Osterpastorei: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das Gebäude wurde im Jahre 1573 | Das Gebäude wurde im Jahre 1573 auf Geheiß von [[Johann II. Cirksena|Graf Johann II.]] als Dienstwohnung bzw. Amtssitz für den Pastoren der [[Ludgerikirche]] erbaut.<ref name=":1" /> Dies ist insofern bemerkenswert, als dass das Gebäude für den lutherischen Pfarrer errichtet wurde, Johann II. jedoch strenger Verfechter des reformierten Glaubens war.<ref>Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 40</ref><ref name=":2">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 40</ref> | ||
Der kirchliche Zuständigkeitsbereich des Pfaffers umfasste die [[Osterkluft]], woraus sich der Name ''Osterpastorei'' erklärt.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 9</ref><ref name=":3">[https://www.heiko-campen.de/theelachtii.htm Die Geschichte der Theelacht], abgerufen am 7. September 2021</ref> Das auf der anderen Seite des Marktes liegende Gegenstück der ''Osterpastorei'' war die ''[[Westerpastorei]]'' (Hausnummer 33).<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 12f.</ref> | |||
Erstmalig erwähnt wird der oder zumindest ein Vorgängerbau des heutigen Gebäudes als ''Osthoverlehn'', benannt nach jenem an der Bucht von Hilgenriedersiel befindlichen Theel (Länderei im Besitz der [[Theelacht]]), das das Auskommen des Pastors finanzierte.<ref name=":3" /> Bis 1578 hatte der Pfarrer zudem volles Verfügungsrecht über das [[Leegemoor]] und konnte durch Verpachtung bzw. den Torfabbau nicht unerhebliche Einkünfte erzielen. Nachfolgend wurde dieses Privileg jedoch an die Genossenschaft der [[Altenbürgerlande]] übertragen.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 46</ref> | |||
1606 wurde in dem Gebäude berühmte [[Hermann Conring]] geboren, dessen gleichnamiger Vater zu dieser Zeit die Norder Pastorenstelle innehatte.<ref name=":0">Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 180</ref> Einen weiteren berühmten Bewohner bekam das inzwischen nicht mehr als Dienstwohnung genutzte Gebäude im 18. Jahrhundert, als der seinerzeit in Norden tätige [[Johann Christian Reil]] hier wohnte.<ref name=":0" /> | |||
Später fielen auch [[Süderneuland I]], [[Süderneuland II]], [[Bargebur]] sowie Halbemond und Lütetsburg einschließlich der Moorriegen östlich der [[Bundesstraße]], die zusammen den ländlichen Pfarrbezirk der Osterpastorei bildeten, in ihren Zuständigkeitsbereich.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 45</ref> | |||
Die lutherische Gemeinde blieb noch bis zum 29. März 1784 Besitzer der Osterpastorei. An jenem Tag wurde das Haus von [[Sabine Elisabeth Voss|Sabine Elisabeth Voss, geb. Brinkmann]], der Witwe des [[Johann Christoph Voss]] (Namensgeber des benachbarten ''[[Vossenhus]]'') für 1.050 Gulden erworben. Zum 1. Mai 1795 übernahm ihr Sohn [[Nicolaus Voss]] das Haus für 700 Reichstaler und ließ den Besitzanteil seiner Geschwister am 23. August 1824 im Grundbuch eintragen.<ref name=":2" /> | |||
Um 1830 waren laut Brandkataster [[Bodo Diedrich Hoppe]], um 1863 [[Fimme Selmon|Fimme H. Selmon]], um 1877 der Maler [[Wilhelm Themann]] und 1904 die Witwe des Hoteliers [[Hinderk Ludwig Ploeger]] Eigentümer des Hauses. Im Adressbuch von 1926 gehörte das Haus dem Arzt [[Diederich Cremer|Dr. med. Diederich Cremer]]. Seit spätestens 1950/51 war Familie Schipper, bekannt als Friseur (vorher im nahegelegenen [[Haus Schipper]]) Eigentümerin des Hauses und ist es noch bis heute.<ref name=":2" /> | |||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||