Andreaskirche: Unterschied zwischen den Versionen
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Mit dem Verschwinden der Andreaskirche wurde somit schließlich die [[Ludgerikirche]] zur Gesamtkirche für die Stadt und das Umland. Bis dahin diente erstere als städtische Kirche, während die Ludgerikirche nur die Kirche der [[Norder Umlandgemeinden]] war. Dorthin scheinen auch einige wertvolle, nicht verlorengegangene Bildwerke verbracht worden zu sein. Auch einige der historisch kostbaren Sandsteinfiguren aus der Andreaskirche finden sich heute im Chorumgang der Ludgerikirche.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 21</ref> Von der Andreaskirche selber finden sich heute keine aufgehenden Gebäudeteile mehr. Das Areal, auf dem sie stand, nimmt der [[Alter Friedhof|Alte Friedhof]] der Stadt ein. | Mit dem Verschwinden der Andreaskirche wurde somit schließlich die [[Ludgerikirche]] zur Gesamtkirche für die Stadt und das Umland. Bis dahin diente erstere als städtische Kirche, während die Ludgerikirche nur die Kirche der [[Norder Umlandgemeinden]] war. Dorthin scheinen auch einige wertvolle, nicht verlorengegangene Bildwerke verbracht worden zu sein. Auch einige der historisch kostbaren Sandsteinfiguren aus der Andreaskirche finden sich heute im Chorumgang der Ludgerikirche.<ref name=":1" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 21</ref> Von der Andreaskirche selber finden sich heute keine aufgehenden Gebäudeteile mehr. Das Areal, auf dem sie stand, nimmt der [[Alter Friedhof|Alte Friedhof]] der Stadt ein. | ||
1996 wurde der genaue Standort der Andreaskirche durch Bohruntersuchungen wiederentdeckt bzw. bestätigt.<ref name=":1" /> | 1996 wurde der genaue Standort der Andreaskirche durch Bohruntersuchungen wiederentdeckt bzw. bestätigt.<ref name=":1" /> | ||
Untersuchungen der Ostfriesischen Landschaft im Keller der [[Alte Backstube|Alten Backstube]] ergaben unter anderem, dass der Kellerboden im 18. Jahrhundert mit Trümmerresten der Andreaskirche aufgefüllt wurde.<ref name=":12">[https://www.noz.de/lokales/ostfriesland/norden/artikel/alte-backstube-wird-saniert-gewoelbekeller-wohl-aus-dem-14-jahrhundert-50559863?utm_content=Link&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwY2xjawRbKdRleHRuA2FlbQIxMQBicmlkETBJUXB0NGkwRmR4bXdXUDJnc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHv1aedtbECr6Lti0e46HwQXsxgeWAElL6RCy7s-_uozBxysMWazkA9CYdQpz_aem_4HRKhrGDt3Sr3h7xvg9LRQ#Echobox=1777208839 Online-Bericht zu den archäologischen Untersuchungen im Keller durch die Ostfriesische Landschaft], Neue Osnabrücker Zeitung vom 26. April 2026, abgerufen am 28. April 2026</ref> | |||
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Dank der Überlieferungen des [[Ubbo Emmius]] und den sogenannten [[Norder Annalen]] des Mönches [[Gerrit van Norden]] ist eine vergleichsweise gute Beschreibung der (letzten) steinernen Andreaskirche möglich. Er nennt die Kirche ein ''"hervorragendes Werk mit drei ausgezeichneten und hochragenden Türmen"'', die bereits von Weitem sichtbar waren.<ref name=":4" /> | Dank der Überlieferungen des [[Ubbo Emmius]] und den sogenannten [[Norder Annalen]] des Mönches [[Gerrit van Norden]] ist eine vergleichsweise gute Beschreibung der (letzten) steinernen Andreaskirche möglich. Er nennt die Kirche ein ''"hervorragendes Werk mit drei ausgezeichneten und hochragenden Türmen"'', die bereits von Weitem sichtbar waren.<ref name=":4" /> | ||
Der westliche Turm soll der größte aller Türme gewesen sein, an ihm wurde 1567 eine Uhr angebracht, sodass dieser auch als ''Uhrwarkstoorn'' (Uhrenturm) bezeichnet wurde.<ref name=":4" /> Dieser wurde bis zum Beginn des Giebels der Kirche aus Tuffstein errichtet. Von hier aus überragte er weiter mit einem hochragenden Giebel, der sich zu einer kegelförmigen Spitze erhob, der noch einmal so groß gewesen sein soll, wie der untere Bau des Turms selbst.<ref name=":3" /> Dieser hohe Turm war über Jahrhunderte ein wichtiges Seezeichen für den Schiffsverkehr.<ref name=":2" /> Angeblich soll er den Seefahrern bis an die Elbmündung erkennbar gewesen sein. Das Fehlen dieses Seezeichens hatte letztlich den Bau eines Leuchtturms auf Borkum durch die Stadt Emden zur Folge.<ref>Cremer, Ufke (1995): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 19</ref> | Der westliche Turm soll der größte aller Türme gewesen sein, an ihm wurde 1567 eine Uhr angebracht, sodass dieser auch als ''Uhrwarkstoorn'' (Uhrenturm) bezeichnet wurde.<ref name=":4" /> Dieser wurde bis zum Beginn des Giebels der Kirche aus Tuffstein errichtet. Von hier aus überragte er weiter mit einem hochragenden Giebel, der sich zu einer kegelförmigen Spitze erhob, der noch einmal so groß gewesen sein soll, wie der untere Bau des Turms selbst.<ref name=":3" /> Dieser hohe Turm war über Jahrhunderte ein wichtiges Seezeichen für den Schiffsverkehr.<ref name=":2" /> Angeblich soll er den Seefahrern bis an die Elbmündung erkennbar gewesen sein. Das Fehlen dieses Seezeichens hatte letztlich den Bau eines Leuchtturms auf Borkum durch die Stadt Emden zur Folge.<ref>Cremer, Ufke (1995): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 19</ref> Der 40,8 Meter über den mittleren Wasserstand ragende Alte Borkumer Leuchtturm wurde bereits 1576 errichtet, diente in erster Linie als Seezeichen und daneben als Kirchturm der reformierten Kirche. Das frühe Baujahr des Leuchtturms spricht daher wiederum eher gegen einen "Ersatzzneubau". | ||
Die beiden anderen Türme waren schmaler und aus Ziegelstein errichtet. Sie stiegen mit geraden Seiten hoch und waren mit einem vergleichsweise kleinen Giebel abgeschlossen. Der Volksmund nannte die beiden gleichartigen Türme auch ''Basen'' (Cousinen).<ref name=":3" /> | Die beiden anderen, seitlichen Türme der Andreaskirche waren schmaler und aus Ziegelstein errichtet. Sie stiegen mit geraden Seiten hoch und waren mit einem vergleichsweise kleinen Giebel abgeschlossen. Der Volksmund nannte die beiden gleichartigen Türme auch ''Basen'' (Cousinen).<ref name=":3" /> | ||
== Galerie == | ==Galerie== | ||
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Datei:Andreaskirche um 1530.jpg|Die Andreaskirche kurz vor ihrer Zerstörung, nach einer Zeichnung der Ostfriesischen Landschaft im ''Emder Jahrbuch'' von 1992. | Datei:Andreaskirche um 1530.jpg|Die Andreaskirche kurz vor ihrer Zerstörung, nach einer Zeichnung der Ostfriesischen Landschaft im ''Emder Jahrbuch'' von 1992. | ||
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Innenansicht 1618 01.jpg|Innenansicht der Kirchenruine im Jahre 1618. | Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Innenansicht 1618 01.jpg|Innenansicht der Kirchenruine im Jahre 1618. | ||
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Westturm 1618 01.jpg|Der abgängige Westturm im Jahre 1618. | Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Westturm 1618 01.jpg|Der abgängige Westturm im Jahre 1618. | ||
Datei:Andreaskirche Stahlstich 1940 (0702001) MZ.jpg|Abfotografierter Stahlstich der Andreaskirche. | Datei:Andreaskirche Stahlstich 1940 (0702001) MZ.jpg|Abfotografierter Stahlstich der Andreaskirche aus der Zeit um 1840. Das Bild ist gespiegelt. | ||
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