Große Neustraße 13: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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==Große Neustraße 13==
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26506 Norden
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Das Haus '''Große Neustraße 13''' ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der [[Große Neustraße|Großen Neustraße]]. Seit 1990 gehört es zum [[Kunstkreis|Kunstkreis Norden]], das hier das "Norder Kunsthaus" eingerichtet hat.
An der '''Großen Neustraße 13''' befindet sich ein denkmalgeschütztes Gebäude aus der Zeit um 1580.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref> Es gehört seit 1989 dem [[Kunstkreis|Norder Kunstverein]], weshalb es auch als ''Kunsthaus'' bezeichnet wird.
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==Geschichte==
Wann genau und wem das Gebäude errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit SIcherheit sagen, im Kern stammt es jedoch in jedem Fall aus dem späten 16. Jahrhundert.<ref name=":0" /><ref name=":2" /> Bei den Ziegelsteinen handelt es sich um sogenannte [[Klosterformat|Klosterformatsteine]].<ref name=":0" /> Ihren Namen hat dieser Steintypus erhalten, weil vor allem die Klöster der Zisterzienser (Benediktiner) bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.<ref>[https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2009/3/backstein-ist-nicht-gleich-backstein.php Backstein ist nicht gleich Backstein], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Auch die Dachbalken stammen aus dieser Zeit und wurden wohl im Lütetsburger Forst geschlagen. Die Verwendung dieser auch als Krummhölzer bezeichneten Balken, die so auch beim Bau des [[Altes Rathaus|Altes Rathauses]] zum Einsatz kamen, sind ein weiterer Hinweis auf eine Entstehung im 16. Jahrhundert.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 129</ref>


==Geschichte==
Im Wesentlichen stammt der gesamte hintere Gebäudeteil jedoch aus dem 17. Jahrhundert.<ref name=":3" /> Der Frontgiebel wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert; er erhielt eine neue Backsteinverblendung sowie Schiebefenster, sandsteinerne Voluten (schneckenförmige Spiralen) am Giebelfuß und eine sandsteinerne Giebelkrönung. Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1812.<ref name=":1">[https://www.ostfriesland.travel/sehenswuerdigkeiten/sehenswuerdigkeit/kunsthaus-norden-norden-norddeich Beschreibung auf Ostfriesland.travel], abgerufen am 10. Mai 2021</ref> 1921 wurden im Erdgeschoss des Frontgiebels große Schaufenster eingebaut.<ref name=":0" />
Das unterkellerte Gebäude besteht im Kern aus dem 16. Jahrhundert stammen. Bei den Ziegelsteinen handelt es sich um sogenannten Klostersteine.<ref name=":0" /> Ihren Namen hat dieser Steintypus erhalten, weil u.a. die Klöster der Zisterzienser bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.<ref>[https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2009/3/backstein-ist-nicht-gleich-backstein.php Backstein ist nicht gleich Backstein], abgerufen am 4. Mai 2021</ref> Auch die Dachbalken stammen aus dieser Zeit.<ref name=":0" />


Der Frontgiebel wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert. Er erhielt eine neue Backsteinverblendung sowie Schiebefenster, sandsteinerne Voluten (schneckenförmige Spiralen) am Giebelfuß und eine sandsteinerne Giebelkrönung.<ref name=":0" /> Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1812.<ref name=":1">[https://www.ostfriesland.travel/sehenswuerdigkeiten/sehenswuerdigkeit/kunsthaus-norden-norden-norddeich Beschreibung auf Ostfriesland.travel], abgerufen am 10. Mai 2021</ref> 1921 wurden im Erdgeschoss des Frontgiebels große Schaufenster eingebaut.<ref name=":0" />
Von August 1883 bis zur Fertigstellung des Neubaus an der [[Große Neustraße 1|Großen Neustraße 1]] gut 20 Jahre später war das Gebäude Sitz der [[Sparkasse Aurich-Norden|Stadtsparkasse Norden]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 107</ref> 1989 wurde das Gebäude vom [[Kunstkreis|Norder Kunstkreis]] erworben.<ref name=":0" /><ref name=":2">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97</ref> Ein Jahr später begann man mit einer umfangreichen Restaurierung unter Beratung des Hans-Heinrich von Oppeln, der bereits maßgeblich an der Rettung des [[Vossenhus]] beteiligt war.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 182f.</ref> Dabei konnte die vorgenannte Datierung des Baus vorgenommen werden. Bei der Renovierung wurde großen Wert auf eine ursprüngliche Rekonstruktion des Bestandsbaus gelegt worden, unter anderem wurde auf zeitgenössische Baumaterialien wie Muschelkalk zurückgegriffen.<ref name=":3" />


1990 wurde das Gebäude vom [[Kunstkreis|Norder Kunstkreis]] erworben. Ein Jahr später begann man mit einer umfangreichen Restaurierung unter Beratung des Hans-Heinrich von Oppeln, der bereits maßgeblich an der Rettung des [[Vossenhus]] beteiligt war.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 182f.</ref> Dabei konnte die vorgenannte Datierung des Baus vorgenommen werden.
Seit 1995 ist das ''Kunsthaus'', so nun der Name des Gebäudes, Ausstellungsort zeitgenössischer Kunst. <ref name=":1" />


Seit 1995 ist das Kunsthaus, so nun der Name des Gebäudes, Ausstellungsort einer ständigen Ausstellung von Malerei, Grafik und Skulpturen.<ref name=":1" />
==Galerie==
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Datei:Große Neustraße 13 um 1953 (0138012) MZ.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1953.
Datei:Große Neustraße 13 Fußpfleger Fekken 08 1960.JPG|Aufnahme vom August 1960.
Datei:Große Neustraße 13 um 1970 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1970.
Datei:Grosse Neustraße 13 25052006.jpg|Aufnahme vom 25. Mai 2006.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references/>


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Haus Vienna]]
*[[Große Neustraße 1]]


[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 25. Mai 2024, 14:47 Uhr

Große Neustraße 13

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1580 (1812)
Erbauer unbekannt
Bauweise Ziegelsteinbau
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Große Neustraße 13

26506 Norden

An der Großen Neustraße 13 befindet sich ein denkmalgeschütztes Gebäude aus der Zeit um 1580.[1] Es gehört seit 1989 dem Norder Kunstverein, weshalb es auch als Kunsthaus bezeichnet wird.

Geschichte

Wann genau und wem das Gebäude errichtet wurde, lässt sich nicht mehr mit SIcherheit sagen, im Kern stammt es jedoch in jedem Fall aus dem späten 16. Jahrhundert.[2][3] Bei den Ziegelsteinen handelt es sich um sogenannte Klosterformatsteine.[2] Ihren Namen hat dieser Steintypus erhalten, weil vor allem die Klöster der Zisterzienser (Benediktiner) bei der Einführung und Verbreitung der Backsteintechnik eine führende Rolle spielten.[4] Auch die Dachbalken stammen aus dieser Zeit und wurden wohl im Lütetsburger Forst geschlagen. Die Verwendung dieser auch als Krummhölzer bezeichneten Balken, die so auch beim Bau des Altes Rathauses zum Einsatz kamen, sind ein weiterer Hinweis auf eine Entstehung im 16. Jahrhundert.[5]

Im Wesentlichen stammt der gesamte hintere Gebäudeteil jedoch aus dem 17. Jahrhundert.[5] Der Frontgiebel wurde im 18. Jahrhundert im Barockstil erneuert; er erhielt eine neue Backsteinverblendung sowie Schiebefenster, sandsteinerne Voluten (schneckenförmige Spiralen) am Giebelfuß und eine sandsteinerne Giebelkrönung. Die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1812.[6] 1921 wurden im Erdgeschoss des Frontgiebels große Schaufenster eingebaut.[2]

Von August 1883 bis zur Fertigstellung des Neubaus an der Großen Neustraße 1 gut 20 Jahre später war das Gebäude Sitz der Stadtsparkasse Norden.[7] 1989 wurde das Gebäude vom Norder Kunstkreis erworben.[2][3] Ein Jahr später begann man mit einer umfangreichen Restaurierung unter Beratung des Hans-Heinrich von Oppeln, der bereits maßgeblich an der Rettung des Vossenhus beteiligt war.[2] Dabei konnte die vorgenannte Datierung des Baus vorgenommen werden. Bei der Renovierung wurde großen Wert auf eine ursprüngliche Rekonstruktion des Bestandsbaus gelegt worden, unter anderem wurde auf zeitgenössische Baumaterialien wie Muschelkalk zurückgegriffen.[5]

Seit 1995 ist das Kunsthaus, so nun der Name des Gebäudes, Ausstellungsort zeitgenössischer Kunst. [6]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 11. November 2021
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 182f.
  3. 3,0 3,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 97
  4. Backstein ist nicht gleich Backstein, abgerufen am 4. Mai 2021
  5. 5,0 5,1 5,2 Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 129
  6. 6,0 6,1 Beschreibung auf Ostfriesland.travel, abgerufen am 10. Mai 2021
  7. Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 107

Siehe auch