Flackhaus: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;" ! colspan="2" | ==Flackhaus== |- | colspan="2" |{{#multimaps: | Title = Flackhaus | Text = Gebäud…“
 
K Textersetzung - „circlessss“ durch „circles“
 
(10 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 3: Zeile 3:
==Flackhaus==
==Flackhaus==
|-
|-
| colspan="2" |{{#multimaps:
| colspan="2" |{{#display_map:
| Title = Flackhaus
| Title = Flackhaus
| Text = Gebäude in Westermarsch I
| Text = Gebäude in Westermarsch I
| center = 53.56044493213122, 7.1142140418299675
| center = 53.56044493213122, 7.1142140418299675
| circle = 53.56044493213122, 7.1142140418299675 : 80
| circles = 53.56044493213122, 7.1142140418299675 : 40
| zoom = 16
| zoom = 16
| width = 300px
| width = 300px
Zeile 32: Zeile 32:
|}
|}
__NOTOC__
__NOTOC__
Das '''Flackhaus''' (später: Flachhaus) war ein Gulfhof am [[Flachhauser Weg]] in [[Westermarsch I]].
Das '''Flackhaus''' (später: ''Flachhaus'') war ein Gulfhof am [[Flachhauser Weg]] in [[Westermarsch I]].


==Geschichte==
==Geschichte==
Wann genau der Hof erbaut wurde, ist nicht bekannt. Sein Ursprung ist aber wohl im 16. oder 17. Jahrhundert zu suchen, in jedem Fall erst nach 1551, da der Hof auf dem [[Westermarscher Altes Neuland|alten Westermarscher Neuland]] liegt, das erst 1551 vollständig [[Liste der Eindeichungen|eingedeicht]] wurde. Der Hof wurde um 1750 abgebrochen, als letzter Besitzer wird [[Bebbe Uldrichs]] angegeben, der seinerzeit sowohl [[Deichrichter|Deich-]] als auch [[Sielrichter]] war.
Wann genau der Hof erbaut wurde, ist nicht bekannt. Sein Ursprung ist aber wohl im 16. oder 17. Jahrhundert zu suchen, in jedem Fall erst nach 1551, da der Hof auf dem [[Westermarscher Altes Neuland|alten Westermarscher Neuland]] liegt, das erst 1551 vollständig [[Liste der Eindeichungen|eingedeicht]] wurde. Der Hof wurde um 1750 abgebrochen, als einer seiner Besitzer wird [[Bebbe Ulrichs]] angegeben, der seinerzeit sowohl [[Deichrichter|Deich-]], als auch [[Sielrichter]] war. Offenbar gehörte zu dem Hof ein weiteres, kleines Haus, das direkt auf dem damaligen Deich stand. Von diesem Haus gibt es eine Abbildung aus dem Jahr 1746.<ref>Handschrift der Emder Kunst Nr. 352; StAA, Dep. I, Nr. 4133</ref> Es wurde 1837 auf Anordnung der [[Deichacht Norden|Westermarscher Deichacht]] abgebrochen, vermutlich um Verstärkungsmaßnahmen für den [[Westermarscher Seedeich]] zu weichen.<ref>Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Westermarsch, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, Nr. 10 S. 39</ref>


Offenbar gehörte zu dem Hof ein weiteres, kleines Haus, das direkt auf dem damaligen Deich stand. Von diesem Haus gibt es eine Abbildung aus dem Jahr 1746.<ref>Handschrift der Emder Kunst Nr. 352; StAA, Dep. I, Nr. 4133</ref> Es wurde 1837 auf Anordnung der [[Deichacht Norden|Westermarscher Deichacht]] abgebrochen, vermutlich um Verstärkungsmaßnahmen für den [[Westermarscher Seedeich]] zu weichen.<ref>Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Westermarsch, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, Nr. 10 S. 39</ref>
Es wird vermutet, dass vom oder im Flackhaus ein Seefeuer bedient wurde, das den in die [[Leybucht]] einfahrenden Schiffen zur Navigation diente.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:59159 Schreiber, Gretje (2012): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 59159</ref> Eine andere Möglichkeit ist, dass der Name sich von mit Wasser gefüllten Niederungen, sogenannten ''Flakken'', ableitet, die in den [[Marsch|Marschgebieten]] früher aufgrund des einst wesentlich höheren Grundwasserspiegels relativ häufig anzutreffen waren.


Es wird vermutet, dass vom oder im Flackhaus ein Seefeuer bedient wurde, das den in die [[Leybucht]] einfahrenden Schiffen zur Navigation diente.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:59159 Schreiber, Gretje (2012): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 59159</ref>
Der ursprüngliche Name ''Flackhaus'' verlor sich wohl im Zuge der preußischen Kartografierung der Region, da die Landvermesser des Niederdeutschen nicht mächtig waren und viele Begriffe so umgedeutet bzw. falsch niedergeschrieben und so Eingang in amtliche Verzeichnisse fanden.


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Aktuelle Version vom 22. Mai 2022, 11:46 Uhr

Flackhaus

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Entstehungszeit 16. oder 17. Jhdt.
Erbauer unbekannt
Bauweise Gulfhof
Erhaltungszustand um 1750 abgebrochen
Genaue Lage Flachhauser Weg 1

26506 Norden

Das Flackhaus (später: Flachhaus) war ein Gulfhof am Flachhauser Weg in Westermarsch I.

Geschichte

Wann genau der Hof erbaut wurde, ist nicht bekannt. Sein Ursprung ist aber wohl im 16. oder 17. Jahrhundert zu suchen, in jedem Fall erst nach 1551, da der Hof auf dem alten Westermarscher Neuland liegt, das erst 1551 vollständig eingedeicht wurde. Der Hof wurde um 1750 abgebrochen, als einer seiner Besitzer wird Bebbe Ulrichs angegeben, der seinerzeit sowohl Deich-, als auch Sielrichter war. Offenbar gehörte zu dem Hof ein weiteres, kleines Haus, das direkt auf dem damaligen Deich stand. Von diesem Haus gibt es eine Abbildung aus dem Jahr 1746.[1] Es wurde 1837 auf Anordnung der Westermarscher Deichacht abgebrochen, vermutlich um Verstärkungsmaßnahmen für den Westermarscher Seedeich zu weichen.[2]

Es wird vermutet, dass vom oder im Flackhaus ein Seefeuer bedient wurde, das den in die Leybucht einfahrenden Schiffen zur Navigation diente.[3] Eine andere Möglichkeit ist, dass der Name sich von mit Wasser gefüllten Niederungen, sogenannten Flakken, ableitet, die in den Marschgebieten früher aufgrund des einst wesentlich höheren Grundwasserspiegels relativ häufig anzutreffen waren.

Der ursprüngliche Name Flackhaus verlor sich wohl im Zuge der preußischen Kartografierung der Region, da die Landvermesser des Niederdeutschen nicht mächtig waren und viele Begriffe so umgedeutet bzw. falsch niedergeschrieben und so Eingang in amtliche Verzeichnisse fanden.

Einzelnachweise

  1. Handschrift der Emder Kunst Nr. 352; StAA, Dep. I, Nr. 4133
  2. Schreiber, Gretje (2009): Die Höfe in der Westermarsch, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier, Nr. 10 S. 39
  3. Schreiber, Gretje (2012): Historische Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, Nr. 59159

Siehe auch