Alte Itzendorfer Schule: Unterschied zwischen den Versionen
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Vermutlich gab es bereits um 1600 eine Schule in [[Itzendorf]], spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Erstmalig nachweisen lässt sich die Existenz durch ein Schreiben aus dem Jahr 1677, aus dem hervorgeht, dass [[Hinrich Laven]] von den Interessenten (Eltern schulpflichtiger Kinder) zum Schulmeister (nicht-akademische Lehrkraft) gewählt wurde. An Schulgeld zahlten diese einen Gulden und etwa 50 Liter Gerste je Halbjahr. Am 12. März 1683 wird das Schulgeld um einen Gulden erhöht, die Arbeiter und Kleinbauern mussten jedoch nur die Hälfte zahlen. Schulmeister bzw. Lehrer ist zu dieser Zeit [[Johannes Naudaeus]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> | Vermutlich gab es bereits um 1600 eine Schule in [[Itzendorf]], spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Erstmalig nachweisen lässt sich die Existenz durch ein Schreiben aus dem Jahr 1677, aus dem hervorgeht, dass [[Hinrich Laven]] von den Interessenten (Eltern schulpflichtiger Kinder) zum [[Schulmeister]] (nicht-akademische Lehrkraft) gewählt wurde. An Schulgeld zahlten diese einen Gulden und etwa 50 Liter Gerste je Halbjahr. Am 12. März 1683 wird das Schulgeld um einen Gulden erhöht, die Arbeiter und Kleinbauern mussten jedoch nur die Hälfte zahlen. Schulmeister bzw. Lehrer ist zu dieser Zeit [[Johannes Naudaeus]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> | ||
Gegen Ende des Jahres 1717 sucht die [[Weihnachtsflut]] auch Itzendorf heim, das in den Fluten praktisch gänzlich zerstört wird und in der Folgezeit aufgegeben werden muss. Zahllose Menschen sterben in den Fluten, die Felder werden durch das salzige Meerwasser unbrauchbar. Die Schäden waren so schwerwiegend, dass der [[Westermarscher Seedeich]] weiter ins Hinterland verlagert und Itzendorf dadurch aufgegeben wurde. Heute erinnert nur noch eine Untiefe namens ''Itzendorfplate'' an den einstigen Ort. Von der Ausdeichung betroffen war auch die Schule. Im Frühjahr 1771 wird ein neues Schulgebäude errichtet.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 34</ref> Über 50 Jahre hat es damit keine Schule in Itzendorf gegeben. Zurückzuführen ist dies wahrscheinlich vorwiegend auf die Nachwirkungen der Flut, vor allem auf den Geldmangel. Andere Vorhaben, wie der Neubau des Deiches, der Wiederaufbau der Häuser und die Neuanlage von Feldern hatten vor allem anderen Priorität. | Gegen Ende des Jahres 1717 sucht die [[Weihnachtsflut]] auch Itzendorf heim, das in den Fluten praktisch gänzlich zerstört wird und in der Folgezeit aufgegeben werden muss. Zahllose Menschen sterben in den Fluten, die Felder werden durch das salzige Meerwasser unbrauchbar. Die Schäden waren so schwerwiegend, dass der [[Westermarscher Seedeich]] weiter ins Hinterland verlagert und Itzendorf dadurch aufgegeben wurde. Heute erinnert nur noch eine Untiefe namens ''Itzendorfplate'' an den einstigen Ort. Von der Ausdeichung betroffen war auch die Schule. Im Frühjahr 1771 wird ein neues Schulgebäude errichtet.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 34</ref> Über 50 Jahre hat es damit keine Schule in Itzendorf gegeben. Zurückzuführen ist dies wahrscheinlich vorwiegend auf die Nachwirkungen der Flut, vor allem auf den Geldmangel. Andere Vorhaben, wie der Neubau des Deiches, der Wiederaufbau der Häuser und die Neuanlage von Feldern hatten vor allem anderen Priorität. | ||