Burggraben: Unterschied zwischen den Versionen
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Der alte Teil der [[Molkereilohne]] zählte um 1909 noch zum Burggraben. Die Großeltern von [[Claus Herlyn]] besaßen - urkundlich belegt - ein Hausgrundstück am Burggraben 29, welches nach heutiger Bezeichnugn die Anschrift Molkereilohne 4 trägt.<ref>Angaben von Claus Herlyn unter dem facebook-Beitrag zum Burggraben am 22. Juli 2023</ref> Das ist ja insofern besonders interessant, da auch die [[Hooge Riege]] zum Burggraben zählte und man nun noch anhand der Molkereilohne den alten Verlauf des Burggrabens (im eigentlichen Sinne, also des Wassergrabens der Burg) vermuten kann. | Der alte Teil der [[Molkereilohne]] zählte um 1909 noch zum Burggraben. Die Großeltern von [[Claus Herlyn]] besaßen - urkundlich belegt - ein Hausgrundstück am Burggraben 29, welches nach heutiger Bezeichnugn die Anschrift Molkereilohne 4 trägt.<ref>Angaben von Claus Herlyn unter dem facebook-Beitrag zum Burggraben am 22. Juli 2023</ref> Das ist ja insofern besonders interessant, da auch die [[Hooge Riege]] zum Burggraben zählte und man nun noch anhand der Molkereilohne den alten Verlauf des Burggrabens (im eigentlichen Sinne, also des Wassergrabens der Burg) vermuten kann. | ||
1976 wurde die Straße erheblich ausgebaut und erweitert, um dem wachsenden Straßenverkehr Herr zu werden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 79</ref> Dabei entgingen die historischen Bauten des Burggrabens nur knapp dem Schicksal der benachbarten Bauten von [[Kirchstraße]], [[Sielstraße]] sowie der umliegenden Wege, die im Rahmen der [[Altstadtsanierung]] abgebrochen wurden. Norden verlor dadurch unwiederbringlich einen Großteil seiner historischen Bausubstanz. Die dort entstandenen, nichtssagenden Hochhäusern führten vereinzelt bereits im Vorfeld, aber insbesondere wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung zu massiver Kritik und einem kollektiven Umdenken, sodass man die Häuser am Burggraben bewahrte und bis 1991 sanierte, anstatt sie zu planieren.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref><ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0270538.jpg)</ref> | Im Mai 1954 fand ein Schüler am Südabhang der [[Mennonitenlohne]] einen bearbeiteten Stein. Man ging zunächst davon aus, dass dieser aus der Zeit der ersten nachweisbaren Besiedlung des Gebietes, sprich etwa 2.500 bis 1.800 vor Christus, stammte. Spätere Deutungen wiesen jedoch daraufhin, dass dieser Stein vermutlich aus dem Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammt. Der Fundort und die jüngeren Erkenntnisse lassen die Vermutung zu, dass dieser Stein dem Umfeld der Olde Borg oder gar dieser selbst entstammen könnte. | ||
1976 wurde die Straße erheblich ausgebaut und erweitert, um dem wachsenden Straßenverkehr Herr zu werden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 79</ref> Dabei entgingen die historischen Bauten des Burggrabens nur knapp dem Schicksal der benachbarten Bauten von [[Kirchstraße]], [[Sielstraße]] sowie der umliegenden Wege, die im Rahmen der [[Altstadtsanierung]] abgebrochen wurden. Norden verlor dadurch unwiederbringlich einen Großteil seiner historischen Bausubstanz. Die dort entstandenen, nichtssagenden Hochhäusern führten vereinzelt bereits im Vorfeld, aber insbesondere wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung zu massiver Kritik und einem kollektiven Umdenken, sodass man die Häuser am Burggraben bewahrte und bis 1991 sanierte, anstatt sie zu planieren.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref><ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0270538.jpg)</ref> Bei der Rettung dieser alten Häuser zeichnete sich vor allem Investor [[Gustav Claashen]] aus. | |||
Seit Ende der Straßenbauarbeiten im Jahre 1978 verläuft der Burggraben schließlich in seiner heutigen Form, sodass die [[Schlachthausstraße]] schließlich zu einer eigenen, vom Burggraben abgegrenzten Straße wurde. Der ehemalige Straßenverlauf dort ist jedoch noch gut erkennbar. Hier befinden sich, hinter Bäumen versteckt, mehrere Parkplätze. | Seit Ende der Straßenbauarbeiten im Jahre 1978 verläuft der Burggraben schließlich in seiner heutigen Form, sodass die [[Schlachthausstraße]] schließlich zu einer eigenen, vom Burggraben abgegrenzten Straße wurde. Der ehemalige Straßenverlauf dort ist jedoch noch gut erkennbar. Hier befinden sich, hinter Bäumen versteckt, mehrere Parkplätze. | ||
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==Gebäude und Plätze== | ==Gebäude und Plätze== | ||
Entlang der Straße befinden sich hauptsächlich Wohnhäuser. Insbesondere jene, die auf der östlichen Straßenseite zwischen Am Markt und Am Alten Siel liegen spiegeln den einstigen Charakter der heute mit Wohnblocks überbauten Siedlung rund um die [[Kirchstraße]] und [[Sielstraße]] wider. Die Westseite konnte erst nach 1929 nach Fertigstellung des [[Leybuchtsiel | Leybuchtsiels]] bebaut werden, denn das niedrig gelegene Land war nicht sturmflutsicher. Im Hypothekenbuch ist zu lesen: ''"Sämtliche Einwohner bey der Burggrafte sind schuldig zu laufen, wohin der [[Amtsverwalter]] zu Norden die zu senden nötig findet. Was über 2 Meilen ist, wird ihnen bezahlet, als wenn etwa einer nach Wittmund zu schicken wäre, so wird ihm wegen der dritten Meile das Bothenlohn gegeben."''.<ref name=":0" /><ref>Schreiber, Gretje (1999): Norder Häuser, Bewohner Burggraben, Hooge Riege, Mennonitenlohne (I), in: Ostfriesischer Kurier 31.Juli / 1. August 1999, S. 7 mit Ergänzungen</ref> | Entlang der Straße befinden sich hauptsächlich Wohnhäuser. Insbesondere jene, die auf der östlichen Straßenseite zwischen Am Markt und Am Alten Siel liegen spiegeln den einstigen Charakter der heute mit Wohnblocks überbauten Siedlung rund um die [[Kirchstraße]] und [[Sielstraße]] wider. Die Westseite konnte erst nach 1929 nach Fertigstellung des [[Leybuchtsiel | Leybuchtsiels]] bebaut werden, denn das niedrig gelegene Land war nicht sturmflutsicher. Im Hypothekenbuch ist zu lesen: ''"Sämtliche Einwohner bey der Burggrafte sind schuldig zu laufen, wohin der [[Amtsverwalter]] zu Norden die zu senden nötig findet. Was über 2 Meilen ist, wird ihnen bezahlet, als wenn etwa einer nach Wittmund zu schicken wäre, so wird ihm wegen der dritten Meile das Bothenlohn gegeben."''.<ref name=":0" /><ref>Schreiber, Gretje (1999): Norder Häuser, Bewohner Burggraben, Hooge Riege, Mennonitenlohne (I), in: Ostfriesischer Kurier 31.Juli / 1. August 1999, S. 7 mit Ergänzungen</ref> | ||
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Zwischen den Häusern 15 und 16 befand sich früher eine etwa 70 Meter lange Lohne, die den Burggraben mit der [[Kirchstraße]] verband. Diese gerade einmal 0,67 Meter breite Lohne erhielt ihren unrühmlichen Namen ''Schgietenlohntje'' (sinngemäß: ''Scheißereilohne'') durch Hunde, die dort ihre Notdurft verrichteten. Trotzdem war sie eine sehr frequentierte Lohne und ebenso wie [[Steenbalgen]], die [[Coneruslohne]] und die [[Große Lohne]] eine wichtige Querverbindung zwischen dem [[Neuer Weg|Neuen Weg]] und den westlichen Stadtvierteln.<ref>Undatierter Bericht im Ostfriesischen Kurier, zur Verfügung gestellt von Claus Herlyn</ref> | |||
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