Keine Bearbeitungszusammenfassung
K Textersetzung - „circlessss“ durch „circles“
 
(13 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
==Christuskirche==
==Christuskirche==
|-
|-
| colspan="2" |{{#multimaps:
| colspan="2" |{{#display_map:
| Title = Christuskirche
| Title = Christuskirche
| Text = Kirche in Norden
| Text = Kirche in Norden
| center = 53.596645895211324, 7.2099243045956225
| center = 53.596645895211324, 7.2099243045956225
| circle = 53.596645895211324, 7.2099243045956225 : 20
| circles = 53.596645895211324, 7.2099243045956225 : 20
| zoom = 17
| zoom = 17
| width = 300px
| width = 300px
Zeile 31: Zeile 31:
26506 Norden
26506 Norden
|}
|}
Die '''Christuskirche''' (auch: Baptistenkirche) ist die evangelisch-baptistische Kirche von Norden und gehört zu den jüngeren Sakralbauten im Stadtgebiet. Sie wurde um die Jahrhundertwende errichtet und im April 1900 eingeweiht.
Die '''Christuskirche''' (auch: ''Baptistenkirche'') ist die evangelisch-baptistische Kirche von Norden und gehört zu den [[Liste der Sakralbauten|jüngeren Sakralbauten im Stadtgebiet]]. Sie wurde um die Jahrhundertwende errichtet und im April 1900 eingeweiht. Heute steht sie unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref>
 
__TOC__
__TOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
*siehe auch: [[Baptistengemeinde Norden#Geschichte|Geschichte der baptistischen Gemeinde Norden]]
*siehe auch: [[Baptistengemeinde Norden#Geschichte|Geschichte der baptistischen Gemeinde Norden]]


Der Bau der Christuskirche geht auf die Gründung einer [[Baptistengemeinde Norden|baptistischen Gemeinde]] in Norden zurück. Eine solche Gemeinde gab es zunächst bei Leer, die Norder Baptisten gehörten ab 1865 zur baptistischen Gemeinde Jennelt. Bereits im Februar 1850 war der Missionar Johann Carl Cramer auf Einladung der [[Herrnhuter Brüdergemeine]] nach Norden gekommen, um hier für den Baptismus zu werben, doch wurde er kurz darauf als "unerwünschter Ausländer" ausgewiesen.<ref>Jelten, Margarete (1984): Unter Gottes Dachziegel. Anfänge des Baptismus in Nordwestdeutschland, Bremerhaven, S. 164</ref>
Der Bau der Christuskirche geht auf die Gründung einer [[Baptistengemeinde Norden|baptistischen Gemeinde]] in Norden zurück. Eine solche Gemeinde gab es zunächst bei Leer, die Norder Baptisten gehörten ab 1865 zur baptistischen Gemeinde Jennelt. Bereits im Februar 1850 war der Missionar Johann Carl Cramer auf Einladung der [[Herrnhuter Brüdergemeine]] nach Norden gekommen, um hier für den Baptismus zu werben, doch wurde er kurz darauf als ''unerwünschter Ausländer'' ausgewiesen.<ref>Jelten, Margarete (1984): Unter Gottes Dachziegel. Anfänge des Baptismus in Nordwestdeutschland, Bremerhaven, S. 164</ref>


Nachdem der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Norden immer größer wurde, erwarben die Baptisten ein Grundstück im Winkel der [[Kleine Hinterlohne|Kleinen Hinterlohne]] und der [[Osterstraße]]. Der Bau wurde 1900 fertiggestellt, die Einweihung fand am 16. April des Jahres statt. Ein Jahr später erwarb die Gemeinde die vom Esenser Orgelbauer Johann Gottfried Rohlfs erbaute Orgel aus der [[Mennonitenkirche]]. Diese wurde erst wenige Jahre zuvor vom Norder Orgelbauer [[Johann Diepenbrock]] erweitert. Die Gemeinde bezahlte 450 Goldmark für das Instrument.<ref name=":0">[https://www.efg-norden.de/index.php/unsere-gemeinde/10-unser-pastor?start=1 Geschichte der Baptistengemeinde Norden], abgerufen am 26. April 2021</ref>
Nachdem der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Norden immer größer wurde, erwarben die Baptisten ein Grundstück im Winkel der [[Kleine Hinterlohne|Kleinen Hinterlohne]] und der [[Osterstraße]]. Der Bau wurde 1900 fertiggestellt, die Einweihung fand am 16. April des Jahres statt. Ein Jahr später erwarb die Gemeinde die vom Esenser Orgelbauer Johann Gottfried Rohlfs erbaute Orgel aus der [[Mennonitenkirche]]. Diese wurde erst wenige Jahre zuvor vom Norder Orgelbauer [[Johann Diepenbrock]] erweitert. Die Gemeinde bezahlte 450 Goldmark für das Instrument.<ref name=":0">[https://www.efg-norden.de/index.php/unsere-gemeinde/10-unser-pastor?start=1 Geschichte der Baptistengemeinde Norden], abgerufen am 26. April 2021</ref>


Am 18. November 1906 wird der erste hauptamtliche Prediger (mit Ausbildung im Theologischen Seminar Hamburg) in den Dienst eingeführt. Zum 18. Juli 1920 erlangt die Gemeinde den Status eines eingetragenen Vereins. 1930 wird die Gemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.<ref name=":0" /> Unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes schließen sich die Baptisten-, Elim- und Brüdergemeinden im Jahr 1942 zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zusammen. Von da an nennt sich die hiesige Gemeinde "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Norden e.V.".
Am 18. November 1906 wird der erste hauptamtliche Prediger (mit Ausbildung im Theologischen Seminar Hamburg) in den Dienst eingeführt. Zum 18. Juli 1920 erlangt die Gemeinde den Status eines eingetragenen Vereins. 1930 wird die Gemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.<ref name=":0" /> Unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes schließen sich die Baptisten-, Elim- und Brüdergemeinden im Jahr 1942 zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zusammen. Von da an nennt sich die hiesige Gemeinde ''Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Norden''.


Am 14. November 1948 wird die inzwischen restaurierte Orgel wieder in den Dienst gestellt. Ein vor dem Bau befindlicher [[Bummert]] wurde in den 1950er Jahren abgerissen, wodurch der Blick von der Osterstraße auf die Kirche frei wurde. In den 1960er Jahre wurde ein Vorbau auf dem ehemaligen Grund des Bummerts errichtet. Seit dem 3. März 1957 trägt das Kirchengebäude den offiziellen Namen "Christuskirche".<ref name=":0" />
Am 14. November 1948 wird die inzwischen restaurierte Orgel wieder in den Dienst gestellt. Ein vor dem Bau befindlicher [[Bummert]] wurde in den 1950er Jahren abgerissen, wodurch der Blick von der Osterstraße auf die Kirche frei wurde. In den 1960er Jahre wurde ein Vorbau auf dem ehemaligen Grund des Bummerts errichtet. Seit dem 3. März 1957 trägt das Kirchengebäude den offiziellen Namen ''Christuskirche''.<ref name=":0" />


1998 wird die 200-jährige Orgel am 9. Mai des Jahres nach einer umfangreichen Generalüberholung in einem Festgottesdienst wieder in den Dienst gestellt. 2004 folgen umfangreiche Renovierung von Gruppenräumen und der Anbau für ein erweitertes Angebot in der Kinder- und Jugendarbeitarbeit gemäß des Gemeindeziels “Gemeinde für die Stadt” zu sein. Hierzu gründet man einen Verein für soziale Dienste, der auch Trägerverein des gegründeten Spielkreises "Kinderarche" ist.<ref name=":0" />
1998 wird die 200-jährige Orgel am 9. Mai des Jahres nach einer vierjährigen Generalüberholung in einem Festgottesdienst wieder in den Dienst gestellt.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 95</ref> 2004 folgen umfangreiche Renovierung von Gruppenräumen und der Anbau für ein erweitertes Angebot in der Kinder- und Jugendarbeitarbeit gemäß des Gemeindeziels “Gemeinde für die Stadt” zu sein. Hierzu gründet man einen Verein für soziale Dienste, der auch Trägerverein des gegründeten Spielkreises ''Kinderarche'' ist.<ref name=":0" />


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Zeile 54: Zeile 55:


Im hinteren Bereich der Kirche befindet sich eine Empore, auf der die historische Orgel der Christuskirche ihren Platz gefunden hat. Sie wurde in den Jahren 1796 bis 1799 von Johann Gottfried Rohlfs in barocker Tradition für die [[Mennonitenkirche]] gebaut. 1901 wurde das Instrument an die Baptistengemeinde verkauft und auf der Empore angebracht. Das Werk verfügt heute über elf Register auf zwei Manualen und Pedal, von denen noch drei original sind. 1984 und 1998 führte Bartelt Immer eine Renovierung mit einer Rekonstruktion einzelner Register durch.
Im hinteren Bereich der Kirche befindet sich eine Empore, auf der die historische Orgel der Christuskirche ihren Platz gefunden hat. Sie wurde in den Jahren 1796 bis 1799 von Johann Gottfried Rohlfs in barocker Tradition für die [[Mennonitenkirche]] gebaut. 1901 wurde das Instrument an die Baptistengemeinde verkauft und auf der Empore angebracht. Das Werk verfügt heute über elf Register auf zwei Manualen und Pedal, von denen noch drei original sind. 1984 und 1998 führte Bartelt Immer eine Renovierung mit einer Rekonstruktion einzelner Register durch.
==Galerie==
<gallery>
Datei:Osterstraße 139 - 30032003.jpg|Osterstraße 139 - Aufnahme vom 30. März 2003.
Datei:Osterstraße 139 - 03042021.jpg|Osterstraße 139 - Ansicht Rückseite - Aufnahme vom 3. April 2021.
</gallery>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==