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Die Restaurierung wurde in den ersten dreieinhalb Jahren ausschließlich von kaum oder gar nicht deutschsprechenden Zuwanderern aus Weißrussland geleistet, die aus verschiedenen Berufssparten kommend, in einer Maßnahme nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) von der Kreisvolkshochschule betreut und eingesetzt wurden. Der Zuwandererstrom aus den östlichen Ländern ließ 1997 nach, die BSHG-Gruppen wurden kleiner und so musste ab 1998 mit Unterstützung des Arbeitsamtes in mehreren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Restaurierung weitergeführt werden. Baumaßnahmen an der Dachkonstruktion, Klempnerarbeiten, Sandsteinarbeiten, der technische Ausbau, wurden von hiesigen Firmen ausgeführt. Die Bleiverglasung in den halbachsigen Fenstern und den Kreuzstock-Fenstern, typische Merkmale der Renaissance, wurden von einer Künstlerin aus Lettland gefertigt und von ABM-Kräften eingebaut. 2000 wurden die Arbeiten abgeschlossen.<ref name=":1" />
Die Restaurierung wurde in den ersten dreieinhalb Jahren ausschließlich von kaum oder gar nicht deutschsprechenden Zuwanderern aus Weißrussland geleistet, die aus verschiedenen Berufssparten kommend, in einer Maßnahme nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) von der Kreisvolkshochschule betreut und eingesetzt wurden. Der Zuwandererstrom aus den östlichen Ländern ließ 1997 nach, die BSHG-Gruppen wurden kleiner und so musste ab 1998 mit Unterstützung des Arbeitsamtes in mehreren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Restaurierung weitergeführt werden. Baumaßnahmen an der Dachkonstruktion, Klempnerarbeiten, Sandsteinarbeiten, der technische Ausbau, wurden von hiesigen Firmen ausgeführt. Die Bleiverglasung in den halbachsigen Fenstern und den Kreuzstock-Fenstern, typische Merkmale der Renaissance, wurden von einer Künstlerin aus Lettland gefertigt und von ABM-Kräften eingebaut. 2000 wurden die Arbeiten abgeschlossen.<ref name=":1" />


Das Haus ist mit drei großen Räumen unterkellert, die mit backsteinsichtigen Wänden und Tonnengewölben umgrenzt sind. Der Fußboden ist mit großen Klosterformatsteinen gepflastert. Im Erdgeschoss dominiert ein 100 qm und 5,10 m hoher Saal, mit einer Reihe bleiverglaster Fenster und einem neu errichteten Sandsteinkamin. Die Bodenfläche ist mit alten Tonbodenplatten ausgelegt und die 1792 abgesenkte Holzbalkendecken aus 400 Jahre alten Eichenbalken befindet sich wieder in ihrer um 50 cm höheren Position. Die Besonderheiten dieser Decke ist die sogenannte Mutter/Kind-Konstruktion (tragende Deckenbalken mit kleineren Querbalken) und aufgelegten Backsteinen als ursprünglich vorgesehener Brandschutz. Der nördliche Teil des Hauses ist zweigeschossig, mit einer Eingangssituation mit Kaminanlage und Bremer Floren ausgelegt.<ref name=":1" />
Das Haus ist mit drei großen Räumen unterkellert, die mit backsteinsichtigen Wänden und Tonnengewölben umgrenzt sind. Der Fußboden ist mit großen [[Klosterformat|Klosterformatsteinen]] gepflastert. Im Erdgeschoss dominiert ein 100 qm und 5,10 m hoher Saal, mit einer Reihe bleiverglaster Fenster und einem neu errichteten Sandsteinkamin. Die Bodenfläche ist mit alten Tonbodenplatten ausgelegt und die 1792 abgesenkte Holzbalkendecken aus 400 Jahre alten Eichenbalken befindet sich wieder in ihrer um 50 cm höheren Position. Die Besonderheiten dieser Decke ist die sogenannte Mutter/Kind-Konstruktion (tragende Deckenbalken mit kleineren Querbalken) und aufgelegten Backsteinen als ursprünglich vorgesehener Brandschutz. Der nördliche Teil des Hauses ist zweigeschossig, mit einer Eingangssituation mit Kaminanlage und Bremer Floren ausgelegt.<ref name=":1" />


Im Obergeschoss befindet sich ein großer Raum, wohl der damalige private Bereich der Familie zu Inn- und Knyphausen, mit Kaminanlage, Butzenwänden, Eichendielen und einer alten Eichenbalkendecke. Der Dachboden zeigt sich wieder in seiner vollen Raumgröße in einer Eichenholzkonstruktion als sogenannter „liegender Dachstuhl“. Die Dachflächen erhielten wieder die ursprüngliche Dacheindeckung mit alten Tonhohlpfannen mit Muschelkalkverstrich.
Im Obergeschoss befindet sich ein großer Raum, wohl der damalige private Bereich der Familie zu Inn- und Knyphausen, mit Kaminanlage, Butzenwänden, Eichendielen und einer alten Eichenbalkendecke. Der Dachboden zeigt sich wieder in seiner vollen Raumgröße in einer Eichenholzkonstruktion als sogenannter „liegender Dachstuhl“. Die Dachflächen erhielten wieder die ursprüngliche Dacheindeckung mit alten Tonhohlpfannen mit Muschelkalkverstrich.
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== Beschreibung ==
== Beschreibung ==


Das Gebäude steht giebelständig in Richtung [[Marktplatz]]. Im vorderen Bereich ist es einstöckig, im hinteren zweistöckig. Dieser Bereich ist selbst bei Veranstaltungen nicht öffentlich zugänglich. Das Bauwerk ist insgesamt 22 Meter lang und 8,20 Meter breit. Die Außenmauern sind zwischen 50 und 70 Zentimeter dick, bestehen aus Backsteinen im Klosterformat im Vollmauerwerk.<ref name=":1" />
Das Gebäude steht giebelständig in Richtung [[Marktplatz]]. Im vorderen Bereich ist es einstöckig, im hinteren zweistöckig. Dieser Bereich ist selbst bei Veranstaltungen nicht öffentlich zugänglich. Das Bauwerk ist insgesamt 22 Meter lang und 8,20 Meter breit. Die Außenmauern sind zwischen 50 und 70 Zentimeter dick, bestehen aus Backsteinen im [[Klosterformat]] im Vollmauerwerk.<ref name=":1" />


Der zum Markt zeigende Giebel ist mit Sandsteinbändern, sogenannten Specklagen, sehr aufwendig gestaltet. Architektonisch herausragend ist zudem der große Saal, der heute für Veranstaltungen genutzt wird und der im Zuge der Restaurierung sein ursprüngliches Aussehen wiedererlangt hat. Er ist etwa 13 x 6,5 Meter groß. Die Giebelwand zum Wand wird durch zwei hohe Kreuzstockfenster akzentuiert, dazwischen befindet sich der Kamin. Der Fußboden besteht aus sogenannten Plaveuzen (antike Bodenbeläge).<ref name=":0" /> Es handelt sich um sogenannte  Bremer Floren, größere Back- oder Bruchsteine, die ursprünglich aus Bremen stammen sowie größere Tonplatten.<ref name=":1" />
Der zum Markt zeigende Giebel ist mit Sandsteinbändern, sogenannten Specklagen, sehr aufwendig gestaltet. Architektonisch herausragend ist zudem der große Saal, der heute für Veranstaltungen genutzt wird und der im Zuge der Restaurierung sein ursprüngliches Aussehen wiedererlangt hat. Er ist etwa 13 x 6,5 Meter groß. Die Giebelwand zum Wand wird durch zwei hohe Kreuzstockfenster akzentuiert, dazwischen befindet sich der Kamin. Der Fußboden besteht aus sogenannten Plaveuzen (antike Bodenbeläge).<ref name=":0" /> Es handelt sich um sogenannte  Bremer Floren, größere Back- oder Bruchsteine, die ursprünglich aus Bremen stammen sowie größere Tonplatten.<ref name=":1" />