(4 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 36: Zeile 36:


===Entwicklung===
===Entwicklung===
Die Straße ist eine der markantesten von Norden, da sie vom weitestgehend schachbrettartigen, planmäßig angelegten Verlauf der allermeisten Straßen abweicht und schräg von Süd-Südwest nach Nord-Nordost verläuft, wobei sie ein deutliches Gefälle aufweist, was ebenfalls untypisch für Norden ist. Der Grund hierfür ist, dass der Weg im Verlauf dem Rand der Norder Geestinsel folgt, welche hier einen Ausläufer bildet. Auf der hohen, sandigen Geest befanden sich vor Beginn des Deichbaus die bevorzugten Wohnplätze und Verbindungswege, da sie Sicherheit vor Sturmfluten bot. Dieser Umstand spricht für ein beträchtliches Alter der Straße. Die Gegenden auf der Geest gehören zu den erst besiedelten Orten von Norden. Die Ekeler Gaste ist eine der ältesten Straßen in Norden, vermutlich bereits weit vor der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden - und spätestens seit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts befestigt, wie die preußische Grundkarte von ca. 1895 veranschaulicht.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Dies hebt ihre Bedeutung als wichtige Verkehrsstraße hervor. Ihre heutige enge Besiedlung entstand vermutlich um die vorletzte Jahrhundertwende (um 1900).
Die Straße ist eine der markantesten von Norden, da sie vom weitestgehend schachbrettartigen, planmäßig angelegten Verlauf der allermeisten Straßen abweicht und schräg von Süd-Südwest nach Nord-Nordost verläuft, wobei sie ein deutliches Gefälle aufweist, was ebenfalls untypisch für Norden ist. Der Grund hierfür ist, dass der Weg im Verlauf dem Rand der Norder Geestinsel folgt, welche hier einen Ausläufer bildet. Auf der hohen, sandigen Geest befanden sich vor Beginn des Deichbaus die bevorzugten Wohnplätze und Verbindungswege, da sie Sicherheit vor Sturmfluten bot. Dieser Umstand spricht für ein beträchtliches Alter der Straße. Die Gegenden auf der Geest gehören zu den erst besiedelten Orten von Norden. Die Ekeler Gaste ist eine der ältesten Straßen in Norden, vermutlich bereits weit vor der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden - und spätestens seit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts befestigt, wie die preußische Grundkarte von ca. 1895 veranschaulicht.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Dies hebt ihre Bedeutung als wichtige Verkehrsstraße hervor. Ihre heutige enge Besiedlung entstand vermutlich um die vorletzte Jahrhundertwende (um 1900). Wie aus dem Adressbuch der [[Sandbauerschaft]] von 1912 hervorgeht, trug die Straße bereits in dieser Zeit ihren bis heute erhaltenen Namen.<ref>Lottmann, Elfriede (1998): ''Fast vergessen: Die Sandbauerschaft.'' In: ''Heim und Herd'' im Ostfriesischen Kurier (April 1998)</ref>


Bemerkenswert ist außerdem, dass der [[Barenbuscher Weg]], der [[Looger Weg]] und die Ekeler Gaste im Nordosten spitz zusammenlaufen. Es ist anzunehmen, dass die Ekeler Gaste einen sehr alten Verbindungsweg oder eine Heerstraße zwischen dem östlichen Stadtrand Nordens und den [[Ostermarsch|östlichen Marschgebieten]] darstellt, in denen sich die Besitztümer der Klöster und der bäuerlichen Gemeinschaften befanden.  
Bemerkenswert ist außerdem, dass der [[Barenbuscher Weg]], der [[Looger Weg]] und die Ekeler Gaste im Nordosten spitz zusammenlaufen. Es ist anzunehmen, dass die Ekeler Gaste einen sehr alten Verbindungsweg oder eine Heerstraße zwischen dem östlichen Stadtrand Nordens und den [[Ostermarsch|östlichen Marschgebieten]] darstellt, in denen sich die Besitztümer der Klöster und der bäuerlichen Gemeinschaften befanden.  
Zeile 44: Zeile 44:
Im [[Eingemeindungsvertrag]] von 1919 zwischen der [[Stadt Norden]] und der [[Sandbauerschaft]] wurde festgehalten, dass die Ekeler Gaste zu den ersten Straßen gehörte sollte, auf die die städtische [[Straßenbeleuchtung]] sowie die Energieversorgung ausgeweitet werden solle.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 61</ref>
Im [[Eingemeindungsvertrag]] von 1919 zwischen der [[Stadt Norden]] und der [[Sandbauerschaft]] wurde festgehalten, dass die Ekeler Gaste zu den ersten Straßen gehörte sollte, auf die die städtische [[Straßenbeleuchtung]] sowie die Energieversorgung ausgeweitet werden solle.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 61</ref>


Der Großteil der Ekeler Gaste befindet sich heute in einem baulich sehr schlechten Zustand, vor allem durch den zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr der letzten Jahrzehnte bedingt.
Bis zur Fertigstellung einer neuen Asphaltdecke Ende November 2025 befand sich die Straße in einem baulich sehr schlechten Zustand, da der Untergrund vorwiegend aus Betonplatten bestand.


==Gebäude und Plätze==
==Gebäude und Plätze==
Zeile 51: Zeile 51:
==Galerie==
==Galerie==
<gallery>
<gallery>
Datei:Ekeler Gaste Ecke Rotdornstraße EDEKA Kaufmannsladen 1973 (0270379) MZ.jpg|Ein alter Kaufmannsladen an der Ecke zur [[Rotdornstraße]] (1973).
Datei:Ekeler Gaste Ecke Rotdornstraße EDEKA Kaufmannsladen 1973 (0270379) MZ.jpg|Kaufmannsladen [[Bojung Seeba]] an der [[Ekeler Gaste 13]], Ecke [[Rotdornstraße]] (1973).
Datei:Ekeler Gaste 07122020 01.jpg|Blick in die Straße - Aufnahme vom 7. Dezember 2020.
Datei:Ekeler Gaste 07122020 01.jpg|Blick in die Straße - Aufnahme vom 7. Dezember 2020.
Datei:Ekeler Gaste 07122020 02.jpg|Blick in die Straße - Aufnahme vom 7. Dezember 2020.
Datei:Ekeler Gaste 07122020 02.jpg|Blick in die Straße - Aufnahme vom 7. Dezember 2020.