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Walther erbaute das Haus 1777 neu, veräußerte es jedoch schon gut zwei Jahre später wieder, um aus dem Erlös seinen Lebensabend zu bestreiten.<ref name=":2" /><ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95</ref> Am 2. August 1779 wurde das Gebäude von [[Claas Abraham Decknatel]] erworben, dem zuvor schon das benachbarte [[Süderhaus]] gehörte. Doch auch Decknatel blieb nicht lange Eigentümer und verkaufte das schöne Haus mitsamt Scheune und Garten am 23. Oktober 1780 wieder. In jener Zeit findet sich eine recht detaillierte Beschreibung der Raumaufteilung: Beim Eintritt in das Haus gelangte man zunächst in einen breiten Gang bzw. Flur. Links befand sich eine breite Tür mit zwei Flügeln, durch die man in eine große, schöne Kammer gelangte. Diese war mit drei englischen Fenstern, einem Holzfußboden und einem großen eisernen Ofen mit Aufsatz ausgerüstet. Auch die sich daran anschließende Kammer besaß einen Holzfußboden, eine Alkove (Bettnische) und darüber einen Schrank. Außer einer Kammer war aus dem Hof heraus noch eine Küche aufzufinden, die mit grünen Bremer Floren gepflastert war. Auf einer festen Treppe mit einem Geländer, unter der sich ein Kleiderschrank befand, kam man auf den Boden. Dieser hatte vorne und hinten drei englische Fenster. Mit geringen Kosten hätte man hier zwei weitere Stuben einrichten können. Im hinteren Bereich des Haupthauses befand sich eine Scheune, hinter dem sich wiederum der steinerne Abort befand sowie ferner ein Brunnen mit einer Winde, Seil und Kette. Im Garten wuchsen fruchtbare Bäume.<ref name=":2" />
Walther erbaute das Haus 1777 neu, veräußerte es jedoch schon gut zwei Jahre später wieder, um aus dem Erlös seinen Lebensabend zu bestreiten.<ref name=":2" /><ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95</ref> Am 2. August 1779 wurde das Gebäude von [[Claas Abraham Decknatel]] erworben, dem zuvor schon das benachbarte [[Süderhaus]] gehörte. Doch auch Decknatel blieb nicht lange Eigentümer und verkaufte das schöne Haus mitsamt Scheune und Garten am 23. Oktober 1780 wieder. In jener Zeit findet sich eine recht detaillierte Beschreibung der Raumaufteilung: Beim Eintritt in das Haus gelangte man zunächst in einen breiten Gang bzw. Flur. Links befand sich eine breite Tür mit zwei Flügeln, durch die man in eine große, schöne Kammer gelangte. Diese war mit drei englischen Fenstern, einem Holzfußboden und einem großen eisernen Ofen mit Aufsatz ausgerüstet. Auch die sich daran anschließende Kammer besaß einen Holzfußboden, eine Alkove (Bettnische) und darüber einen Schrank. Außer einer Kammer war aus dem Hof heraus noch eine Küche aufzufinden, die mit grünen Bremer Floren gepflastert war. Auf einer festen Treppe mit einem Geländer, unter der sich ein Kleiderschrank befand, kam man auf den Boden. Dieser hatte vorne und hinten drei englische Fenster. Mit geringen Kosten hätte man hier zwei weitere Stuben einrichten können. Im hinteren Bereich des Haupthauses befand sich eine Scheune, hinter dem sich wiederum der steinerne Abort befand sowie ferner ein Brunnen mit einer Winde, Seil und Kette. Im Garten wuchsen fruchtbare Bäume.<ref name=":2" />


Das Haus wurde sodann von [[Johann Friedrich Wilken]] für 3.050 Gulden erworben. Dieser richtete hier 1785 die Gastwirtschaft ''Zum Elephanten'' ein.<ref name=":0" /><ref name=":3">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 73</ref> Ab 1855 war [[Johann Heinrich de Boer]] Besitzer des ''Elephanten''.<ref name=":3" />
Das Haus wurde sodann von [[Johann Friedrich Wilken]] für 3.050 Gulden erworben. Dieser richtete hier 1785 die Gastwirtschaft ''Zum Elephanten'' ein.<ref name=":0" /><ref name=":3">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 73</ref> Ab 1855 war [[Johann Hinrich de Boer]] Besitzer des ''Elephanten''.<ref name=":3" /> Um 1872 gehörte das Gebäude [[Tjado Meyenburg|Tjado G. Meyenburg]], der hier ebenfalls eine Gastwirtschaft betrieb.<ref name=":3" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 196</ref> Seit spätestens 1886 und noch bis mindestens 1907 war der Gasthof dann im Besitz der Familie Oldewurtel, beginnend mit [[Jacob Oldewurtel|Jacob J. Oldewurtel]].<ref>Weege, Jans (2021): Die Geschichte der Feuerwehr Norden, Norden, S. 5</ref><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 100</ref> Am 26. Oktober 1889 wurde hier das Richtfest für den im Bau befindlichen [[Schlachthof]] gefeiert.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 39</ref>


Um 1872 gehörte das Gebäude einem T. G. Meyenburg, der hier ebenfalls eine Gastwirtschaft betrieb.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 196</ref> Seit spätestens 1886 und noch bis mindestens 1907 war der Gasthof dann im Besitz der Familie Oldewurtel.<ref>Weege, Jans (2021): Die Geschichte der Feuerwehr Norden, Norden, S. 5</ref><ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 100</ref> Am 26. Oktober 1889 wurde hier das Richtfest für den im Bau befindlichen [[Schlachthof]] gefeiert.<ref>Gödeken, Lina (2000): Rund um die Synagoge in Norden. Die Geschichte der Synagogengemeinde seit 1866, Aurich, S. 39</ref>
1922 erwarb Druckereibesitzer [[Heinrich Soltau]] das Gebäude - nachdem er sich von seinem Bruder [[Otto Soltau|Otto G. Soltau]] getrennt hatte - und ließ es um ein zweites Obergeschoss mit Mansarddach erweitern. Im ersten Obergeschoss ließ er einen Erker anfügen. Am obersten Giebel ließ er einen goldenen Elefanten anbringen, der an die ehemalige Gastwirtschaft erinnern soll.<ref name=":0" /><ref name=":4">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 74</ref> Der Name Elefantenhaus hatte sich jedoch zu dieser Zeit längst im Norder Sprachgebrauch etabliert.<ref name=":4" />


1922 erwarb Druckereibesitzer [[Heinrich Soltau]] das Gebäude und ließ es um ein zweites Obergeschoss mit Mansarddach erweitern. Im ersten Obergeschoss ließ er einen Erker anfügen. Am obersten Giebel ließ er einen goldenen Elefanten anbringen, der an die ehemalige Gastwirtschaft erinnern soll.<ref name=":0" /> Nach dem Umzug des [[Soltau Kurier Norden]] in das [[Gewerbegebiet Leegemoor]] wurde die Immobilie im Dezember 1981 an [[Anton Götz]] verkauft.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118</ref> 1983 richtete Götz in dem Gebäude eine Apotheke und eine Zahnarztpraxis ein.<ref>75 Jahre Anton Götz (Beilage zum Ostfriesischen Kurier)</ref> Die neuen Eigner entfernten die historische, ansehnliche Tür und ersetzten sie durch eine schmucklose, unpassende Glas- und Metalltür.
Nach dem Umzug des [[Soltau Kurier Norden]] in das [[Gewerbegebiet Leegemoor]] wurde die Immobilie im Dezember 1981 an [[Anton Edzard Götz]] verkauft.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 118</ref> 1983 richtete Götz in dem Gebäude eine Apotheke und eine Zahnarztpraxis ein.<ref>75 Jahre Anton Götz (Beilage zum Ostfriesischen Kurier)</ref> Allgemein wurde das Gebäude weitläufig umgestaltet. Aus der Wanderung vor dem Hause wurde ein kleines Gärtchen. Die große Kammer im Erdgeschoss, in der sich der Schankraum befand, wurde zur Anzeigenabteilung und 1992 schließlich zur Apotheke. Eine zu Zeiten der Gastwirtschaft über dem einstigen Stall errichtete Bühne mit großem Saal nahm die Buchbinderei und Setzerei auf.<ref name=":4" /> Die neuen Eigner entfernten die historische, ansehnliche Tür und ersetzten sie durch eine schmucklose, unpassende Glas- und Metalltür.


Während das Untergeschoss nach wie vor als Apotheke genutzt wird, befinden sich im Obergeschoss mittlerweile Ferienwohnungen.<ref>[https://www.ferienwohnungen-am-markt-norden.de/ Internetseite der "Ferienwohnungen Am Markt"], abgerufen am 10. Mai 2021</ref>
Während das Untergeschoss nach wie vor als Apotheke genutzt wird, befinden sich im Obergeschoss mittlerweile Ferienwohnungen.<ref>[https://www.ferienwohnungen-am-markt-norden.de/ Internetseite der "Ferienwohnungen Am Markt"], abgerufen am 10. Mai 2021</ref>


==Trivia==
==Trivia==
Zu den bekannten Gästen der Wirtschaft zählte Wilhelm Busch, der bei Besuchen bei seinem Neffen [[Adolf Nöldeke]] häufig hier einkehrte und in geselliger Runde ein Gedicht über den [[Doornkaat|Doornkaatschnaps]] (''Dorenkat'') verfasste.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 60</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64</ref>
Zu den bekannten Gästen der Wirtschaft zählte Wilhelm Busch, der bei Besuchen bei seinem Neffen [[Adolf Nöldeke]] häufig hier einkehrte und in geselliger Runde ein Gedicht über den [[Doornkaat|Doornkaatschnaps]] (''Dorenkat'') verfasste.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 60</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64</ref> In dieser Zeit sei auch die bekannte Postkarte ''Die Folgen des Doornkaat'' (Dorenkat) entstanden.<ref name=":3" />


==Galerie==
==Galerie==
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*[[Süderhaus]]
*[[Süderhaus]]


[[index.php?title=Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[Kategorie:Gebäude im Stadtgebiet]]
[[index.php?title=Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Gebäude in Norden (Stadtteil)]]
[[index.php?title=Kategorie:Norden (Stadtteil)]]
[[Kategorie:Norden (Stadtteil)]]