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Bis zu den großen Deicheinbrüchen und Sturmfluten im 14. Jahrhundert verlief das Norder Tief bedeutend weiter nördlich, ungefähr entlang der heutigen Straßenzüge [[Utlandshörn (Straße)|Utlandshörn]] und [[Westermarscher Straße]], wo in früheren Jahren auch eine Deichlinie verlief. Von der Einmündung an der [[Leybucht]] bis zum Stadtkern wurde dieser Fluss, eine eiszeitliche Schmelzwasserrinne, "Leide" genannt. Diese Bezeichnung entstammt dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie "(Wasser-)Leitung". Im Laufe der Jahrhundert wurde daraus "Ley". Der Ausfall des "d" nach dem Tonvokal ist eine häufige Erscheinung im Niederdeutschen. Die Leybucht erhielt ihren Namen damit (über Umwege) vom Norder Tief.
Bis zu den großen Deicheinbrüchen und Sturmfluten im 14. Jahrhundert verlief das Norder Tief bedeutend weiter nördlich, ungefähr entlang der heutigen Straßenzüge [[Utlandshörn (Straße)|Utlandshörn]] und [[Westermarscher Straße]], wo in früheren Jahren auch eine Deichlinie verlief. Von der Einmündung an der [[Leybucht]] bis zum Stadtkern wurde dieser Fluss, eine eiszeitliche Schmelzwasserrinne, "Leide" genannt. Diese Bezeichnung entstammt dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie "(Wasser-)Leitung". Im Laufe der Jahrhundert wurde daraus "Ley". Der Ausfall des "d" nach dem Tonvokal ist eine häufige Erscheinung im Niederdeutschen. Die Leybucht erhielt ihren Namen damit (über Umwege) vom Norder Tief.


Nach den katastrophalen Sturmfluten im 14. Jahrhundert dehnte sich die Leybucht aus und reichte im Norden nun bis an die alte Deichlinie von Westermarsch. Durch die Fluten und damit einhergehende Landeinbrüche bildeten neue Fahrwasserrinnen. Nachdem der Leybucht über die folgenden Jahrhunderte immer wieder Land durch Eindeichungen entronnen wurde, entstand in etwa der heutige Flussverlauf. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder begradigt oder in seinem Verlauf geändert, zuletzt Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Vergleich mit der preußischen Grundkarte von ca. 1895 mit heutigen Karten ist die Begradigung deutlich erkennbar. Diese Begradigungen entstanden nicht nur durch Landgewinn als Mittel zum Zweck, sondern sollten vor allem auch dem besseren Vorankommen der Schiffe und Kähne, die das Tief befuhren, dienen. Bedeutende Änderungen des Wasserverlaufs wurden im Jahre 1751 mit der Durchgrabung des [[Hayen Hochmoor|Hayen Hochmoores]] sowie 1771 im Rahmen der Planungen zum (wegen zu hoher Kosten nicht erfolgten) Baus eines Sieles nahe [[Pekelhering]] durchgeführt. Auch in den Jahren 1783, 1804, 1840 und 1878 soll der Gewässerverlauf geändert worden sein.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 77</ref>
Nach den katastrophalen Sturmfluten im 14. Jahrhundert dehnte sich die Leybucht aus und reichte im Norden nun bis an die alte Deichlinie von Westermarsch. Durch die Fluten und damit einhergehende Landeinbrüche bildeten neue Fahrwasserrinnen. Nachdem der Leybucht über die folgenden Jahrhunderte immer wieder Land durch Eindeichungen entronnen wurde, entstand in etwa der heutige Flussverlauf. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder begradigt oder in seinem Verlauf geändert, so etwa um 1600, als der Verlauf des Galgentiefs nahe der [[Brückstraße]] etwas weiter südlich gelegt wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 174</ref>
 
Die letzte Verlaufsänderung zuletzt Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Vergleich mit der preußischen Grundkarte von ca. 1895 mit heutigen Karten ist die Begradigung deutlich erkennbar. Diese Begradigungen entstanden nicht nur durch Landgewinn als Mittel zum Zweck, sondern sollten vor allem auch dem besseren Vorankommen der Schiffe und Kähne, die das Tief befuhren, dienen. Bedeutende Änderungen des Wasserverlaufs wurden im Jahre 1751 mit der Durchgrabung des [[Hayen Hochmoor|Hayen Hochmoores]] sowie 1771 im Rahmen der Planungen zum (wegen zu hoher Kosten nicht erfolgten) Baus eines Sieles nahe [[Pekelhering]] durchgeführt. Auch in den Jahren 1783, 1804, 1840 und 1878 soll der Gewässerverlauf geändert worden sein.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 77</ref>


Bis zum Aufblühen des [[Norddeicher Hafen|Norddeicher Hafens]] war das Tief Nordens einzige Anbindung an das Meer und Grundlage für den viele Jahrhunderte währenden, durch Handel geschaffenen Wohlstand.
Bis zum Aufblühen des [[Norddeicher Hafen|Norddeicher Hafens]] war das Tief Nordens einzige Anbindung an das Meer und Grundlage für den viele Jahrhunderte währenden, durch Handel geschaffenen Wohlstand.