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Die '''Mennonitenkirche''' (auch: ''Kettler'sches Haus'') wurde 1662 ursprünglich als städtisches Wohnhaus erbaut. Seit 1795 dient es der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]] als Kirche.
Die '''Mennonitenkirche''' (auch: ''Kettler'sches Haus'') wurde 1662 ursprünglich als städtisches Wohnhaus erbaut. Seit 1795 dient es der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]] als Kirche, deren geistliches Zentrum sich bis dahin im Bereich [[Am Markt 27]] befand.


Das Gebäude umfasst drei Grundstücke, die bis dato eigenständig waren. Links befand sich ursprünglich eine Scheune, die zum Haupthaus (in der Mitte; erbaut 1662) gehörte. Das linke Gebäude wurde nach deM Abbruch der Scheune 1796 errichtet. Rechts befand sich einst die ''Süderpastorei'', die für die [[Süderkluft]] zuständig war sowie später eine Gastwirtschaft namens ''Koloss von Rhodos''. Dieser Teil wurde 1835 neu errichtet.
Das Gebäude umfasst drei Grundstücke, die bis dato eigenständig waren. Links befand sich ursprünglich eine Scheune, die zum Haupthaus (in der Mitte; erbaut 1662) gehörte. Das linke Gebäude wurde nach dem Abbruch der Scheune 1796 errichtet. Rechts befand sich einst die ''Süderpastorei'', die für die [[Süderkluft]] zuständig war sowie später eine Gastwirtschaft namens ''Koloss von Rhodos''. Dieser Teil wurde 1835 neu errichtet.


Der Abschnitt zur Geschichte der Süderpastorei wird aufgrund des Umfangs weiter unten gesondert behandelt (siehe Abschnitt [[Mennonitenkirche#Süderpastorei]]).
Der Abschnitt zur Geschichte der Süderpastorei wird aufgrund des Umfangs weiter unten gesondert behandelt (siehe Abschnitt [[Mennonitenkirche#Süderpastorei|Süderpastorei]]).
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==Geschichte==
==Geschichte==
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Am 15. Februar 1779 erwarb [[Rudolph Ludwig Haaß|Bürgermeister Haaß]] das Kettler'sche Haus für 6.300 Gulden in Gold.<ref name=":4" /><ref name=":3" /> Nach seinem Tode ging das Haus an seine Witwe [[Nicolai Haaß]], geborene Damm, die es ihrer Tochter aus erster Ehe [[Hermanna Nicolai Hoppe]], geborene Damm vermachte.<ref name=":3" />
Am 15. Februar 1779 erwarb [[Rudolph Ludwig Haaß|Bürgermeister Haaß]] das Kettler'sche Haus für 6.300 Gulden in Gold.<ref name=":4" /><ref name=":3" /> Nach seinem Tode ging das Haus an seine Witwe [[Nicolai Haaß]], geborene Damm, die es ihrer Tochter aus erster Ehe [[Hermanna Nicolai Hoppe]], geborene Damm vermachte.<ref name=":3" />


Am 2. März 1795 kam das Gebäude an die Mennonitengemeinde, die es - in Ermangelung eigener Körperschaftsrechte - über den aus Neustadtgödens stammenden, gebürtigen Norder Kaufmann [[Doede Lübberts Cremer]] für 9.100 Gulden in Gold erwarb, in den Besitz des Hauses.<ref name=":4" /><ref>Clemens, Michael (2006): Eine Gemeinschaft mit Tradition, in: Ostfriesischer Kurier vom 17. Juni 2006, S. 33</ref> Dieser verschwägerte sich später durch Heirat seiner [[Antje ten Doornkaat Koolman (1778)|Tochter Antje]] mit dem mennonitischen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1773)|Jan ten Doornkaat Koolman]].<ref>[http://www.familie-herlyn.de/webtrees/individual.php?pid=I10505&ged=familie_herlyn.ged Stammbaum der Familie Herlyn], abgerufen am 22. März 2021</ref> Bereits vor dem Bau der Kirche besaß die Gemeinde ein eigenes Gebeteshaus (Vermaning) im Bereich [[Am Markt 29]].<ref name=":6" /><ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 85</ref> Im 18. Jahrhundert spaltete sich die Gemeinde in eine flämische und waterländische Gemeinde. Im April 1780 kam es schließlich zur Wiedervereinigung beider Norder Gemeinden. Bereits zuvor hatte sich die Mennonitengemeinde in der Krummhörn der flämischen Gemeinde angeschlossen.<ref name=":6">[https://www.mennoniten.de/gemeinden/vereinigung/norden/ Vorstellung der Mennonitengemeinde], abgerufen am 23. März 2021</ref>
Am 2. März 1795 kam das Gebäude an die Mennonitengemeinde, die es - in Ermangelung eigener Körperschaftsrechte - über den aus Neustadtgödens stammenden, gebürtigen Norder Kaufmann [[Doede Lübberts Cremer]] für 9.100 Gulden in Gold erwarb, in den Besitz des Hauses.<ref name=":4" /><ref>Clemens, Michael (2006): Eine Gemeinschaft mit Tradition, in: Ostfriesischer Kurier vom 17. Juni 2006, S. 33</ref> Dieser verschwägerte sich später durch Heirat seiner [[Antje ten Doornkaat Koolman (1778)|Tochter Antje]] mit dem mennonitischen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1773)|Jan ten Doornkaat Koolman]].<ref>[http://www.familie-herlyn.de/webtrees/individual.php?pid=I10505&ged=familie_herlyn.ged Stammbaum der Familie Herlyn], abgerufen am 22. März 2021</ref> Bereits vor dem Bau bzw. Erwerb der Kirche besaß die Gemeinde ein eigenes Gebeteshaus (Vermaning) im Bereich [[Am Markt 29]].<ref name=":6" /><ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 85</ref> Im 18. Jahrhundert spaltete sich die Gemeinde in eine flämische und waterländische Gemeinde. Im April 1780 kam es schließlich zur Wiedervereinigung beider Norder Gemeinden. Bereits zuvor hatte sich die Mennonitengemeinde in der Krummhörn der flämischen Gemeinde angeschlossen.<ref name=":6">[https://www.mennoniten.de/gemeinden/vereinigung/norden/ Vorstellung der Mennonitengemeinde], abgerufen am 23. März 2021</ref>


1796 wurde der linke (östliche) Flügelanbau errichtet.<ref name=":1" /> Die Gemeinde war am 2. März 1795 Eigentümer des Hauses Am Markt 16 geworden, das sich ursprünglich direkt neben dem heutigen [[Rathaus]] befand. Auf dem Grund der heutigen Hausnummer 16 befand sich eine Scheune.<ref name=":4" />
1796 wurde der linke (östliche) Flügelanbau errichtet.<ref name=":1" /> Die Gemeinde war am 2. März 1795 Eigentümer des Hauses Am Markt 16 geworden, das sich ursprünglich direkt neben dem heutigen [[Rathaus]] befand. Auf dem Grund der heutigen Hausnummer 16 befand sich eine Scheune.<ref name=":4" />