Holzhackschnitzelwerk (Doornkaatlohne): Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Holzhackschnitzelwerk''' war eines von zwei gleichartigen Kraftwerke in Norden. Es wurde von 1999 bis 2019 betrieben.
Das '''Holzhackschnitzelwerk an der Doornkaatlohne''' war eines von zwei gleichartigen Kraftwerke in Norden. Es befand sich im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der Firma [[Doornkaat]] und wurde von 1999 bis 2018 betrieben.


==Geschichte==
==Geschichte==
"Seit April 1999 raucht der 60 Meter hohe Industrieschornstein auf dem ehemaligen Doornkaatgelände wieder." So heißt es in einer Broschüre, die die Stadtwerke Norden über ihr erstes Holzhackschnitzelwerk veröffentlichten. Sie errichteten
''"Seit April 1999 raucht der 60 Meter hohe Industrieschornstein auf dem ehemaligen Doornkaatgelände wieder."'' So heißt es in einer Broschüre, die die [[Stadtwerke Norden]] über ihr erstes Holzhackschnitzelwerk veröffentlichten. Sie errichteten im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der ehemaligen Brennerei [[Doornkaat]] zwei zwei Holzheizkessel mit einer Gesamtleistung von 4.800 kW. Es war seinerzeit das größte Holzheizwerk in Niedersachsen und nahm am 22. April 1999 seinen Betrieb auf.<ref>Stadtwerke Norden (2021): Zeitreise in Text und Bild. 125 Jahre Stadtwerke Norden, Norden, S. 14</ref><ref name=":0">Stadtwerke Norden: Das Holzhackschnitzel-Heizwerk im Doornkaat-Gebäude ([http://www.stadtwerke-norden.de/wp-content/uploads/holzheizwerk_doornkaat_7-2009.pdf Link])</ref>


2003 errichteten die Stadtwerke ein weiteres Kraftwerk am [[Lehmweg]]. Ende Dezember 2018 stellten sie den Betrieb des Fernwärmenetzes jedoch ein, da sich der weitere Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnte.<ref>[https://www.oz-online.de/-news/artikel/520491/Stadtwerke-Norden-stellen-Fernwaerme-ab Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 4. Januar 2019], abgerufen am 14. April 2021</ref>


Denn die Stadtwerke Norden betreiben
==Betriebsweise<ref name=":0" />==
im ehemaligen Kessel- und Maschinenhaus der bekannten Norder Brennerei
Ökologisch sinnvoll wurde Fernwärme aus unbehandelten Holzhackschnitzeln für die Norder Innenstadt produziert. An das sternförmig verlegte Fernwärmenetz waren Kunden vom [[Neuer Weg|Neuen Weg]], [[Am Markt]] und [[Am Norder Tief]] an vier verschiedene Rohrstrecken angeschlossen. Je nach Wärmebedarf lieferten Containerfahrzeuge Holzhackschnitzel an, die aus Durchforstungsholz oder Sägerestholz geschreddert werden. Von im Boden eingelassenen Anlieferungsbunkern wurde die Biomasse über Schnecken- und Kettenförderer zum Speichersilo transportiert.
zwei Holzheizkessel mit einer Gesamtleistung von 4.800 kW. Es ist damit das
 
größte Holzheizwerk in Niedersachsen.
Bei vollständigem Befüllen reichte die hier eingelagerte Menge im Volllastbetrieb für acht kalte Wintertage. Sammel- und Transportschnecken befüllten die Heizkessel computergesteuert mit dem Öko-Brennstoff aus dem Vorratssilo. Auf dem Vorschubrost verbrannte das Holz bei etwa 700° C und erwärmte Wasser, durch das die Fernwärme geleitet wurde, auf bis zu 90° C. Die Rostasche fiel nach dem Ausglühen auf die Transportschnecke und wurde zu den Aschecontainern befördert.
Hier wird ökologisch sinnvolle Fernwärme aus unbehandelten Holzhackschnitzeln für die Norder Innenstadt
 
produziert. An das sternförmig verlegte
Bevor das Rauchgas über den großen Industrieschornstein abgeführt wurde, zirkulierte es im Heizkessel so lange, bis es optimal verbrannt war. In einem zweistufigen Abgasreinigungssystem werden die Rauchgase aufwendig gefiltert. Im Ersten, dem Multi-Zyklonfilter, wurden dem Abgasstrom durch Verwirbelung (Zentrifugalkräfte) die gröberen Schwebstoffe entzogen. Die Feinststäube wurden im nachgeschalteten Elektrofilter durch ein elektrostatisches Feld aufgeladen und durch Abscheideplatten angezogen.
Fernwärmenetz sind Kunden vom Neuen Weg, Am Norder Tief bis hin zum
 
Marktplatz an vier verschiedenen Rohrstrecken angeschlossen.
Für den Ausgleich des Wärmebedarfes an Übergangs- und Spitzenzeiten sorgten drei Gaskessel mit einer thermischen Gesamtleistung von 3.800 kW. Durch diese Techniken wurden die Anforderungen aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz voll erfüllt. Gewinner dieses Konzeptes war vor allem die Umwelt, denn so fand ein nachwachsender Rohstoff Verwendung und bei der Verbrennung entstand für die Umwelt kein zusätzlich belastendes Kohlendioxid.
Je nach Wärmebedarf liefern Container-Fahrzeuge Holzhackschnitzel an, die
aus Durchforstungsholz oder Sägerestholz geschreddert werden. Von im Boden
eingelassenen Anlieferungsbunkern wird die Biomasse über Schnecken- und
Kettenförderer zum Speichersilo transportiert. Bei vollständigem Befüllen reicht
die hier eingelagerte Menge im Volllastbetrieb für acht kalte Wintertage.
Sammel- und Transportschnecken
befüllen die Heizkessel computergesteuert mit dem Öko-Brennstoff
aus dem Vorratssilo. Auf dem Vorschubrost verbrennt das Holz bei
etwa 700° C und erwärmt das
Fernwärmemedium Wasser bis zu
90° C. Die Rostasche fällt nach
dem Ausglühen auf die Transportschnecke und wird zu den Aschecontainern befördert.
Bevor das Rauchgas über den großen Industrieschornstein abgeführt wird, zirkuliert es im Heizkessel so lange, bis es optimal verbrannt ist. In einem zweistufigen Abgasreinigungssystem werden die Rauchgase aufwendig gefiltert. Im Ersten, dem Multi-Zyklonfilter werden dem Abgasstrom durch Verwirbelung (Zentrifugalkräfte) die gröberen Schwebstoffe entzogen. Die Feinststäube werden im
nachgeschalteten Elektrofilter durch ein elektrostatisches Feld aufgeladen und
durch Abscheideplatten angezogen. Für den Ausgleich des Wärmebedarfes an
Übergangs- und Spitzenzeiten sorgen drei Gaskessel mit einer thermischen Gesamtleistung von 3.800 kW. Durch diese Techniken werden die Anforderungen
aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz voll erfüllt. Gewinner dieses Konzeptes
ist die Umwelt. Denn so findet ein nachwachsender Rohstoff Verwendung und
bei der Verbrennung entsteht für die Umwelt kein zusätzlich belastendes Kohlendioxid.


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Lentzhof]]
*[[Holzhackschnitzelwerk (Lehmweg)]]


[[Kategorie:Gastwirtschaften im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]

Aktuelle Version vom 22. Mai 2022, 16:24 Uhr

Holzhackschnitzelwerk

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Basisdaten
Entstehungszeit 1999
Erbauer Wirtschaftsbetriebe der Stadt Norden
Bauweise Backsteinbau u.a.
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Doornkaatlohne 5

26506 Norden

Das Holzhackschnitzelwerk an der Doornkaatlohne war eines von zwei gleichartigen Kraftwerke in Norden. Es befand sich im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der Firma Doornkaat und wurde von 1999 bis 2018 betrieben.

Geschichte

"Seit April 1999 raucht der 60 Meter hohe Industrieschornstein auf dem ehemaligen Doornkaatgelände wieder." So heißt es in einer Broschüre, die die Stadtwerke Norden über ihr erstes Holzhackschnitzelwerk veröffentlichten. Sie errichteten im ehemaligen Kessel- und Maschinenraum der ehemaligen Brennerei Doornkaat zwei zwei Holzheizkessel mit einer Gesamtleistung von 4.800 kW. Es war seinerzeit das größte Holzheizwerk in Niedersachsen und nahm am 22. April 1999 seinen Betrieb auf.[1][2]

2003 errichteten die Stadtwerke ein weiteres Kraftwerk am Lehmweg. Ende Dezember 2018 stellten sie den Betrieb des Fernwärmenetzes jedoch ein, da sich der weitere Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnte.[3]

Betriebsweise[2]

Ökologisch sinnvoll wurde Fernwärme aus unbehandelten Holzhackschnitzeln für die Norder Innenstadt produziert. An das sternförmig verlegte Fernwärmenetz waren Kunden vom Neuen Weg, Am Markt und Am Norder Tief an vier verschiedene Rohrstrecken angeschlossen. Je nach Wärmebedarf lieferten Containerfahrzeuge Holzhackschnitzel an, die aus Durchforstungsholz oder Sägerestholz geschreddert werden. Von im Boden eingelassenen Anlieferungsbunkern wurde die Biomasse über Schnecken- und Kettenförderer zum Speichersilo transportiert.

Bei vollständigem Befüllen reichte die hier eingelagerte Menge im Volllastbetrieb für acht kalte Wintertage. Sammel- und Transportschnecken befüllten die Heizkessel computergesteuert mit dem Öko-Brennstoff aus dem Vorratssilo. Auf dem Vorschubrost verbrannte das Holz bei etwa 700° C und erwärmte Wasser, durch das die Fernwärme geleitet wurde, auf bis zu 90° C. Die Rostasche fiel nach dem Ausglühen auf die Transportschnecke und wurde zu den Aschecontainern befördert.

Bevor das Rauchgas über den großen Industrieschornstein abgeführt wurde, zirkulierte es im Heizkessel so lange, bis es optimal verbrannt war. In einem zweistufigen Abgasreinigungssystem werden die Rauchgase aufwendig gefiltert. Im Ersten, dem Multi-Zyklonfilter, wurden dem Abgasstrom durch Verwirbelung (Zentrifugalkräfte) die gröberen Schwebstoffe entzogen. Die Feinststäube wurden im nachgeschalteten Elektrofilter durch ein elektrostatisches Feld aufgeladen und durch Abscheideplatten angezogen.

Für den Ausgleich des Wärmebedarfes an Übergangs- und Spitzenzeiten sorgten drei Gaskessel mit einer thermischen Gesamtleistung von 3.800 kW. Durch diese Techniken wurden die Anforderungen aus dem Bundesimmissionsschutzgesetz voll erfüllt. Gewinner dieses Konzeptes war vor allem die Umwelt, denn so fand ein nachwachsender Rohstoff Verwendung und bei der Verbrennung entstand für die Umwelt kein zusätzlich belastendes Kohlendioxid.

Einzelnachweise

  1. Stadtwerke Norden (2021): Zeitreise in Text und Bild. 125 Jahre Stadtwerke Norden, Norden, S. 14
  2. 2,0 2,1 Stadtwerke Norden: Das Holzhackschnitzel-Heizwerk im Doornkaat-Gebäude (Link)
  3. Online-Bericht der Ostfriesen Zeitung vom 4. Januar 2019, abgerufen am 14. April 2021

Siehe auch