Zollhaus (Westermarsch I): Unterschied zwischen den Versionen

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26506 Norden
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Der '''Zollhaus von Westermarsch I''' ist ein ehemaliges Zolldienstgebäude mit Dienstwohnungen in [[Westermarsch I]], westlich des [[Lorenzpolder|Lorenzpolders]].


Erbaut wurde das Gebäude vermutlich im 19. Jahrhundert. Die hier wohnenden und Dienst versehenden Zöllner sollten die Deichlinie und den in das [[Norder Tief]] einfahrenden Schiffsverkehr überwachen, um zu verhindern, dass heimlich Waren geschmuggelt werden. Die Zöllner bereiteten zudem die Verzollung beim [[Altes Zollhaus|Zollhaus]] im [[Norder Hafen]] vor, indem sie die eingeführten Waren unter Siegel legten.
Das '''Zollhaus von Westermarsch I''' ist ein ehemaliges Zolldienstgebäude (ehem.: ''Königliches Neben-Zollamt Lorenzpolder'') mit Dienstwohnungen in [[Westermarsch I]], westlich des [[Lorenzpolder|Lorenzpolders]], das heute als Pension genutzt wird.


Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz, die ehemaligen Dienstwohnungen sind nun Ferienwohnungen.<ref>[https://pension-altes-zollhaus.de/galerie/ Internetseite des Zollhaus Westermarsch II]</ref>
==Geschichte==
Erbaut wurde ein Zollgebäude an dieser Stelle erstmals um 1810, als die seit 1806 herrschenden Franzosen eine Seeblockade (die sogenannte ''Kontinentalsperre'') gen England errichten und damit einhergehend den gesamten Seehandel überwachten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 18</ref> Die im Westermarscher Zollhaus wohnenden und Dienst versehenden Zöllner sollten die Deichlinie und den in das [[Norder Tief]] einfahrenden Schiffsverkehr überwachen, um zu verhindern, dass heimlich Waren geschmuggelt werden. Die Zöllner bereiteten zudem die Verzollung beim [[Altes Zollhaus|Zollhaus]] im [[Norder Hafen]] vor, indem sie die eingeführten Waren unter Siegel legten.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Westermarsch_I.pdf Beschreibung von Westermarsch I] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Dafür verfügten sie über ein weiteres, kleines [[Zollwachthaus]], das sich direkt am [[Norder Tief]] befand.
 
Nach der Vertreibung der Franzosen blieb nur noch diese Aufgabe der vorbereitenden Verzollung erhalten, was auch weiterhin notwendig waren, hatten doch die meisten in das Norder Tief entwässernden [[Siel|Siele]], wie etwa das [[Gastmarscher Siel]], eigene Anlegestellen. Es wäre somit ein Leichtes gewesen, die Verzollung durch das Löschen der Ladung an diesen Stellen zu umgehen.
 
Das heutige Gebäude wurde schließlich 1845 erbaut.<ref>Angaben der Eigentümer, schriftlich mitgeteilt per E-Mail am 28. Juni 2022</ref> Es ist davon auszugehen, dass der Vorgängerbau seinerzeit einem Brand zum Opfer fiel oder schlicht zu klein wurde.
 
Im Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898 werden folgende Bediensteten genannt: Obergrenzkontrolleur Schmidt; Zolleinnehmer Bade; Zollamtsassistenten Giese, Ulbrich und Scheidner; Revisionsaufseher Hofmann und Bleise; Zollpraktikant Grote; Berittener Grenzaufseher Pfabe; Grenzaufseher Goedicke und Darge; Zollamtsdiener Rabe.<ref>Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898, S. 9</ref>
 
Seine Bedeutung als Zollhaus verlor das Gebäude schließlich 1929, als der Bau des [[Leybuchtsiel|Leybuchtsiels]] den Schiffsverkehr in Richtung des Norder Hafens weitestgehend einschränkte. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und wird als Pension genutzt.<ref>[https://pension-altes-zollhaus.de/galerie/ Internetseite des Zollhauses von Westermarsch I]</ref> Als solche wurde das Gebäude 1995 vollständig und 2012 in Teilen saniert.<ref>[https://www.hotel.de/de/altes-zollhaus-westermarsch-i/hotel-375130/ Angaben zur Pension Altes Zollhaus], abgerufen am 27. Juni 2022</ref>
 
==Galerie==
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Datei:Westermarsch Zollhaus 1950 01.jpg|Aufnahme von 1950.
Datei:Altes Zollhaus Westermarsch I 26 06 2022 01.jpg|Aufnahme vom 26. Juni 2022.
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==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Zollwachthaus]]
*[[Zollhaus (Westermarsch II)]]
*[[Zollhaus (Westermarsch II)]]



Aktuelle Version vom 28. Februar 2024, 12:43 Uhr

Zollhaus (Westermarsch I)

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Basisdaten
Entstehungszeit 1845 (um 1810)
Erbauer Französische Besatzungsmacht
Bauweise verputztes Ziegelsteinhaus
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Am Alten Zollhaus 1

26506 Norden

Das Zollhaus von Westermarsch I ist ein ehemaliges Zolldienstgebäude (ehem.: Königliches Neben-Zollamt Lorenzpolder) mit Dienstwohnungen in Westermarsch I, westlich des Lorenzpolders, das heute als Pension genutzt wird.

Geschichte

Erbaut wurde ein Zollgebäude an dieser Stelle erstmals um 1810, als die seit 1806 herrschenden Franzosen eine Seeblockade (die sogenannte Kontinentalsperre) gen England errichten und damit einhergehend den gesamten Seehandel überwachten.[1] Die im Westermarscher Zollhaus wohnenden und Dienst versehenden Zöllner sollten die Deichlinie und den in das Norder Tief einfahrenden Schiffsverkehr überwachen, um zu verhindern, dass heimlich Waren geschmuggelt werden. Die Zöllner bereiteten zudem die Verzollung beim Zollhaus im Norder Hafen vor, indem sie die eingeführten Waren unter Siegel legten.[2] Dafür verfügten sie über ein weiteres, kleines Zollwachthaus, das sich direkt am Norder Tief befand.

Nach der Vertreibung der Franzosen blieb nur noch diese Aufgabe der vorbereitenden Verzollung erhalten, was auch weiterhin notwendig waren, hatten doch die meisten in das Norder Tief entwässernden Siele, wie etwa das Gastmarscher Siel, eigene Anlegestellen. Es wäre somit ein Leichtes gewesen, die Verzollung durch das Löschen der Ladung an diesen Stellen zu umgehen.

Das heutige Gebäude wurde schließlich 1845 erbaut.[3] Es ist davon auszugehen, dass der Vorgängerbau seinerzeit einem Brand zum Opfer fiel oder schlicht zu klein wurde.

Im Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898 werden folgende Bediensteten genannt: Obergrenzkontrolleur Schmidt; Zolleinnehmer Bade; Zollamtsassistenten Giese, Ulbrich und Scheidner; Revisionsaufseher Hofmann und Bleise; Zollpraktikant Grote; Berittener Grenzaufseher Pfabe; Grenzaufseher Goedicke und Darge; Zollamtsdiener Rabe.[4]

Seine Bedeutung als Zollhaus verlor das Gebäude schließlich 1929, als der Bau des Leybuchtsiels den Schiffsverkehr in Richtung des Norder Hafens weitestgehend einschränkte. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und wird als Pension genutzt.[5] Als solche wurde das Gebäude 1995 vollständig und 2012 in Teilen saniert.[6]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 18
  2. Beschreibung von Westermarsch I in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
  3. Angaben der Eigentümer, schriftlich mitgeteilt per E-Mail am 28. Juni 2022
  4. Adressbuch der Stadt Norden von 1897/1898, S. 9
  5. Internetseite des Zollhauses von Westermarsch I
  6. Angaben zur Pension Altes Zollhaus, abgerufen am 27. Juni 2022

Siehe auch