Die genauen Besitzverhältnisse bleiben daher unklar.
Als ältester Besitzer des Gebäudes ist der Drost [[Ulrich Harringa]] für das Jahr 1606 urkundlich nachweisbar, dem u.a. auch der [[Hof Selden Rüst]] in [[Westgaste]] zugerechnet wird.<ref name=":1">[https://www.norden.de/index.php?ModID=7&FID=3170.8800.1&object=tx%7C3170.8800.1 Das Vossenhus in Norden], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Dieser hat das Gebäude jedoch offenbar bereits 1605 an seinen Schwager, den Norder Bürgermeister [[Otto Loringa]], überlassen. Auch wird ein [[Heye Beners]] als Besitzer in diesem Zeitraum genannt.<ref name=":0" /> Die genauen Besitzverhältnisse bleiben daher unklar.


Im Jahre 1616 stand das Haus, genannt ''de Valke,'' laut einer Steuerliste Eigentum im [[Jobst Warner Conring]].<ref name=":1" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 192</ref> Jobst war der erste einer langen Reihe von Landrentmeistern (oberster Finanzverwalter) der Ostfriesischen Stände und ein Vetter des [[Hermann Conring]]. Wie das Haus in seinen Besitz gelangte, ist unbekannt. Er veräußerte es bereits am 4. Oktober 1632 wieder an einen unbekannten Käufer.<ref name=":1" /> Laut Kaufvertrag gehörten noch 19 [[Diemat]] Land zum Anwesen.<ref name=":2" />
Im Jahre 1616 stand das Haus, genannt ''de Valke,'' laut einer Steuerliste im Eigentum von [[Jobst Warner Conring]].<ref name=":1" /><ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 192</ref> Conring war der erste einer langen Reihe von Landrentmeistern (oberster Finanzverwalter) der Ostfriesischen Stände und ein Vetter des [[Hermann Conring]]. Wie das Haus in seinen Besitz gelangte, ist unbekannt. Er veräußerte es bereits am 4. Oktober 1632 wieder an einen unbekannten Käufer.<ref name=":1" /> Laut Kaufvertrag gehörten noch 19 [[Diemat]] Land zum Anwesen.<ref name=":2" />


Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt das Gebäude in den Besitz des [[Reiner Christoph Voss]]. Nach dessen Tode erbte sein Sohn [[Johann Christoph Voss]] den Besitz und ließ das Haus samt Garten, Scheune und Packraum anno 1770 auf seinen Namen eintragen. Seine Witwe erweiterte den Besitz 1784, was von einem wirtschaftlichen Wohlergehen der Kaufmanns- und Weinhändlerfamilie zeugt. Ihr Sohn, der Weinhändler [[Lambert Voss]], richtete 1781 in dem damaligen Giebelhaus einen Gasthof ein. Badegäste auf der Weiterreise nach Norderney konnten von nun an im ''Vossenhus'' übernachteten.<ref name=":1" /> Lambert ließ auch die Sandsteintafel mit dem Fuchs (niederdeutsch: Voss) an dem Gebäude anbringen.<ref name=":0" /> 1816 wurde den Heimkehrern des Ostfriesischen Landwehrregiments hier nach dem Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo von Bürgermeister [[Peter Conerus]] die sogenannte ''Ligny-Fahne'', benannt nach der Schlacht bei Ligny (Belgien) sowie einen symbolischen Lorbeerenkranz für ihren Sieg überreicht. Die Inschrift lautete: ''"Ligny-Waterloo. Den tapferen Söhnen des Vaterlandes zum herzlichen Willkommen"''.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 58</ref>
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangt das Gebäude in den Besitz des [[Reiner Christoph Voss]]. Nach dessen Tode erbte sein Sohn [[Johann Christoph Voss]] den Besitz und ließ das Haus samt Garten, Scheune und Packraum anno 1770 auf seinen Namen eintragen. Seine Witwe erweiterte den Besitz 1784, was von einem wirtschaftlichen Wohlergehen der Kaufmanns- und Weinhändlerfamilie zeugt. Ihr Sohn, der Weinhändler [[Lambert Voss]], richtete 1781 in dem damaligen Giebelhaus einen Gasthof ein. Badegäste auf der Weiterreise nach Norderney konnten von nun an im ''Vossenhus'' übernachteten.<ref name=":1" /> Lambert ließ auch die Sandsteintafel mit dem Fuchs (niederdeutsch: Voss) an dem Gebäude anbringen.<ref name=":0" /> 1816 wurde den Heimkehrern des Ostfriesischen Landwehrregiments hier nach dem Sieg über Napoleon bei der Schlacht von Waterloo von Bürgermeister [[Peter Conerus]] die sogenannte ''Ligny-Fahne'', benannt nach der Schlacht bei Ligny (Belgien) sowie einen symbolischen Lorbeerenkranz für ihren Sieg überreicht. Die Inschrift lautete: ''"Ligny-Waterloo. Den tapferen Söhnen des Vaterlandes zum herzlichen Willkommen"''.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 58</ref>