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[[Datei:Hermann Conring um 1660 01.jpg|mini|252x252px|Nicht zeitgenössisches Porträt aus dem Jahr 1854.]]
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'''Hermann Conring''' (* 9. November 1606 in Norden; † 12. Dezember 1681 in Helmstedt) gilt als einer der bedeutendsten Universalgelehrten der frühen Neuzeit. Zudem war er Reichspublizist, Mediziner und Leibarzt der Königin Christina von Schweden, dänischer Staatsrat und Leiter des bremen-verdischen Archivs in Stade. Er gilt als Begründer der Wissenschaft der deutschen Rechtsgeschichte. Daneben forschte Conring in den Bereichen Philosophie, Physik und Medizin. Als Arzt betätigte er sich politisch als Hofrat verschiedener europäischer Höfe. Nach ihm ist die [[Hermann-Conring-Straße]] benannt.
'''Hermann Conring''' (* 9. November 1606 in Norden; † 12. Dezember 1681 in Helmstedt) gilt als einer der bedeutendsten Universalgelehrten der frühen Neuzeit. Zudem war er Reichspublizist, Mediziner und Leibarzt der Königin Christina von Schweden, dänischer Staatsrat und Leiter des bremen-verdischen Archivs in Stade. Er gilt als Begründer der Wissenschaft der deutschen Rechtsgeschichte. Daneben forschte Conring in den Bereichen Philosophie, Physik und Medizin. Als Arzt betätigte er sich politisch als Hofrat verschiedener europäischer Höfe. Nach ihm ist die [[Hermann-Conring-Straße]] benannt. Er war ein Vetter des [[Jobst Warner Conring]].


==Leben==
==Leben==
Hermann Conring wurde als zweitjüngstes von zehn Kindern des lutherischen Pastors Hermann Conring und dessen Frau, der Pfarrerstochter Galathea Copin, geboren. Sein Vater hatte in Rostock und Wittenberg Theologie studiert und ab 1588 eine Pastorenstelle in Hinte inne, die er 1600 aufgeben musste. Er siedelte mit seiner Familie nach Norden über, wo er erneut als Pastor tätig war. Conrings Großvater väterlicherseits, Johannes, stammte aus Drenthe, von wo er gegen 1550 nach Norden kam. Von Conrings neun Geschwistern starben bis auf den ältesten Bruder Johannes alle bei einer Pestepidemie im Jahr 1611. Sein Bruder, zu dem er zeitlebens eine enge Verbindung hatte, studierte ab 1611 an der Universität Helmstedt Theologie.
Hermann Conring wurde als zweitjüngstes von zehn Kindern des lutherischen Pastors Hermann Conring und dessen Frau, der Pfarrerstochter Galathea Copin, geboren. Sein Vater hatte in Rostock und Wittenberg Theologie studiert und ab 1588 eine Pastorenstelle in Hinte inne, die er 1600 aufgeben musste. Er siedelte mit seiner Familie nach Norden über, wo er erneut als Pastor tätig war. Hier wohnte er mit seiner Familie in der [[Alte Osterpastorei|Osterpastorei]].
 
Conrings Großvater väterlicherseits, Johannes, stammte aus Drenthe, von wo er gegen 1550 nach Norden kam. Von Conrings neun Geschwistern starben bis auf den ältesten Bruder Johannes alle bei einer Pestepidemie im Jahr 1611. Sein Bruder, zu dem er zeitlebens eine enge Verbindung hatte, studierte ab 1611 an der Universität Helmstedt Theologie.


Seine erste schulische Bildung erhielt Conring in Form des Hausunterrichts durch seine Mutter in Latein. Zwischen 1613 und 1620 besuchte er dann die [[Lateinschule]] in Norden. Noch als Schüler verfasste er seine ersten Aufsätze zu Themen der Philosophie. Darunter war auch eine Satire mit dem Titel Somnium seu Satyra Menippaea, in der sich Conring mit dem Wirken der großen Philosophen wie etwa Vergil auseinandersetzte. Ebendieser Aufsatz gelangte über seinen Bruder Johannes in die Hände von Cornelis Martini, der zu dieser Zeit Philosophie an der Universität Helmstedt lehrte. Auf dessen Drängen wurde Conring am 25. Oktober 1620 an der Universität Helmstedt immatrikuliert. Während seines fünf Jahre dauernden Studiums in Helmstedt hörte er Vorlesungen, unter anderem zur Philosophie des Aristoteles, bei Martini, der aber schon 1621 starb, Georg Calixt und Konrad Hornejus. Ebenso geprägt wurde er von Rudolf Diephold, Christoph Heidmann und Nicolaus Granius (1569–1631).
Seine erste schulische Bildung erhielt Conring in Form des Hausunterrichts durch seine Mutter in Latein. Zwischen 1613 und 1620 besuchte er dann die [[Lateinschule]] in Norden. Noch als Schüler verfasste er seine ersten Aufsätze zu Themen der Philosophie. Darunter war auch eine Satire mit dem Titel Somnium seu Satyra Menippaea, in der sich Conring mit dem Wirken der großen Philosophen wie etwa Vergil auseinandersetzte. Ebendieser Aufsatz gelangte über seinen Bruder Johannes in die Hände von Cornelis Martini, der zu dieser Zeit Philosophie an der Universität Helmstedt lehrte. Auf dessen Drängen wurde Conring am 25. Oktober 1620 an der Universität Helmstedt immatrikuliert. Während seines fünf Jahre dauernden Studiums in Helmstedt hörte er Vorlesungen, unter anderem zur Philosophie des Aristoteles, bei Martini, der aber schon 1621 starb, Georg Calixt und Konrad Hornejus. Ebenso geprägt wurde er von Rudolf Diephold, Christoph Heidmann und Nicolaus Granius (1569–1631).