Osterburg: Unterschied zwischen den Versionen
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|zoom=16 | |||
|Entstehungszeit=um 1410 | |||
|Erbauer=unbekannt | |||
|Bauweise=Steinhaus | |||
| center = 53.59724869342459, 7.211644318170057 | |Erhaltungszustand=1969 abgebrochen | ||
| circles = 53.59724869342459, 7.211644318170057 : | |Genaue Lage=[[Osterstraße]] 135 | ||
| zoom = | 26506 Norden | ||
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Die '''Osterburg''' (auch: ''Osterhus'' bzw. ''Osterhaus'', nicht zu verwechseln mit dem ''Osterhues'' des [[Kloster Norden|Dominikanerklosters]]) war eine Burg ostfriesischen Typus, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Osterstraße]] und [[Im Horst]] befunden hat. Die Burg wurde zu Verteidigungszwecken errichtet, da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte. Es sicherte die Stadtgrenze nach Osten und befand sich unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]], wobei die nördlichen Teile des dazugehörigen Grundstücks bereits innerhalb dessen Grenzen lagen. Die südlichen Ländereien, genannt ''Osterhauser Lande'', befanden sich wiederum in Norden. | Die '''Osterburg''' (auch: ''Osterhus'' bzw. ''Osterhaus'', nicht zu verwechseln mit dem ''Osterhues'' des [[Kloster Norden|Dominikanerklosters]]) war eine Burg ostfriesischen Typus, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Osterstraße]] und [[Im Horst]] befunden hat. Die Burg wurde zu Verteidigungszwecken errichtet, da Norden zu keiner Zeit eine Befestigung durch Wallanlagen bzw. eine Stadtmauer hatte. Es sicherte die Stadtgrenze nach Osten und befand sich unmittelbar an der Grenze zur Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]], wobei die nördlichen Teile des dazugehörigen Grundstücks bereits innerhalb dessen Grenzen lagen. Die südlichen Ländereien, genannt ''Osterhauser Lande'', befanden sich wiederum in Norden. | ||
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Ob die Familie [[Hadelsen]] auch die Erbauer der Osterburg waren, kann nicht mit Gewissheit bestimmt werden. Dies liegt nahe, jedoch ist es ebenso wahrscheinlich, dass sie durch die siegreichen [[tom Brook]] errichtet wurde und später an die Familie Hadelsen fiel, die Günstlinge der tom Brook gewesen sein könnten oder es diesen schlichtweg abkauften. | Ob die Familie [[Hadelsen]] auch die Erbauer der Osterburg waren, kann nicht mit Gewissheit bestimmt werden. Dies liegt nahe, jedoch ist es ebenso wahrscheinlich, dass sie durch die siegreichen [[tom Brook]] errichtet wurde und später an die Familie Hadelsen fiel, die Günstlinge der tom Brook gewesen sein könnten oder es diesen schlichtweg abkauften. | ||
Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg der Familie [[Harringa]].<ref>Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167</ref> In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer [[Loringa|Anna Dorothea Loringa]] in den Besitz des Hauses gekommen.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.</ref> Im genannten Jahr erwarb Schleppegrell auch das sogenannte [[Galgenland]] vom Lütetsburger Grafen.<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1380, Nr. 24</ref> Der erste bürgerliche Besitzer war [[Johann Diedrich Fridag]], seines Zeichens [[Deichrichter]]. Am 4. März 1752 trat er das Gut an die [[Stadt Norden]] ab.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29</ref> Diese verkaufte es 1771 an [[Heye Jakobs]]. Über den späteren Auktionatoren [[Uke Wilts Uken]] ging es schließlich an den Notar Heilmann.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 127</ref> | Im 16. Jahrhundert gehörte die Burg der Familie [[Harringa]].<ref>Pühl, Eberhard (2007): Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland. Backsteinbauten des 15. bis 19. Jahrhunderts, Oldenburg, S. 167</ref> In der Zeit um 1704 gehörte das Land Adolf Moritz von Schleppegrell, einem Drosten aus einem Uradelsgeschlecht aus dem Raum Lüneburg. Dieser war durch Heirat mit einer [[Loringa|Anna Dorothea Loringa]] in den Besitz des Hauses gekommen.<ref>Schreiber, Gretje (1994): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 68ff.</ref> Im genannten Jahr erwarb Schleppegrell auch das sogenannte [[Galgenland]] vom Lütetsburger Grafen.<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1380, Nr. 24</ref> Der erste bürgerliche Besitzer war [[Johann Diedrich Fridag]], seines Zeichens [[Deichrichter]]. Am 4. März 1752 trat er das Gut an die [[Stadt Norden]] ab.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 29</ref> Diese verkaufte es 1771 an [[Heye Jakobs]]. Über den späteren Auktionatoren [[Uke Wilts Uken]] ging es schließlich an den [[Bruno Heilmann|Notar Heilmann]].<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 127</ref> | ||
Am 15. September 1849 sowie am 12. Juni 1850 erwarb die Firma ''[[Julius Meyer]] & Co.'' das Osterhaus samt einem Großteil des Grundstücks von dessen Witwe [[Reinste Ayßen Heilmann|Reinste Ayßen Heilmann, geb. Uken]] und gründete hier die [[Eisenhütte]].<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Zu dieser Zeit umfasste das Anwesen noch einen rückwärtigen Anbau mit Scheune.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 111</ref> Die Osterburg wurde beim Bau der Eisenhütte mit im Gebäudekomplex eingebaut, die übrigen Ländereien wurden zum Großteil an die Firma [[Doornkaat]] veräußert, die die Flächen zunächst als Weideland nutzten.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 26</ref> Die beim Brennen anfallende Schlempe wurde seinerzeit als Mastfutter verwendet. | Am 15. September 1849 sowie am 12. Juni 1850 erwarb die Firma ''[[Julius Meyer]] & Co.'' das Osterhaus samt einem Großteil des Grundstücks von dessen Witwe [[Reinste Ayßen Heilmann|Reinste Ayßen Heilmann, geb. Uken]] und gründete hier die [[Eisenhütte]].<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Zu dieser Zeit umfasste das Anwesen noch einen rückwärtigen Anbau mit Scheune.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 111</ref> Die Osterburg wurde beim Bau der Eisenhütte mit im Gebäudekomplex eingebaut, die übrigen Ländereien wurden zum Großteil an die Firma [[Doornkaat]] veräußert, die die Flächen zunächst als Weideland nutzten.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 26</ref> Die beim Brennen anfallende Schlempe wurde seinerzeit als Mastfutter verwendet. | ||
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Datei:Osterstraße Eisenhütte Osterhaus Abriss 07 03 1969 03.jpg|Abbruch der [[Eisenhütte]] und der Osterburg, aufgenommen am 7. März 1969. | Datei:Osterstraße Eisenhütte Osterhaus Abriss 07 03 1969 03.jpg|Abbruch der [[Eisenhütte]] und der Osterburg, aufgenommen am 7. März 1969. | ||
Datei:Osterhus Osterburg Ostgiebel undatierte Aufnahme.JPG|Detailaufnahme des östlichen Giebels, vermutlich beim Abriss 1969 entstanden. | Datei:Osterhus Osterburg Ostgiebel undatierte Aufnahme.JPG|Detailaufnahme des östlichen Giebels, vermutlich beim Abriss 1969 entstanden. | ||
Datei:Eisenhütte von Westen.jpeg|Eisenhütte von Westen, mittig das Osterhus. Dahinter das Tief mit noch vorhandenen Flusschlingen, Uferstraße, Kurzer Weg, Norderneyer Straße. Weiterhin Eisenbahnstrecke und Bahnhof Stadt. | |||
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