Jacob Martini: Unterschied zwischen den Versionen
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Geboren als Sohn des Pfarrers Adam Martini, immatrikulierte er sich am 21. April 1587 an der Universität Wittenberg und wechselte am 10. Februar 1590 an die Universität Helmstedt. An der neu gegründeten Akademie machte er sich unter Cornelius Martini im philosophischen Studium mit Aristoteles vertraut. Er kehrte zurück nach Wittenberg, wo er 1593 den akademischen Grad eines Magisters erwarb. Unter Polykarp Leyser dem Älteren und Ägidius Hunnius dem Älteren erhielt er einen Einblick in das Theologiestudium und nahm 1597 eine Stelle als Lehrer in Norden an, wo er auch | Geboren als Sohn des Pfarrers Adam Martini, immatrikulierte er sich am 21. April 1587 an der Universität Wittenberg und wechselte am 10. Februar 1590 an die Universität Helmstedt. An der neu gegründeten Akademie machte er sich unter Cornelius Martini im philosophischen Studium mit Aristoteles vertraut. Er kehrte zurück nach Wittenberg, wo er 1593 den akademischen Grad eines Magisters erwarb. Unter Polykarp Leyser dem Älteren und Ägidius Hunnius dem Älteren erhielt er einen Einblick in das Theologiestudium und nahm 1597 eine Stelle als Lehrer in Norden an, wo er auch ab 1599 auch Superintendent der [[Ludgerigemeinde Norden|Ludgerigemeinde]] wurde. Seine Lehrstelle trat er dabei erst mit etwas Verspätung an, da im genannten Jahr eine bis in den Dezember des Jahres wütende [[Pestepidemie 1597|Pestepidemie]] in der Stadt grassierte.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 67</ref> | ||
1602 wurde Martini in Wittenberg die Professur für Logik und Metaphysik übertragen. In dieser ordnete er alles Wissen dem Geist lutherischer Orthodoxie unter. Dadurch erwuchs steigendes Interesse an der Metaphysik, deren lutherische Gestalt er wesentlich mitprägte, und öffnete sich der instrumentalistischen Logiktheorie von Giacomo Zabarella. Die Begründung der protestantischen Schulmetaphysik vollzog sich unter Anpassung an die Neuscholastik, wie sie sich in der posttridentinischen katholischen Kirche, vor allem von Francisco Suárez, entwickelt hatte. Aus dem akademischen Lehrbetrieb gingen Martinis "Theorematum metaphysicorum exercitationes quatuordecim, continentes universam Metaphysicam in formam scientiae compendiose redactam" hervor. | 1602 wurde Martini in Wittenberg die Professur für Logik und Metaphysik übertragen. In dieser ordnete er alles Wissen dem Geist lutherischer Orthodoxie unter. Dadurch erwuchs steigendes Interesse an der Metaphysik, deren lutherische Gestalt er wesentlich mitprägte, und öffnete sich der instrumentalistischen Logiktheorie von Giacomo Zabarella. Die Begründung der protestantischen Schulmetaphysik vollzog sich unter Anpassung an die Neuscholastik, wie sie sich in der posttridentinischen katholischen Kirche, vor allem von Francisco Suárez, entwickelt hatte. Aus dem akademischen Lehrbetrieb gingen Martinis "Theorematum metaphysicorum exercitationes quatuordecim, continentes universam Metaphysicam in formam scientiae compendiose redactam" hervor. | ||
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==Literatur== | ==Literatur== | ||
Sparn, Walter (1993): Martini, Jakob. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Herzberg, S | Sparn, Walter (1993): Martini, Jakob. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Herzberg, S 944-946 | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||