Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 43: Zeile 43:
Die Norddeicher Straße beginnt [[Am Markt]] und endet an der Zufahrt zum [[Norddeicher Hafen]]. 1882 wurde sie ab dem [[Brummelkamp]] auch ''Norddeicher Chaussee'' genannt. Der andere, südliche Teil der Norddeicher Straße hieß 1882 ''Norder Straße'' oder auch ''Breite Lohne''. Heute ist sie die Hauptstraße von Norden nach Norddeich.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Die Norddeicher Straße beginnt [[Am Markt]] und endet an der Zufahrt zum [[Norddeicher Hafen]]. 1882 wurde sie ab dem [[Brummelkamp]] auch ''Norddeicher Chaussee'' genannt. Der andere, südliche Teil der Norddeicher Straße hieß 1882 ''Norder Straße'' oder auch ''Breite Lohne''. Heute ist sie die Hauptstraße von Norden nach Norddeich.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft</ref>


Der frühere Name ''Norder Straße'' kann als Pendant zu der nach Osten führenden [[Osterstraße]] und der nach Westen führenden [[Westerstraße]] verstanden werden. Im Norddeicher Teil hieß die Straße zu preußischen Zeiten ''Hohenzollernstraße'', benannt nach dem Geschlecht der Hohenzollern, aus denen auch die letzten deutschen Kaiser hervorgingen. In den Grenzen der [[Sandbauerschaft]] hieß die Norddeicher Straße noch ''[[Badestraße]]'', war jedoch mit der heutigen Badestraße in [[Norddeich]] keinesfalls identisch.<ref name=":2">Lottmann, Elfriede (1998): ''Fast vergessen: Die Sandbauerschaft.'' In: ''Heim und Herd'' im Ostfriesischen Kurier (April 1998)</ref> Bis 1919 wurde die Straße dann in ''Hohenzollernstraße'' umbenannt.<ref name=":2" /><ref name=":3" />
Der frühere Name ''Norder Straße'' kann als Pendant zu der nach Osten führenden [[Osterstraße]] und der nach Westen führenden [[Westerstraße]] verstanden werden. Im Norddeicher Teil hieß die Straße zu preußischen Zeiten ''Hohenzollernstraße'', benannt nach dem Geschlecht der Hohenzollern, aus denen auch die letzten deutschen Kaiser hervorgingen. In den Grenzen der [[Sandbauerschaft]] hieß die Norddeicher Straße noch ''[[Badestraße]]'', war jedoch mit der heutigen Badestraße in [[Norddeich]] keinesfalls identisch und in Norden in seinen Grenzen vor 1919 (Eingemeindung der [[Sandbauerschaft]]) noch ''Hohenzollernstraße''.<ref name=":2">Lottmann, Elfriede (1998): ''Fast vergessen: Die Sandbauerschaft.'' In: ''Heim und Herd'' im Ostfriesischen Kurier (April 1998)</ref><ref name=":3" /> Um 1919 (bis spätestens 1926) wurde die Straße dann gänzlich in ''Hohenzollernstraße'' umbenannt.<ref name=":2" />


Wie auch an der [[Bahnhofstraße]] und der [[Linteler Straße]] errichteten mehrere wohlhabende Großbauern, vorwiegend aus der [[Westermarsch]], um die Jahrhundertwende (um 1900) ihre Alterssitze als prachtvolle Stadtvillen, zumeist im Jugendstil.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 277</ref> Anhand der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf spätestens seitdem nicht geändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> In den Folgejahren entwickelte sie sich immer mehr zu einer Hauptstraße, durch die zahlreiche Erholungssuchende mit ihren Kutschen (und später Kraftfahrzeugen) nach [[Norddeich]] fuhren. Schon im Sommer 1929 berichtete der [[Ostfriesischer Kurier]] über einen regen Kraftfahrzeugverkehr auf der Norddeicher Straße.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref> Bis zum Bau der [[Umgehungsstraße]] vergingen dennoch gut 80 Jahre nach diesem Zeitungsbericht.
Wie auch an der [[Bahnhofstraße]] und der [[Linteler Straße]] errichteten mehrere wohlhabende Großbauern, vorwiegend aus der [[Westermarsch]], um die Jahrhundertwende (um 1900) ihre Alterssitze als prachtvolle Stadtvillen, zumeist im Jugendstil.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 277</ref> Anhand der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass sich der Straßenverlauf spätestens seitdem nicht geändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> In den Folgejahren entwickelte sie sich immer mehr zu einer Hauptstraße, durch die zahlreiche Erholungssuchende mit ihren Kutschen (und später Kraftfahrzeugen) nach [[Norddeich]] fuhren. Schon im Sommer 1929 berichtete der [[Ostfriesischer Kurier]] über einen regen Kraftfahrzeugverkehr auf der Norddeicher Straße.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 24</ref> Bis zum Bau der [[Umgehungsstraße]] vergingen dennoch gut 80 Jahre nach diesem Zeitungsbericht.
Zeile 51: Zeile 51:
1964 bis 1965 sowie erneut 1971 wurde die Straße erheblich verbreitert bzw. ausgebaut.<ref name=":0">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 110</ref><ref name=":1" /> Den Baumaßnahmen mussten neben ganzen Gebäuden, wie etwa das Haus [[Am Markt 54]], auch die Einfriedungsmauer mit Zaunelementen vor dem Hauptgebäude des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] weichen.<ref name=":1">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 17</ref> Ebenso mussten die alleeartige Bepflanzung sowie die zahlreichen und prachtvollen Vorgärten der Stadtvillen weichen und verschwanden hierdurch für immer aus dem Stadtbild.<ref name=":0" /> Entsprechend des Zeitgeistes zerstörten die Stadtplaner den historischen Anblick der Straße unwiderruflich zugunsten der vierspurigen Bundesstraße. Erst mit dem Einsetzen eines neuen Bewusstseins wurden zumindest die beiden äußeren Streifen zur Park- bzw. Radverkehrsflächen umgebaut.
1964 bis 1965 sowie erneut 1971 wurde die Straße erheblich verbreitert bzw. ausgebaut.<ref name=":0">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 110</ref><ref name=":1" /> Den Baumaßnahmen mussten neben ganzen Gebäuden, wie etwa das Haus [[Am Markt 54]], auch die Einfriedungsmauer mit Zaunelementen vor dem Hauptgebäude des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] weichen.<ref name=":1">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 17</ref> Ebenso mussten die alleeartige Bepflanzung sowie die zahlreichen und prachtvollen Vorgärten der Stadtvillen weichen und verschwanden hierdurch für immer aus dem Stadtbild.<ref name=":0" /> Entsprechend des Zeitgeistes zerstörten die Stadtplaner den historischen Anblick der Straße unwiderruflich zugunsten der vierspurigen Bundesstraße. Erst mit dem Einsetzen eines neuen Bewusstseins wurden zumindest die beiden äußeren Streifen zur Park- bzw. Radverkehrsflächen umgebaut.


Spätestens mit der Eingemeindung der [[Gemeinde Lintelermarsch]] musste die [[Hausnummerierung]] angepasst werden. Beispielsweise trug das heute als ''Hotel Möwchen'' bekannte Gebäude (früher Gastwirtschaft Mudder) früher die Anschrift ''Hohenzollernstraße 26'', <ref name=":2" />
Spätestens mit der Eingemeindung der [[Gemeinde Lintelermarsch]] musste die [[Hausnummerierung]] angepasst werden. Beispielsweise trug das heute als ''Hotel Möwchen'' bekannte Gebäude (früher Gastwirtschaft Mudder) früher die Anschrift ''Hohenzollernstraße 26'', die ehemalige [[Silbermühle]] hatte die Hausnummer 32.<ref name=":2" />


==Gebäude und Plätze==
==Gebäude und Plätze==