Joachim Strybny: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Joachim Strybny''' (* 6. Juni 1937 in Glatz, Niederschlesien) war viele Jahre als Lehrer am [[Ulrichsgymnasium]] tätig und kommissarisch von 1988 bis 1989 sowie von 1999 bis 2000 dessen Rektor.<ref>Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: Derk de Haan (Hrsg.): 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden, Norden, S. 60</ref>
'''Joachim Strybny''' (* 6. Juni 1937 in Glatz, Niederschlesien) war viele Jahre als Lehrer am [[Ulrichsgymnasium]] tätig und kommissarisch von 1988 bis 1989 sowie von 1999 bis 2000 dessen Rektor.<ref>Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: Derk de Haan (Hrsg.): 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden, Norden, S. 60</ref>
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==Leben==
Strybny wurde am 6. Juni 1937 im niederschlesischen Glatz als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Bereits wenige Monate nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde sein Elternhaus dann einer polnischen Familie zugewiesen, sodass die Familie Strybny in einem Verschlag des Hauses wohnen musste. Anfang Januar 1946 wurden sie dann aus Schlesien ausgewiesen. Der Vater befand sich noch in Kriegsgefangenschaft und konnte seine Familie später über den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes finden. Nach einer 13 Tage dauernden Reise in einem Güterzug, bei der ein älterer Mitfahrer verstarb und Plünderer den Zug überfielen, erreichten sie schließlich den Auricher Bahnhof und kamen von dort zu einer Bauernfamilie nach Arle, wo sie herzlich aufgenommen wurden.<ref name=":0">[https://gnadenkirche-tidofeld.org/lesungstrybny Kurzbiographie des Joachim Strybny], abgerufen am 19. April 2021</ref>


==Leben==
Wenngleich die folgenden Jahre schwer waren, konnte Strybny sein Abitur auf dem [[Ulrichsgymnasium]] ablegen. Nach seinem Abitur studierte er Deutsch und Geografie in Göttingen. Danach kam er zurück nach Norden, wo er an seiner früheren Schule Lehrer - und zeitweise kommissarischer Schulleiter - wurde. Mit seiner Jugendliebe Meta bekam er zwei Söhne.<ref name=":0" />
Strybny wurde am 6. Juni 1937 im niederschlesischen Glatz geboren. Die Zeit seiner behüteten Kindheit währte nur kurz. Nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg entschieden die alliierten Siegermächte die politische und territoriale Neuordnung Deutschlands, von der die Familie Strybny direkt betroffen war. Im Januar 1946 wurde sie aus Schlesien ausgewiesen. 13 Tage lang waren sie in einem Güterzug unterwegs, Ziel unbekannt. Kälte, Plünderungen und eine ungewisse Zukunft waren ihre ständigen Begleiter.<ref name=":0">[https://gnadenkirche-tidofeld.org/lesungstrybny Kurzbiographie des Joachim Strybny], abgerufen am 19. April 2021</ref>


Vertrieben aus ihrer Heimat, erreichte er mit seiner Mutter und weiteren Angehörigen Anfang Februar 1946 Aurich. Von dort aus wurden sie auf einen Bauernhof nach Arle weiterverteilt. Erst in Ostfriesland sah Joachim Strybny seinen aus Kriegsgefangenschaft entlassenen Vater wieder. Die Jahre nach der Ankunft waren wechselvoll: Sowohl die Sicherung der finanziellen Existenz der Familie als auch die soziale und kulturelle Eingliederung benötigte Zeit und erforderte großen Lebensmut. In späteren Jahren war es Joachim Strybny möglich, das Ulrichsgymnasium in Norden zu besuchen. Nach seinem Abitur studierte er Deutsch und Geografie in Göttingen. Das Studium musste er sich mit Hilfe zahlreicher Gelegenheitsjobs – zumeist als Musiker – in Eigenleistung finanzieren. Sein Weg führte ihn schließlich zurück nach Norden, wo er am Ulrichsgymnasium eine Stelle als Lehrer antrat. In Norden heiratete er seine Jugendliebe Meta. Die beiden gründeten eine Familie und bekamen zwei Söhne.<ref name=":0" />
==Weiterführende Links==
* [https://vertriebenenlager-tidofeld.de/ankunft-und-weiterverteilung/ Zeitzeugeninterview von Joachim Strybny], erstellt von der Dokumentationsstätte über Flucht und Vertreibung in der ehemaligen [[Gnadenkirche Tidofeld]]


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Aktuelle Version vom 11. September 2022, 20:52 Uhr

Joachim Strybny (* 6. Juni 1937 in Glatz, Niederschlesien) war viele Jahre als Lehrer am Ulrichsgymnasium tätig und kommissarisch von 1988 bis 1989 sowie von 1999 bis 2000 dessen Rektor.[1]

Leben

Strybny wurde am 6. Juni 1937 im niederschlesischen Glatz als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Bereits wenige Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sein Elternhaus dann einer polnischen Familie zugewiesen, sodass die Familie Strybny in einem Verschlag des Hauses wohnen musste. Anfang Januar 1946 wurden sie dann aus Schlesien ausgewiesen. Der Vater befand sich noch in Kriegsgefangenschaft und konnte seine Familie später über den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes finden. Nach einer 13 Tage dauernden Reise in einem Güterzug, bei der ein älterer Mitfahrer verstarb und Plünderer den Zug überfielen, erreichten sie schließlich den Auricher Bahnhof und kamen von dort zu einer Bauernfamilie nach Arle, wo sie herzlich aufgenommen wurden.[2]

Wenngleich die folgenden Jahre schwer waren, konnte Strybny sein Abitur auf dem Ulrichsgymnasium ablegen. Nach seinem Abitur studierte er Deutsch und Geografie in Göttingen. Danach kam er zurück nach Norden, wo er an seiner früheren Schule Lehrer - und zeitweise kommissarischer Schulleiter - wurde. Mit seiner Jugendliebe Meta bekam er zwei Söhne.[2]

Einzelnachweise

  1. Rack, Eberhard (1967): Einzugsbereich und Schülerstruktur des Ulrichgymnasiums. In: Derk de Haan (Hrsg.): 400 Jahre Ulrichsgymnasium Norden, Norden, S. 60
  2. 2,0 2,1 Kurzbiographie des Joachim Strybny, abgerufen am 19. April 2021

Siehe auch