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==Osterlooger Schule==
==Osterlooger Schule==
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| Title = Osterlooger Schule
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| Text = Ehemalige Schule in Osterloog
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Das heutige Schulgebäude wurde 1908 an seiner heutigen Stelle an der [[Ostermarscher Straße]] 27 errichtet, nachdem die [[Alte Osterlooger Schule]] 1907 abgebrannt war.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 59</ref> Spätestens ab 1912 wurde in der Schule für die rund 30 Mädchen ein Handarbeitsunterricht angeboten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 60</ref>
Das heutige Schulgebäude wurde 1908 an seiner heutigen Stelle an der [[Ostermarscher Straße]] 27 errichtet, nachdem die [[Alte Osterlooger Schule]] 1907 abgebrannt war.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 59</ref> Spätestens ab 1912 wurde in der Schule für die rund 30 Mädchen ein Handarbeitsunterricht angeboten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 60</ref>


Während des Ersten Weltkriegs fand der Unterricht nur unregelmäßig statt, da auf behördliche Anordnung die Schüler oftmals für Ernteeinsätze herangezogen wurden, um die Arbeitskraft der zum Kriegsdienst eingezogenen Arbeiter zu kompensieren. Von Dezember 1914 bis Mitte Januar 1915 standen zudem die Schulwege unter Wasser, dass ein Besuch der Schule für viele Schüler, oftmals bis zu 50 %, nicht möglich war. Als weiteres Erschwernis kam hinzu, dass der Osterlooger Lehrer ab dem 2. November 1914 auch die Schüler der [[Alte Itzendorfer Schule|(alten) Itzendorfer Schule]] unterrichten musste. Jedoch nicht in deren Schulgebäude, sondern in der [[Norddeicher Schule]], da die Itzendorfer Schule von der Armee requiriert wurde.<ref name=":1" />
Während des Ersten Weltkriegs fand der Unterricht nur unregelmäßig statt, da auf behördliche Anordnung die Schüler oftmals für Ernteeinsätze herangezogen wurden, um die Arbeitskraft der zum Kriegsdienst eingezogenen Arbeiter zu kompensieren. Von Dezember 1914 bis Mitte Januar 1915 standen zudem die Schulwege unter Wasser, dass ein Besuch der Schule für viele Schüler, oftmals bis zu 50 %, nicht möglich war. Als weiteres Erschwernis kam hinzu, dass der Osterlooger Lehrer ab dem 2. November 1914 auch die Schüler der [[Alte Itzendorfer Schule|(alten) Itzendorfer Schule]] unterrichten musste. Jedoch nicht in deren Schulgebäude, sondern in der [[Alte Norddeicher Schule|(alten) Norddeicher Schule]], da die Itzendorfer Schule von der Armee requiriert wurde.<ref name=":1" />


Ebenfalls zu Kriegszeiten trafen sich mittwochs die Damen der örtlichen Schulgemeinde und bereiteten Zuwendungen für die in den regionalen Lazaretten zu versorgenden Verletzten vor. Von Seiten der [[Lintelermarsch|Gemeinde Lintelermarsch]] wurde den Frauen der Kriegsdienstleistenden Männer ein monatlicher Mietzuschuss von 50 Mark sowie Torf und Steinkohlen zugeteilt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 61</ref> 1918 musste die Schule vom 21. Juni bis zum 18. Juli wegen eines Diphterieausbruchs geschlossen werden. Diese Krankheit hatte bereits 1916 die [[Ostermarsch]] heimgesucht.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 63</ref> 1925 wird die Sütterlinschrift an der Schule eingeführt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 64</ref>
Ebenfalls zu Kriegszeiten trafen sich mittwochs die Damen der örtlichen Schulgemeinde und bereiteten Zuwendungen für die in den regionalen Lazaretten zu versorgenden Verletzten vor. Von Seiten der [[Lintelermarsch|Gemeinde Lintelermarsch]] wurde den Frauen der Kriegsdienstleistenden Männer ein monatlicher Mietzuschuss von 50 Mark sowie Torf und Steinkohlen zugeteilt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 61</ref> 1918 musste die Schule vom 21. Juni bis zum 18. Juli wegen eines Diphterieausbruchs geschlossen werden. Diese Krankheit hatte bereits 1916 die [[Ostermarsch]] heimgesucht.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 63</ref> 1925 wird die Sütterlinschrift an der Schule eingeführt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 64</ref>
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Anfang April 1945 wird die Schule wegen der andauernden Luftangriffe schließlich unterbrochen und erst am 20. August des Jahres wieder aufgenommen. Zuvor fand eine gründliche Entnazifierung des gesamten Lehrmaterials statt, sodass es zunächst zu einem Mangel an Lehrmaterialien kommt, dem erst im Oktober des Jahres durch Ausgabe neuer Schulbücher begegnet wird. Wegen Mangels an Brennmaterial kommt der Unterricht im Winter 1945/1946 erneut zum Erliegen. Im letztgenannten Jahr endet auch die Amtszeit von Rademacher, der nachfolgend von [[Friedrich Meyer]] beerbt wird.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 67</ref>
Anfang April 1945 wird die Schule wegen der andauernden Luftangriffe schließlich unterbrochen und erst am 20. August des Jahres wieder aufgenommen. Zuvor fand eine gründliche Entnazifierung des gesamten Lehrmaterials statt, sodass es zunächst zu einem Mangel an Lehrmaterialien kommt, dem erst im Oktober des Jahres durch Ausgabe neuer Schulbücher begegnet wird. Wegen Mangels an Brennmaterial kommt der Unterricht im Winter 1945/1946 erneut zum Erliegen. Im letztgenannten Jahr endet auch die Amtszeit von Rademacher, der nachfolgend von [[Friedrich Meyer]] beerbt wird.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 67</ref>


Vom 1. Oktober 1949 bis zur Schließung der Schule am 3. April 1965 war [[Gerhard Schuster]] dann der letzte Lehrer in Osterloog.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> Dieser kehrte im August 1945 aus der Kriegsgefangenschaft in seine Heimat zurück und trat die Nachfolge des 1949 pensionierten Meyer an. Im Zuge der Zentralisierung des Schulwesens besuchten der 7. und der 8. Jahrgang bereits ab 1961 die [[Norddeicher Schule]], sodass die Schülerzahl in diesem Schuljahr auf 42 sank. In den Folgejahren sanken die Schülerzahlen weiterhin rapide, sodass die Schule am 3. April 1965 schließlich ihre Pforten schloss.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 68</ref> Seitdem befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und wird für Wohnzwecke genutzt.
Vom 1. Oktober 1949 bis zur Schließung der Schule am 3. April 1965 war [[Gerhard Schuster]] dann der letzte Lehrer in Osterloog.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 57</ref> Dieser kehrte im August 1945 aus der Kriegsgefangenschaft in seine Heimat zurück und trat die Nachfolge des 1949 pensionierten Meyer an. Im Zuge der Zentralisierung des Schulwesens besuchten der 7. und der 9. Jahrgang bereits ab 1961 die [[Alte Norddeicher Schule]], sodass die Schülerzahl in diesem Schuljahr auf 42 sank. In den Folgejahren sanken die Schülerzahlen weiterhin rapide, sodass die Schule am 3. April 1965 schließlich ihre Pforten schloss.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 68</ref> Seitdem befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und wird für Wohnzwecke genutzt.


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
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[[Kategorie:Schulen im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Schulen im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norddeich]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norddeich]]