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26506 Norden
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Das '''Kreiskrankenhaus Norden''' (seit 2004: ''Ubbo-Emmius-Klinik'') ist eines von zwei Krankenhäusern des Landkreis Aurich. Es befindet sich im Ortsteil [[Ekel]] an der [[Osterstraße]] und ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover.
Das '''Kreiskrankenhaus Norden''' (2004-2023: ''Ubbo-Emmius-Klinik''; seit 2023: ''Regionales Gesundheitszentrum Norden'') war eines von zuletzt zwei Krankenhäusern des Landkreis Aurich. Es ersetzte im damaligen [[Landkreis Norden]] das kreiseigene Krankenhaus in Hage sowie das [[Krankenhaus Norden|städtische Krankenhaus]] an der [[Feldstraße]].
 
Der Gebäudekomplex befindet sich im Ortsteil [[Ekel]] an der [[Osterstraße]]. Das gut ausgelastete Krankenhaus war zeitweise ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover. Bereits nach der Auflösung des Landkreises Norden im Jahre 1977 wurde die Klinik in einem langwährenden, schleichenden Prozess vom Landkreis Aurich planmäßig zugunsten des Auricher Krankenhauses abgewirtschaftet und am 1. Juli 2023 schließlich geschlossen und in ein regionales Gesundheitszentrum umgewandelt, das tagsüber an Werktagen eine Notfallambulanz unterhält.
 
__TOC__
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==Geschichte==
==Geschichte==
Da das bisherige Kreiskrankenhaus des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] im Nachbarort Hage mit Zunahme der Bevölkerungszahlen und der Verbreiterung sowie Spezialisierung der medizinischen Teilbereiche an seine Kapazitätsgrenze geriet, beschloss der Kreis in den 1960er Jahren den Bau eines neues Kreiskrankenhauses an der [[Osterstraße]] in Norden. Das Kreiskrankenhaus - seit 1880 ''Helenenstift'' an der Hauptstraße in Hage und nach 1945 zusätzlich ehemalige Wehrmachtskaserne im Umfeld der Stettiner Straße - entsprach nicht mehr den Erfordernissen jener Zeit.  Zudem war die örtliche Trennung zwischen dem ''Helenenstift'' und den barackenähnlichen Gebäuden auf dem ehemaligen Kasernengelände nicht mehr zeitgemäß.
Da das bisherige Kreiskrankenhaus des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] im Nachbarort Hage mit Zunahme der Bevölkerungszahlen und der Verbreiterung sowie Spezialisierung der medizinischen Teilbereiche an seine Kapazitätsgrenze geriet, beschloss der Kreis in den 1960er Jahren den Bau eines neues Kreiskrankenhauses an der [[Osterstraße]] in Norden. Das Kreiskrankenhaus - seit 1880 ''Helenenstift'' an der Hauptstraße in Hage und nach 1945 zusätzlich ehemalige Wehrmachtskaserne im Umfeld der Stettiner Straße - entsprach nicht mehr den Erfordernissen jener Zeit.  Zudem war die örtliche Trennung zwischen dem ''Helenenstift'' und den barackenähnlichen Gebäuden auf dem ehemaligen Kasernengelände nicht mehr zeitgemäß.


Das bisherige Kreiskrankenhaus wurde daraufhin zu einem Alten- und Pflegeheim umgewidmet, verblieb im Kreisbesitz und wird in Personalunion mit dem [[Johann-Christian-Reil-Haus]] verwaltet. Zugleich ersetzte das neue Kreiskrankenhaus das lange Zeit mit dem Hager Krankenhaus betriebene [[Krankenhaus Norden|städtische Krankenhaus]] in der [[Feldstraße]]. In etwa zur gleichen Zeit erbaute auch der Landkreis Aurich, zu dem Norden erst seit 1977 gehört, ein neues Kreiskrankenhaus an der Wallinghausener Straße. Auch das ehemalige Kreiskrankenhaus dort befand sich bis dahin - ähnlich jenem in Hage an der Stettiner Straße - in mehreren Baracken inmitten des Sandhorster Waldes.
Das bisherige Kreiskrankenhaus wurde daraufhin zu einem Alten- und Pflegeheim umgewidmet, verblieb im Kreisbesitz und wird in Personalunion mit dem [[Johann-Christian-Reil-Haus]] verwaltet. Zugleich ersetzte das neue Kreiskrankenhaus das lange Zeit parallel zum Hager Krankenhaus betriebene [[Krankenhaus Norden|städtische Krankenhaus]] in der [[Feldstraße]], des über eine kleine Außenstelle in einer [[Baracke (Kastanienallee)|Baracke]] an der [[Kastanienallee]] verfügte (später Vereinsheime).
 
In etwa zur gleichen Zeit erbaute auch der Landkreis Aurich, zu dem Norden erst seit 1977 gehört, ein neues Kreiskrankenhaus an der Wallinghausener Straße. Auch das ehemalige Kreiskrankenhaus dort befand sich bis dahin - ähnlich jenem in Hage an der Stettiner Straße - in mehreren Baracken inmitten des Sandhorster Waldes.


Die Fläche an der Osterstraße in Norden erwies sich als überaus geeignet. Zuvor befanden sich hier weitestgehend unbebaute Flächen, die teilweise landwirtschaftlich genutzt wurden. Nur wenige Gebäude, unter anderem ein alter Bauernhof, mussten den für den Bau abgerissen werden. Das Gelände war weitflächig und lag dennoch verkehrsgünstig und zentral zur Innenstadt.
Die Fläche an der Osterstraße in Norden erwies sich als überaus geeignet. Zuvor befanden sich hier weitestgehend unbebaute Flächen, die teilweise landwirtschaftlich genutzt wurden. Nur wenige Gebäude, unter anderem ein alter Bauernhof, mussten den für den Bau abgerissen werden. Das Gelände war weitflächig und lag dennoch verkehrsgünstig und zentral zur Innenstadt.
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Ursprünglich sollte dieses Gelände in den 1930er Jahren offenbar anders genutzt werden. So sollte die Juister Straße scheinbar bereits in den 1930er Jahren entstehen, jedoch wurde dieses Vorhaben, vermutlich wegen des einsetzenden [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], nicht umgesetzt.<ref>Amtliche Karte der Stadt Norden von 1935</ref><ref>Amtliche Karte der Stadt Norden von 1949</ref> Interessant dabei ist, dass sich auf der Karte von 1935 auf dem südlichen Teil des späteren Kreiskrankenhausgeländes eine schachbrettartige Straßenführung vorgezeichnet ist und die Juister Straße als Fortführung des [[Heitsweg|Heitswegs]] dargestellt wird. Diese schachbrettartige Straßenbauform war bis dahin in Norden noch nicht geläufig. Da auch Norden ursprünglich Sitz einer Wehrmachtskaserne werden sollte - auch dieses Vorhaben wurde im Gegensatz zum [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelager in Tidofeld]] nicht umgesetzt - ist denkbar, dass hier ursprünglich eine Kaserne oder ein Lager der Wehrmacht entstehen sollte.
Ursprünglich sollte dieses Gelände in den 1930er Jahren offenbar anders genutzt werden. So sollte die Juister Straße scheinbar bereits in den 1930er Jahren entstehen, jedoch wurde dieses Vorhaben, vermutlich wegen des einsetzenden [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], nicht umgesetzt.<ref>Amtliche Karte der Stadt Norden von 1935</ref><ref>Amtliche Karte der Stadt Norden von 1949</ref> Interessant dabei ist, dass sich auf der Karte von 1935 auf dem südlichen Teil des späteren Kreiskrankenhausgeländes eine schachbrettartige Straßenführung vorgezeichnet ist und die Juister Straße als Fortführung des [[Heitsweg|Heitswegs]] dargestellt wird. Diese schachbrettartige Straßenbauform war bis dahin in Norden noch nicht geläufig. Da auch Norden ursprünglich Sitz einer Wehrmachtskaserne werden sollte - auch dieses Vorhaben wurde im Gegensatz zum [[Vertriebenenlager Tidofeld|Marinelager in Tidofeld]] nicht umgesetzt - ist denkbar, dass hier ursprünglich eine Kaserne oder ein Lager der Wehrmacht entstehen sollte.


Nach Fertigstellung der 1961 begonnenen Bauarbeiten wurde das Krankenhaus im Jahr 1966 in Betrieb genommen. Die Einweihung des 15,5 Millionen DM teuren Bauwerks erfolgte am 22. Oktober 1966.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 81</ref>
Nach Fertigstellung der 1961 begonnenen und ab 1963 intensivierten Bauarbeiten wurde das Krankenhaus im Jahr 1966 in Betrieb genommen. Die Einweihung des 15,5 Millionen DM teuren Bauwerks erfolgte am 22. Oktober 1966.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 81</ref> 200 Ehrengäste wohnten der Einweihung bei. Am Tag der offenen Tür besuchten rund 10.000 Besucher das neue Krankenhaus.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 28. November 1999</ref>


2004 ging das Haus zusammen mit dem Kreiskrankenhaus Aurich in der Ubbo-Emmius-Klinik auf. 2005 ging das Norder mit dem Auricher Krankenhaus in der kreiseigenen Klinikgruppe ''Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH'' auf. Namensgeber ist [[Ubbo Emmius]] ein evangelisch-reformierter Theologe, Historiker, Pädagoge und Gründungsrektor der Universität Groningen (Niederlande). Dieser wirkte lange Zeit in Ostfriesland und unterrichtete unter anderem am Norder [[Ulrichsgymnasium]].
2004 ging das Haus zusammen mit dem Kreiskrankenhaus Aurich in der Ubbo-Emmius-Klinik auf. 2005 ging das Norder mit dem Auricher Krankenhaus in der kreiseigenen Klinikgruppe ''Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH'' auf. Namensgeber ist [[Ubbo Emmius]] ein evangelisch-reformierter Theologe, Historiker, Pädagoge und Gründungsrektor der Universität Groningen (Niederlande). Dieser wirkte lange Zeit in Ostfriesland und unterrichtete unter anderem am Norder [[Ulrichsgymnasium]].


2017 geriet das Krankenhaus bundesweit in die Schlagzeilen, nachdem bekanntgeworden war, dass ein Hochstapler mit gefälschten Unterlagen als Arzt eingestellt wurde und längere Zeit in der psychiatrischen Abteilung arbeitete.<ref>[https://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/erst-nach-15-monaten-aufgeflogen-psychisch-kranker-arbeitet-unbemerkt-als-arzt-in-ostfriesischer-psychiatrie_id_7763174.html Online-Artikel des FOCUS], abgerufen am 18. Februar 2021</ref> Ein weiteres Mal gerieten die Kliniken im Februar 2021 in Verruf, da sich der Geschäftsführer sowie weitere Vorstandsmitglieder als eine der ersten Personen bundesweit und entgegen der ''Impfreihenfolge'' gegen den COVID19-Erreger geimpft wurden.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Gutachter-soll-Impfung-von-Auricher-Klinik-Chef-pruefen,impfung442.html Bericht des NDR], abgerufen am 18. Februar 2021</ref>
2017 geriet das Krankenhaus bundesweit in die Schlagzeilen, nachdem bekanntgeworden war, dass ein Hochstapler mit gefälschten Unterlagen als Arzt eingestellt wurde und längere Zeit in der psychiatrischen Abteilung arbeitete.<ref>[https://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/erst-nach-15-monaten-aufgeflogen-psychisch-kranker-arbeitet-unbemerkt-als-arzt-in-ostfriesischer-psychiatrie_id_7763174.html Online-Artikel des FOCUS], abgerufen am 18. Februar 2021</ref> Ein weiteres Mal gerieten die Kliniken im Februar 2021 in Verruf, da sich der Geschäftsführer sowie weitere Vorstandsmitglieder als eine der ersten Personen bundesweit und entgegen der ''Impfreihenfolge'' gegen den COVID19-Erreger geimpft wurden.<ref>[https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Gutachter-soll-Impfung-von-Auricher-Klinik-Chef-pruefen,impfung442.html Bericht des NDR], abgerufen am 18. Februar 2021</ref>
Am 1. Juli 2023 wurde die Norder Klinik als solche geschlossen und in ein regionales Gesundheitszentrum umgewandelt, das tagsüber an Werktagen eine Notfallambulanz unterhält. Bereits nach der Auflösung des Landkreises Norden im Jahre 1977 wurde die Klinik in einem langwährenden, schleichenden Prozess vom Landkreis Aurich planmäßig zugunsten des Auricher Krankenhauses abgewirtschaftet. In der Zukunft soll eine ''Zentralklinik'' in Uthwerdum bei Georgsheil (Gemeinde Südbrookmerland) die Krankenhäuser in Aurich, Emden und Norden ersetzen.


==Aufbau==
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==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Osterstraße Krankenhaus Kreiskrankenhaus Bau 23 05 1963 01.JPG|Bauarbeiten, aufgenommen am 23. Mai 1963.
Datei:Osterstraße Krankenhaus Kreiskrankenhaus Bau 23 05 1963 02.JPG|Bauarbeiten, aufgenommen am 23. Mai 1963.
Datei:Osterstraße Krankenhaus Kreiskrankenhaus Bau 23 05 1963 03.JPG|Bauarbeiten, aufgenommen am 23. Mai 1963.
Datei:Osterstraße Krankenhaus Kreiskrankenhaus Bau 23 05 1963 04.JPG|Bauarbeiten, aufgenommen am 23. Mai 1963.
Datei:Osterstraße Krankenhaus Kreiskrankenhaus um 1966 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1966.
Datei:Osterstraße Krankenhaus Kreiskrankenhaus um 1966 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1966.
Datei:Osterstraße Krankenhaus um 1970 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1970.
Datei:Osterstraße Krankenhaus um 1970 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1970.