Alte Itzendorfer Schule: Unterschied zwischen den Versionen
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26506 Norden | 26506 Norden | ||
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Die '''Alte Itzendorfer Schule''' gehört zu den ältesten Schulen im (heutigen) Stadtgebiet. Sie befand sich im untergangenen [[Itzendorf]]. | Die '''Alte Itzendorfer Schule''' gehört zu den ältesten Schulen im (heutigen) Stadtgebiet. Sie befand sich im untergangenen [[Itzendorf]], wurde später im ''neuen'' Itzendorf wiedererrichtet und 1936 abgebrochen und durch [[Itzendorfer Schule|einen Neubau]] ersetzt. Die (alte) alte Itzendorfer Schule befand sich im Bereich des heutigen [[Nordsee-Camp Norddeich|Campingplatzes]] nahe der Deichlinie. | ||
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==Geschichte== | |||
Vermutlich gab es bereits um 1600 eine Schule in [[Itzendorf]], spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Erstmalig nachweisen lässt sich die Existenz durch ein Schreiben aus dem Jahr 1677, aus dem hervorgeht, dass [[Hinrich Laven]] von den Interessenten (Eltern schulpflichtiger Kinder) zum [[Schulmeister]] (nicht-akademische Lehrkraft) gewählt wurde. An Schulgeld zahlten diese einen Gulden und etwa 50 Liter Gerste je Halbjahr. Am 12. März 1683 wird das Schulgeld um einen Gulden erhöht, die Arbeiter und Kleinbauern mussten jedoch nur die Hälfte zahlen. Schulmeister bzw. Lehrer ist zu dieser Zeit [[Johannes Naudaeus]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> | |||
Gegen Ende des Jahres 1717 sucht die [[Weihnachtsflut]] auch Itzendorf heim, das in den Fluten praktisch gänzlich zerstört wird und in der Folgezeit aufgegeben werden muss. Zahllose Menschen sterben in den Fluten, die Felder werden durch das salzige Meerwasser unbrauchbar. Die Schäden waren so schwerwiegend, dass der [[Westermarscher Seedeich]] weiter ins Hinterland verlagert und Itzendorf dadurch aufgegeben wurde. Heute erinnert nur noch eine Untiefe namens ''Itzendorfplate'' an den einstigen Ort. Von der Ausdeichung betroffen war auch die Schule. Im Frühjahr 1771 wird ein neues Schulgebäude errichtet.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 34</ref> Über 50 Jahre hat es damit keine Schule in Itzendorf gegeben. Zurückzuführen ist dies wahrscheinlich vorwiegend auf die Nachwirkungen der Flut, vor allem auf den Geldmangel. Andere Vorhaben, wie der Neubau des Deiches, der Wiederaufbau der Häuser und die Neuanlage von Feldern hatten vor allem anderen Priorität. | |||
Zum ersten Schulmeister nach dem Neubau wird [[Cornelius Harmens Norman]] gewählt. Dieser hatte maßgeblichen Anteil an der Wiederrichtung der Schule und hatte dabei die Bevölkerung von [[Westermarsch II]] auf seiner Seite, da die Kinder der meisten von ihnen die anderen, weit entfernt gelegenen Schulen, nicht besuchen konnten. Herausragend wurde das Projekt auch durch [[Hayo Laurenz Damm]] begleitet. Durch Pastor [[Jelto Jelten]] von der [[Ludgerigemeinde Norden|Norder Ludgerigemeinde]] wurde das Gebäude im Beisein der gesamten Schulgemeinde eingeweiht.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 35</ref> | |||
Die Schülerzahl stieg in den Folgejahren spürbar und erreichte im Schuljahr 1774/1775 einen Höchststand von 75 männlichen und weiblichen Schülern. Erkennbar ist hierbei auch eine deutliche Überrepräsentanz männlicher Schüler, was darauf schließen lässt, dass bei der Schulplatzvergabe durch die Eltern vor allem die männlichen Nachkommen des Hofherren bevorzugt wurden.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 37</ref> Ein Jahr später bittet der neue Lehrer in einem Rundbrief um eine Spende für einen neuen Fußboden für die Schule.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 38</ref> | |||
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1785 wird [[Berend Friedrich Gnapheus]] neuer Lehrer. 1825 richtet die [[Februarflut 1825|Februarflut]] erneut schwere Schäden in der Westermarsch an. Der Deich bricht und beschädigt auch die Itzendorfer Schule. Das nahegelegene, auf einer [[Warft]] errichtete [[Wachthaus (Westermarsch II)]], blieb hingegen von den Fluten verschont. Lehrer Gnapheus schreibt daraufhin an das Königliche Hohe Konsortium in Aurich und bericht über die Umstände in Itzendorf. Er selbst wohne mittlerweile in Norden, da das Itzendorfer Schulgebäude unbewohnbar geworden sei. 1826 wird daraufhin wieder ein Neubau errichtet, diesmal auf einer Warft, um besser vor Sturmfluten geschützt zu sein. Im gleichen Jahr verstarb der beliebte Gnapheus.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 40</ref> | |||
Aus sieben Bewerbern konnte sich [[Jan Jacobs Hinrichs Fischer]] durchsetzen und wurde von den Interessenten noch im selben Jahr zum neuen Lehrer gewählt. Zuvor war dieser Lehrer in Norden gewesen. Die Amtseinführung findet im März 1826 statt. Infolge einer schweren, zur Lähmung führenden Krankheit musste Fischer sein Amt aufgegeb und verstarb 1834 im Alter von gerade einmal 27 Jahren. An seine Stelle trat sein Bruder [[Wilhelm Egbert Fischer]], der die Stelle am 7. April 1834 antrat und 37 Jahre im Dienst blieb. 1871 trat [[Johann Juilfs]] die Lehrerstelle an.<ref name=":0" /> | |||
In den Jahren 1905 bis 1906 wurde die [[Norddeich Radio|Funkstation Norddeich]] in [[Utlandshörn]] errichtet und zunächst dem [[Postamt|Kaiserlichen Postamt]] in Norden angegliedert. Die Küstenfunkstelle war von großer militärischer Bedeutung und bis zu ihrer Schließung am 31. Dezember 1998 ein tragender Faktor für die Sicherheit auf See. Während des Ersten Weltkriegs unterstand die Küstenfunkstelle dem Kommando der Kaiserlichen Marine. Das Gebäude der Itzendorfer Schule wurde von der Marine requiriert, um dort Soldaten unterzubringen. Nachdem die Marine im November 1918 die Küstenunkstelle geräumt hatte, wurde diese durch Mitglieder des Arbeiter- und Soldatenrates besetzt.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_II.pdf Beschreibung von Westermarsch II] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Ein geordneter Unterricht war so nicht möglich, weshalb die Kinder die weiten Strecken zu den anderen Schulen im Umkreis auf sich nehmen mussten, was vor allem im Winter nicht möglich war. Ab 1916 wurde [[Georg Valentins Georg]] neuer Lehrer in Itzendorf, der nach Kriegsende auch wieder einen geordneten Unterricht aufnehmen konnte.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 41</ref> | |||
1933 wurde der Unterricht übergangsweise von Lehrer Schmelke wahrgenommen, der zuvor bereits in Brinkum, Ostermoordorf, Neßmersiel, Menstede-Coldinne und [[Süderneuland I]] sowie [[Süderneuland II]] tätig war. Ab 1934 unterrichtete [[Rikus Hinrichs Daniels]] an der Schule.<ref name=":1" /> 1936 wurde das baufällige Schulgebäude abgebrochen und etwas weiter südöstlich der bis heute bestehende Bau errichtet.<ref name=":0" /> Während des Zweiten Weltkrieges musste der Itzendorfer Lehrer zeitweise an der [[Westerhörner Schule]] aushelfen, da der dortige Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Der Schulbetrieb wurde erst im Herbst 1945 wieder aufgenommen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 44</ref> 1966 wurde das Schulgebäude durch Zentralisierungsmaßnahmen entwidmet und an einen Privatmann verkauft.<ref name=":1" /> | |||
== Lehrkräfte == | ==Lehrkräfte== | ||
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|[[Hinrich Laven]] | |[[Hinrich Laven]] | ||
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| | |1683 - ??? | ||
| | |[[Johannes Naudaeus]] | ||
|- | |||
|1771 - 1775 | |||
|[[Cornelius Harmens Norman]] | |||
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|1775 - 1785 | |||
|B. J. Sjauken | |||
|- | |||
|1785 - 1826 | |||
|[[Berend Friedrich Gnapheus]] | |||
|- | |||
|1826 - 1834 | |||
|[[Jan Jacobs Hinrichs Fischer]] | |||
|- | |||
|1834 - 1871 | |||
|[[Wilhelm Egbert Fischer]] | |||
|- | |||
|1871 - 1913 | |||
|[[Johann Juilfs]] | |||
|- | |||
|1913 - 1916 | |||
|vakant | |||
|- | |||
|1916 - 1933 | |||
|[[Georg Valentins Georg]] | |||
|- | |||
|1933 - 1934 | |||
|Schmelke | |||
|- | |||
|1934 - 1936 | |||
|[[Rikus Hinrichs Daniels]] | |||
|} | |||
==Schülerzahlen== | |||
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|+ | |||
!Schuljahr | |||
!Anzahl | |||
|- | |||
|1771 - 1772 | |||
|48 | |||
|- | |||
|1772 - 1773 | |||
|53 | |||
|- | |||
|1773 - 1774 | |||
|65 | |||
|- | |||
|1774 - 1775 | |||
|75 | |||
|- | |||
|1775 - 1776 | |||
|52 | |||
|- | |- | ||
| | |um 1783 | ||
| | |54 | ||
|} | |} | ||