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Laut Gründungsunterlagen wurde die Schule 1875 als ''Landwirtschaftliche Vorschule'' gegründet, der Volksmund taufte sie jedoch schon bald in ''Ackerbauschule'' um. Schon um 1850 hatte die [[Landdrostei]] in Aurich die Notwendigkeit zur Errichtung einer Fortbildungsschule für Jugendliche in landwirtschaftlichen Berufen erkannt. Sogar beim Innenministerium in Hannover erkannte man an, dass eine solche Notwendigkeit besteht und bevorzugte Norden als Standort einer solchen Schule, denn ''Norden liege auf der [[Geest]] nahe der fruchtbaren [[Marsch]] und der Sandboden um Norden werde so ausgezeichnet mit Spaten und Pflug bearbeitet wie sonst nirgends im Königreich Hannover''. Ein weiterer Punkt war die Lage nahe der (damals noch wesentlich ausgedehnteren) Heide- und Moorlandschaften, sodass alle wichtigen, heimischen Bodentypen abgedeckt waren.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 128</ref><ref name=":3">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 247</ref> Eine der Bedingungen für eine amtliche Förderung in Höhe von 600 bis 1.000 Reichstalern war, dass mindestens 10 bis 20 Schüler die Schule besuchen können.<ref name=":3" />
Laut Gründungsunterlagen wurde die Schule 1875 als ''Landwirtschaftliche Vorschule'' gegründet, der Volksmund taufte sie jedoch schon bald in ''Ackerbauschule'' um. Schon um 1850 hatte die [[Landdrostei]] in Aurich die Notwendigkeit zur Errichtung einer Fortbildungsschule für Jugendliche in landwirtschaftlichen Berufen erkannt. Sogar beim Innenministerium in Hannover erkannte man an, dass eine solche Notwendigkeit besteht und bevorzugte Norden als Standort einer solchen Schule, denn ''Norden liege auf der [[Geest]] nahe der fruchtbaren [[Marsch]] und der Sandboden um Norden werde so ausgezeichnet mit Spaten und Pflug bearbeitet wie sonst nirgends im Königreich Hannover''. Ein weiterer Punkt war die Lage nahe der (damals noch wesentlich ausgedehnteren) Heide- und Moorlandschaften, sodass alle wichtigen, heimischen Bodentypen abgedeckt waren.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 128</ref><ref name=":3">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 247</ref> Eine der Bedingungen für eine amtliche Förderung in Höhe von 600 bis 1.000 Reichstalern war, dass mindestens 10 bis 20 Schüler die Schule besuchen können.<ref name=":3" />


Sehr für den Aufbau der Schule setzte sich auch Bürgermeister [[Johann Taaks|Johann Hillern Taaks]] ein, der beim Ministerium auch darauf hinwies, dass Norden mit einem [[Ulrichsgymnasium|Gymnasium]] und einer [[Höhere Töchterschule|Höheren Töchterschule]] über genügend studierte Lehrkräfte verfügte.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 248</ref> Dazu kämen weitere vorgebildete Lehrkräfte der [[Gewerbeschule]].<ref name=":0" /><ref name=":4" /> Natürlich gab es auch [[Liste der Schulen im Stadtgebiet|weitere Schulen]], doch waren die Lehrer dort in der Regel nicht akademisch, sondern höchstens in Seminaren vorgebildet. Diese Lehrkräfte bezeichnete man als ''Schulmeister''.
Sehr für den Aufbau der Schule setzte sich auch Bürgermeister [[Johann Taaks|Johann Hillern Taaks]] ein, der beim Ministerium auch darauf hinwies, dass Norden mit einem [[Ulrichsgymnasium|Gymnasium]] und einer [[Höhere Töchterschule|Höheren Töchterschule]] über genügend studierte Lehrkräfte verfügte.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 248</ref> Dazu kämen weitere vorgebildete Lehrkräfte der [[Gewerbeschule]].<ref name=":0" /><ref name=":4" /> Natürlich gab es auch [[Liste der Schulen im Stadtgebiet|weitere Schulen]], doch waren die Lehrer dort in der Regel nicht akademisch, sondern höchstens in Seminaren vorgebildet. Diese Lehrkräfte bezeichnete man als [[Schulmeister]].


Am 1. Oktober 1875 begann für die nun ''Landwirtschaftliche Winterschule'' genannte Schule schließlich der Schulbetrieb. Mangels eigener Räumlichkeiten fand der Unterricht in den ersten Jahren noch im [[Ulrichsgymnasium]] statt.<ref name=":0" /> Unterstützt wurde das Vorhaben finanziell auch vom ''Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland'' und der Ostfriesischen Landschaft.<ref name=":1">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Wegner.pdf Henninger, Wolfgang (2001): Ostfriesische Landschaft. Biographie des Adolf Wegner], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Erster Schuldirektor wurde [[Adolf Wegner]], noch bevor dieser sein eigenes Studium offiziell abgeschlossen hatte. Er hatte zunächst im Winter angehende Landwirte zu unterrichten und im Sommer als Wanderlehrer bei den Zweigvereinen zu arbeiten. Der Fachunterricht umschloss Tierkunde, Zuchtlehre, Tierheilkunde, Pflanzen- und Bodenkunde, Betriebslehre und Buchführung, Wiesenbau und Drainagen, Gartenbau und Obstkultur.<ref name=":1" /> Weitere Lehrkräfte waren der aus Wetzlar stammende [[Hermann Jungk]], der seinerzeit Direktor der [[Höhere Töchterschule|Höheren Töchterschule]] war, der Veterinärarzt Voß, der Humanmediziner Dr. Hoppe sowie der als Privatlehrer tätige [[Heinrich Eggers|Dr. phil. Heinrich Eggers]]. Als Kuratorium fungierten namhafte Persönlichkeiten wie der Lütetsburger Graf von Innhausen und Knyphausen, der Gutsbesitzer [[Sicco Theodor van Hülst]] und Bürgermeister [[Johann Taaks|Johann Hillern Taaks]].<ref name=":5">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 141</ref>
Am 1. Oktober 1875 begann für die nun ''Landwirtschaftliche Winterschule'' genannte Schule schließlich der Schulbetrieb. Mangels eigener Räumlichkeiten fand der Unterricht in den ersten Jahren noch im [[Ulrichsgymnasium]] statt.<ref name=":0" /> Unterstützt wurde das Vorhaben finanziell auch vom ''Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland'' und der Ostfriesischen Landschaft.<ref name=":1">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Wegner.pdf Henninger, Wolfgang (2001): Ostfriesische Landschaft. Biographie des Adolf Wegner], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Erster Schuldirektor wurde [[Adolf Wegner]], noch bevor dieser sein eigenes Studium offiziell abgeschlossen hatte. Er hatte zunächst im Winter angehende Landwirte zu unterrichten und im Sommer als Wanderlehrer bei den Zweigvereinen zu arbeiten. Der Fachunterricht umschloss Tierkunde, Zuchtlehre, Tierheilkunde, Pflanzen- und Bodenkunde, Betriebslehre und Buchführung, Wiesenbau und Drainagen, Gartenbau und Obstkultur.<ref name=":1" /> Weitere Lehrkräfte waren der aus Wetzlar stammende [[Hermann Jungk]], der seinerzeit Direktor der [[Höhere Töchterschule|Höheren Töchterschule]] war, der Veterinärarzt Voß, der Humanmediziner Dr. Hoppe sowie der als Privatlehrer tätige [[Heinrich Eggers|Dr. phil. Heinrich Eggers]]. Als Kuratorium fungierten namhafte Persönlichkeiten wie der Lütetsburger Graf von Innhausen und Knyphausen, der Gutsbesitzer [[Sicco Theodor van Hülst]] und Bürgermeister [[Johann Taaks|Johann Hillern Taaks]].<ref name=":5">Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 141</ref>