Johannes Antwerpiensis: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Johannes Antwerpiensis''' war evangelisch-lutherischer Pastor in der Norder [[Ludgerikirche]]. Sein Nachname ist vermutlich latinisiert und nicht sein echter Geburtsname, der auf eine Herkunft aus der Stadt Antwerpen (Belgien) hinweist. Über Jahrhunderte war es üblich, dass sich Gelehrte latinisierte Namen gaben, um ihre hohe Bildung herauszustellen und sich von der Masse abzuheben. Auch beispielsweise [[Peter Friedrich Lubinus (1777)|Peter Friedrich Lubinus]], der Mitbegründer Norder Tabakfabrik [[Steinbömer & Lubinus]] entstammte einer gebildeten Familie, die eigentlich "Lübben" hieß. | '''Johannes Antwerpiensis''' (* vor 1525 in Antwerpen; † um oder nach 1583 in Norden) war von 1577 bis 1583 evangelisch-lutherischer Pastor in der Norder [[Ludgerikirche]].<ref name=":0" /> Sein Nachname ist vermutlich latinisiert und nicht sein echter Geburtsname, der auf eine Herkunft aus der Stadt Antwerpen (Belgien) hinweist. Über Jahrhunderte war es üblich, dass sich Gelehrte latinisierte Namen gaben, um ihre hohe Bildung herauszustellen und sich von der Masse abzuheben. Auch beispielsweise [[Peter Friedrich Lubinus (1777)|Peter Friedrich Lubinus]], der Mitbegründer Norder Tabakfabrik [[Steinbömer & Lubinus]] entstammte einer gebildeten Familie, die eigentlich "Lübben" hieß. | ||
==Leben== | ==Leben== | ||
Als 1577 der reformierte Pastor [[Andreas Larletanus]] starb, musste dessen Pfarrstelle in der [[Ludgerikirche]] neu besetzt werden. Ein von [[Johann II. Cirksena|Graf Johann II.]] bevorzugter, reformierter Kandidat (Wiard Ludolphi]] konnte sich aufgrund der Ablehnung durch die mehrheitlich lutheranische Bevölkerung nicht durchsetzen. Zudem war der Einfluss von [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]], der gemeinsam mit Johann II. regierte, größer und so wurde die Stelle mit dem lutheranischen Johannes Antwerpiensis besetzt. Auch die zweite Stelle wurde letztlich mit einem Lutheraner besetzt, da der eingesetzte, der Reformation nahestehende [[Adolph Empenius]], kurz nach seiner Einsetzung wieder durch Edzard II. abgesetzt wurde. Wenig später setzte Edzard II. auch den reformierten Pastor im [[Gasthaus]] ab, was eine Verhärtung der Spannungen zwischen ihm und seinem Bruder Johann II. sowie der beiden Glaubensrichtungen in Norden bewirkte.<ref>Voß, Klaas-Dieter (2018): Das Emder Religionsgespräch von 1578, Leipzig, S. 81</ref> Auch Antwerpiensis erwies sich als wenig tolerant und setzte bereits vor der Absetzung von Empenius das Abendmahl nach lutherischem Brauch durch.<ref>[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/norden-st-ludgeri/ | Als 1577 der reformierte Pastor [[Andreas Larletanus]] starb, musste dessen Pfarrstelle in der [[Ludgerikirche]] neu besetzt werden. Ein von [[Johann II. Cirksena|Graf Johann II.]] bevorzugter, reformierter Kandidat (Wiard Ludolphi]] konnte sich aufgrund der Ablehnung durch die mehrheitlich lutheranische Bevölkerung nicht durchsetzen. Zudem war der Einfluss von [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]], der gemeinsam mit Johann II. regierte, größer und so wurde die Stelle mit dem lutheranischen Johannes Antwerpiensis besetzt. Auch die zweite Stelle wurde letztlich mit einem Lutheraner besetzt, da der eingesetzte, der Reformation nahestehende [[Adolph Empenius]], kurz nach seiner Einsetzung wieder durch Edzard II. abgesetzt wurde. Wenig später setzte Edzard II. auch den reformierten Pastor im [[Gasthaus]] ab, was eine Verhärtung der Spannungen zwischen ihm und seinem Bruder Johann II. sowie der beiden Glaubensrichtungen in Norden bewirkte.<ref>Voß, Klaas-Dieter (2018): Das Emder Religionsgespräch von 1578, Leipzig, S. 81</ref> Auch Antwerpiensis erwies sich als wenig tolerant und setzte bereits vor der Absetzung von Empenius das Abendmahl nach lutherischem Brauch durch.<ref name=":0">[https://kirchengemeindelexikon.de/einzelgemeinde/norden-st-ludgeri/ Geschichte der Ludgerigemeinde Norden], abgerufen am 13. April 2021</ref> | ||
Im Sommer des Jahres wurde [[Johannes Ligarius]] zum Hofprediger von Ostfriesland durch [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II]] berufen. Damit wurde Ligarius der führende Theologe des Luthertums in Ostfriesland. Am 25. November 1579 fand das erste Religionsgespräch zwischen Reformierten und Lutheranern auf der Burg Berum statt. Von reformierter Seite erschienen nur Menso Alting aus Emden und Wicherus Millesius aus Hinte, während dazu von lutherischer Seite die Theologen Martin Faber aus Hage, Johannes Ligarius aus Norden, Bernhard Bloccius aus Woquard und Antwerpiensis selbst erschienen. Die Gespräche verliefen ergebnislos.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Ligarius.pdf Biographie des Johannes Ligarius in der Personendatenbank] der Ostfriesischen Landschaft</ref> | Im Sommer des Jahres wurde [[Johannes Ligarius]] zum Hofprediger von Ostfriesland durch [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II]] berufen. Damit wurde Ligarius der führende Theologe des Luthertums in Ostfriesland. Am 25. November 1579 fand das erste Religionsgespräch zwischen Reformierten und Lutheranern auf der Burg Berum statt. Von reformierter Seite erschienen nur Menso Alting aus Emden und Wicherus Millesius aus Hinte, während dazu von lutherischer Seite die Theologen Martin Faber aus Hage, Johannes Ligarius aus Norden, Bernhard Bloccius aus Woquard und Antwerpiensis selbst erschienen. Die Gespräche verliefen ergebnislos.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Ligarius.pdf Biographie des Johannes Ligarius in der Personendatenbank] der Ostfriesischen Landschaft</ref> | ||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references/> | <references /> | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||