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==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Schloss Tidofeld Gemälde 01.jpg|mini|Das namensgebende [[Schloss Tidofeld]].]]
[[Datei:Schloss Tidofeld Gemälde 01.jpg|mini|Das namensgebende [[Schloss Tidofeld]].]]
Tidofeld, dessen Name erst später aufkam, gehörte ursprünglich zu Bauerschaft [[Bargebur]], einem losen Zusammenschluss mehrerer Bauern, die dem Lütetsburger Grafen unterstanden. Das Land auf dem heutigen Tidofeld war seit jeher äußerst dünn besiedelt und bestand, wenn überhaupt, aus einigen wenigen Höfen. Bargebur gehörte, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zwischen 1534 und 1584, seit undenklichen Zeiten zu Lütetsburg. Durch einen Vertrag vom 5. Januar 1584 übergab Edzard aus dem Geschlecht der [[Manninga]], denen damals noch das Schloss Lütetsburg (benannt nach Lütet Manninga) gehörte, Bargebur und andere Ländereien an die bei Wilhelmshaven ansässigen Herren von Innhausen und Knyphausen. 1588 fiel auch Schloss Lütetsburg durch Erbschaft an sie.[[Datei:Tidofeld Rheinstraße Huntestraße Neubau Wohnblock 1955 01.jpg|mini|Bauarbeiten an einem Wohnblock im Jahre 1955.]]Bedeutung erlangte der seitdem so genannte Ort ''Tidofeld'' dann im Jahre 1614, als Graf Tido II. von Innhausen und Knyphausen, neuer Herr von Lütetsburg, sich im Ort ein Schloss errichten ließ, das er nach sich selbst und seiner Besitzung ''[[Schloss Tidofeld]]'' nannte. Das von ihm erbaute Schloss wurde aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet, wurde jedoch bereits 1669 infolge einer Familienfehde zerstört. Die Burgstelle ist noch heute östlich von [[Westekelbur]] als sichtbare Erhöhung in der Landschaft sichtbar, ein angrenzender Hof erinnert als [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats|''Tidofelder Burgen- und Schlickplaats'']] ebenfalls daran. Auch das 1995 entstandene Neubaugebiet, manchmal auch der ganze Ort, werden vereinzelt als ''Burg Tidofeld'' bezeichnet.
Tidofeld, dessen Name erst später aufkam, gehörte ursprünglich zu Bauerschaft [[Bargebur]], einem losen Zusammenschluss mehrerer Bauern, die dem Lütetsburger Grafen unterstanden. Das Land auf dem heutigen Tidofeld war seit jeher äußerst dünn besiedelt und bestand, wenn überhaupt, aus einigen wenigen Höfen. Bargebur gehörte, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zwischen 1534 und 1584, seit undenklichen Zeiten zu Lütetsburg. Durch einen Vertrag vom 5. Januar 1584 übergab Edzard aus dem Geschlecht der [[Manninga]], denen damals noch das Schloss Lütetsburg (benannt nach Lütet Manninga) gehörte, Bargebur und andere Ländereien an die bei Wilhelmshaven ansässigen Herren von Innhausen und Knyphausen. 1588 fiel auch Schloss Lütetsburg durch Erbschaft an sie.
[[Datei:Appellplatz Marinedurchgangslager Tidofeld 05 1943.jpg|mini|Das ''Marinedurchgangslager Tidofeld'' im Mai 1943, welches nach dem Krieg als [[Vertriebenenlager Tidofeld|Vertriebenenlager]] diente.]]
[[Datei:Tidofeld Rheinstraße Huntestraße Neubau Wohnblock 1955 01.jpg|mini|Bauarbeiten an einem Wohnblock im Jahre 1955.]]Bedeutung erlangte der seitdem so genannte Ort ''Tidofeld'' dann im Jahre 1614, als Graf Tido II. von Innhausen und Knyphausen, neuer Herr von Lütetsburg, sich im Ort ein Schloss errichten ließ, das er nach sich selbst und seiner Besitzung ''[[Schloss Tidofeld]]'' nannte. Das von ihm erbaute Schloss wurde aus abgetragenen Bestandteilen der dem Verfall überlassenen Burg Innhausen in Sengwarden bei Wilhelmshaven errichtet, wurde jedoch bereits 1669 infolge einer Familienfehde zerstört. Die Burgstelle ist noch heute östlich von [[Westekelbur]] als sichtbare Erhöhung in der Landschaft sichtbar, ein angrenzender Hof erinnert als [[Tidofelder Burgen- und Schlickplaats|''Tidofelder Burgen- und Schlickplaats'']] ebenfalls daran. Auch das 1995 entstandene Neubaugebiet, manchmal sogar der ganze Ort, werden vereinzelt als ''Burg Tidofeld'' bezeichnet.
[[Datei:Tidofeld Luftbild um 1970 (1101473) MZ.jpg|mini|Luftaufnahme des Ortes aus der Zeit um 1970.]]
[[Datei:Tidofeld Luftbild um 1970 (1101473) MZ.jpg|mini|Luftaufnahme des Ortes aus der Zeit um 1970.]]
Annähernd 270 Jahre passierte nun nicht viel in dem kleinen, beschaulichen Ort. Dies änderte sich schlagartig mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und ihrer das ganze Reich umfassende Aufrüstungspolitik. 1938 errichtete die Wehrmacht ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Ausbildungs- und Durchgangslager]] im Süden von Tidofeld, hier waren im Laufe der nächsten sieben Jahre verschiedene Einheiten der Marine stationiert. Größte Bedeutung erlangte das Areal im November 1944, als hier das Quartier des Kommandanten der Seeverteidigung Ostfriesland eingerichtet wurde. Einziger Offizier in dieser Position war Admiral Kurt Weyher (1901 - 1991), dem sämtliche Marineeinheiten von Emden bis Wilhelmshaven (teilweise auch Küstengebiete in den Niederlanden) nebst der ostfriesischen Inseln unterstanden. Gegen Kriegsende gab Weyher der Norder Obrigkeit entgegen des letzten Befehls des ''Führers'' sein Einverständnis für eine kampflose Übergabe der Stadt an die alliierten Truppen. Damit hatte er einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass die Stadt den Krieg weitestgehend unbeschadet überstand.<ref>Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans (1956): Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945, Bad Nauheim, S. 3f.</ref>
Annähernd 270 Jahre passierte nun nicht viel in dem kleinen, beschaulichen Ort. Dies änderte sich schlagartig mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und ihrer das ganze Reich umfassende Aufrüstungspolitik. 1938 errichtete die Wehrmacht ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Ausbildungs- und Durchgangslager]] im Süden von Tidofeld, hier waren im Laufe der nächsten sieben Jahre verschiedene Einheiten der Marine stationiert. Größte Bedeutung erlangte das Areal im November 1944, als hier das Quartier des Kommandanten der Seeverteidigung Ostfriesland eingerichtet wurde. Einziger Offizier in dieser Position war Admiral Kurt Weyher (1901 - 1991), dem sämtliche Marineeinheiten von Emden bis Wilhelmshaven (teilweise auch Küstengebiete in den Niederlanden) nebst der ostfriesischen Inseln unterstanden. Gegen Kriegsende gab Weyher der Norder Obrigkeit entgegen des letzten Befehls des ''Führers'' sein Einverständnis für eine kampflose Übergabe der Stadt an die alliierten Truppen. Damit hatte er einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass die Stadt den Krieg weitestgehend unbeschadet überstand.<ref>Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans (1956): Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945, Bad Nauheim, S. 3f.</ref>