Katholische Schule: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 41: | Zeile 41: | ||
Bis die Reformation ab 1527 auch in Norden Einzug hielt, war die Stadt rein katholisch geprägt. Dies änderte sich, nachdem die Lutheraner sich gegen die Katholiken und die Reformierten durchsetzen konnten. Bis heute ist die Stadt überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt. Katholische Kirchen gab es nun nicht mehr und nur noch vereinzelt katholische Christen. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts näherten sich die Katholiken wieder vorsichtig der Stadt, bis sie im späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts allmählich wieder ein anerkannter Teil des religiösen Lebens der Stadt Norden. | Bis die Reformation ab 1527 auch in Norden Einzug hielt, war die Stadt rein katholisch geprägt. Dies änderte sich, nachdem die Lutheraner sich gegen die Katholiken und die Reformierten durchsetzen konnten. Bis heute ist die Stadt überwiegend evangelisch-lutherisch geprägt. Katholische Kirchen gab es nun nicht mehr und nur noch vereinzelt katholische Christen. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts näherten sich die Katholiken wieder vorsichtig der Stadt, bis sie im späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts allmählich wieder ein anerkannter Teil des religiösen Lebens der Stadt Norden. | ||
1843 wurde dem [[Kapelle St. Michael|Pastorat]] eine Schule angegliedert. Bis dahin besuchten die katholischen Schüler die anderen Schulen der Stadt, nur der Religionsunterricht wurde für diese an den jeweiligen Schule von dem katholischen Pastor wahrgenommen. Bereits am 8. Mai 1840 das Wohnhaus der Familie Fresmer auf dem rechts anliegenden Grundstück erworben (Anschrift: [[Westerkluft]] 3 | 1843 wurde dem [[Kapelle St. Michael|Pastorat]] eine Schule angegliedert. Bis dahin besuchten die katholischen Schüler die anderen Schulen der Stadt, nur der Religionsunterricht wurde für diese an den jeweiligen Schule von dem katholischen Pastor wahrgenommen. Bereits am 8. Mai 1840 wurde das Wohnhaus der Familie Fresmer auf dem rechts anliegenden Grundstück erworben (Anschrift: [[Westerkluft]], 3. [[Rott]], Nr. 365). Der Kaufpreis betrug 86 Pistolen (1 Pistole = 5 Goldmünzen) und 350 Reichstaler in Gold. Nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren sowie Umbauarbeiten konnte der Schulbetrieb am 8. Mai 1843 mit 32 Kindern begonnen werden.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 85</ref> Bis dahin fand der Schulbetrieb im Pastorat selbst statt.<ref name=":0" /> 1862 besuchten bereits 46 Kinder die katholische Schule. Unterrichtet wurden sie von [[Friedrich Hovestedt]].<ref name=":2" /> | ||
Der Lehrer musste zugleich die Aufgaben des Küsters wahrnehmen und wurde sehr schlecht bezahlt, was den allgemein klammen Finanzen der Gemeinde geschuldet war.<ref name=":0">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 15</ref> Auch die allgemeinen Zustände an der Schule werden als äußerst schlecht beschrieben. Neben dieser hatte sich einige Jahre nach der Eröffnung ein Krämer angesiedelt, der mit altem Eisen, Knochen und Lumpen handelte. Zwischen diesen übelriechenden Haufen tobten die Kinder umher und brachten Ungeziefer mit nach Hause. Infolge einer damals noch fehlenden Kanalisation und der daraus mangelnden Hygienesituation kam es zudem zu Krankheitsausbrüchen.<ref name=":1">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 17</ref> | Der Lehrer musste zugleich die Aufgaben des Küsters wahrnehmen und wurde sehr schlecht bezahlt, was den allgemein klammen Finanzen der Gemeinde geschuldet war.<ref name=":0">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 15</ref> Auch die allgemeinen Zustände an der Schule werden als äußerst schlecht beschrieben. Neben dieser hatte sich einige Jahre nach der Eröffnung ein Krämer angesiedelt, der mit altem Eisen, Knochen und Lumpen handelte. Zwischen diesen übelriechenden Haufen tobten die Kinder umher und brachten Ungeziefer mit nach Hause. Infolge einer damals noch fehlenden Kanalisation und der daraus mangelnden Hygienesituation kam es zudem zu Krankheitsausbrüchen.<ref name=":1">Foraita, Heinz (1985): Dein sind die Zeiten, Herr. Die Geschichte der Katholischen Gemeinde Norden. Herausgegeben zur 100-Jahr-Feier der St.-Ludgerus-Kirche zu Norden, Norden, S. 17</ref> | ||