Lagerkirche Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „|Genaue Lage↵|“ durch „| Genaue Lage = “ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{ | {{Infobox Gebäude | ||
| center = 53.59546965784364, 7.22880613707562 | | center = 53.59546965784364, 7.22880613707562 | ||
| circles = 53.59546965784364, 7.22880613707562 : 20 | | circles = 53.59546965784364, 7.22880613707562 : 20 | ||
| zoom = 17 | | zoom = 17 | ||
| | | Entstehungszeit = 1938 (1948) | ||
| Erbauer = Wehrmacht | |||
| Bauweise = Holzbaracke | |||
| Erhaltungszustand = um 1961 abgebrochen | |||
|Erbauer | |||
|Bauweise | |||
|Erhaltungszustand | |||
| Genaue Lage = [[Rheinstraße]] | | Genaue Lage = [[Rheinstraße]] | ||
26506 Norden | 26506 Norden | ||
| Zeile 33: | Zeile 13: | ||
__TOC__ | __TOC__ | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
* siehe auch: [[Vertriebenenlager Tidofeld|Geschichte des Vertriebenenlagers Tidofeld]] | |||
Nachdem die ehemalige Wehrmachtskaserne in ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Vertriebenenlager]] umgebaut wurde, kam bei den Bewohnern schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf. Zwar befand sich die [[Bargeburer Kirche]] in relativer Nähe, doch waren die meisten Bewohner Anhänger der evangelisch-lutherischen Ausrichtung. So kam es, dass schon 1946 ein leerstehender Raum in der Baracke 2, der nordwestlichen Baracke in unmittelbarer Lage an der [[Heerstraße]], für Gottesdienste benutzt wurde. Die Räumlichkeiten und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertretenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab.<ref name=":3">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 45f.</ref><ref name=":4">[https://gnadenkirche-tidofeld.org/geschichte Geschichte der Gnadenkirche Tidofeld], abgerufen am 30. Juli 2021</ref> | Nachdem die ehemalige Wehrmachtskaserne in ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Vertriebenenlager]] umgebaut wurde, kam bei den Bewohnern schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf. Zwar befand sich die [[Bargeburer Kirche]] in relativer Nähe, doch waren die meisten Bewohner Anhänger der evangelisch-lutherischen Ausrichtung. So kam es, dass schon 1946 ein leerstehender Raum in der Baracke 2, der nordwestlichen Baracke in unmittelbarer Lage an der [[Heerstraße]], für Gottesdienste benutzt wurde. Die Räumlichkeiten und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertretenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab.<ref name=":3">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 45f.</ref><ref name=":4">[https://gnadenkirche-tidofeld.org/geschichte Geschichte der Gnadenkirche Tidofeld], abgerufen am 30. Juli 2021</ref> | ||
| Zeile 39: | Zeile 21: | ||
Als 1950 der Landesbischof Lilje das Lager besuchte, wurde ihm von den Bewohnern der Wunsch nach einer eigenen Glocke offenbart. Auf seine Vermittlung stiftete der ''Bochumer Verein'', ein Zusammenschluss mehrerer Zechen und Stahlwerke aus Bochum, eine Glocke gestiftet, die am 13. Oktober 1951 eintraf. Hierfür errichtete man einen eigenen, hölzernen Glockenturm an der Barackenkirche und weihte sie am 21. Oktober des Jahres. Bemerkenswert war, dass die Glocke in ihrem Cis-Ton auf jene der [[Bargeburer Kirche]] abgestimmt war. | Als 1950 der Landesbischof Lilje das Lager besuchte, wurde ihm von den Bewohnern der Wunsch nach einer eigenen Glocke offenbart. Auf seine Vermittlung stiftete der ''Bochumer Verein'', ein Zusammenschluss mehrerer Zechen und Stahlwerke aus Bochum, eine Glocke gestiftet, die am 13. Oktober 1951 eintraf. Hierfür errichtete man einen eigenen, hölzernen Glockenturm an der Barackenkirche und weihte sie am 21. Oktober des Jahres. Bemerkenswert war, dass die Glocke in ihrem Cis-Ton auf jene der [[Bargeburer Kirche]] abgestimmt war. | ||
Am 15. Juni 1961 erfolgte die Grundsteinlegung der [[Gnadenkirche Tidofeld]] als Nachfolger der bisherigen Barackenkirche. Am 19. Dezember 1961 wurde sie mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht und diente fortan der evangelisch-lutherischen Kirche.<ref name=":4" /> Die anderen Konfessionen wichen nun in die anderen Kirchen der Umgebung aus. Die alte Glocke wurde zunächst bei der [[Friedhofskapelle]] genutzt, doch auch dort verblieb sie nur kurze Zeit und wurde schließlich auf dem [[Bauhof|Bauhofsgelände]] gelagert, ehe sie ab dem 14. November 1981 ihren bis heute bestehenden Platz vor der Gnadenkirche fand und dort seither als Denkmal dient. | Am 15. Juni 1961 erfolgte die Grundsteinlegung der [[Gnadenkirche Tidofeld]] als Nachfolger der bisherigen Barackenkirche. Am 19. Dezember 1961 wurde sie mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht und diente fortan der evangelisch-lutherischen Kirche.<ref name=":4" /> Die anderen Konfessionen wichen nun in die anderen Kirchen der Umgebung aus. Die alte Glocke wurde zunächst bei der [[Friedhofskapelle]] genutzt, doch auch dort verblieb sie nur kurze Zeit und wurde schließlich auf dem [[Bauhof|Bauhofsgelände]] gelagert, ehe sie ab dem 14. November 1981 ihren bis heute bestehenden Platz vor der Gnadenkirche fand und dort seither als Denkmal dient. Der Glockenturm an sich fand eine neue Verwendung auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]]. | ||
Die letzte Baracke wurde 1964 abgerissen. Zwischen 1961 und 1964 wurde daher auch die ehemalige Kirche abgebrochen. Heute stehen in ihrer Umgebung mehrere Wohnblocks. | Die letzte Baracke wurde 1964 abgerissen. Zwischen 1961 und 1964 wurde daher auch die ehemalige Kirche abgebrochen. Heute stehen in ihrer Umgebung mehrere Wohnblocks. | ||
== Gedicht<ref>[https://vertriebenenlager-tidofeld.de/not-und-barackenkirche-video/ Kurzvideo über die Not- und Barackenkirche], abgerufen am 22. Februar 2022</ref> == | ==Gedicht<ref>[https://vertriebenenlager-tidofeld.de/not-und-barackenkirche-video/ Kurzvideo über die Not- und Barackenkirche], abgerufen am 22. Februar 2022</ref>== | ||
Ein Bewohner des Lagers verfasste anlässlich der Einweihung der Kirche ein Gedicht, das er persönlich an den Pastoren richtete: | Ein Bewohner des Lagers verfasste anlässlich der Einweihung der Kirche ein Gedicht, das er persönlich an den Pastoren richtete: | ||
| Zeile 76: | Zeile 58: | ||
''Bleibt uns das Kirchlein nur - und Sie.'' | ''Bleibt uns das Kirchlein nur - und Sie.'' | ||
== Literatur == | ==Galerie== | ||
<gallery> | |||
Datei:Vertriebenlager Tidofeld Glockenweihe 21 10 1951 01 - Kopie.JPG|Glockenweihe bei der Barackenkirche am 21. Oktober 1951. | |||
Datei:Neuer Friedhof Alte 15052021 10.jpg|Der alte Glockenturm, nun im Einsatz auf dem [[Neuer Friedhof|Neuen Friedhof]] - Aufnahme vom 15. Mai 2021. | |||
</gallery> | |||
==Literatur== | |||
* 50 Jahre Tidofeld. 1946-1996. | * 50 Jahre Tidofeld. 1946-1996. | ||
== Einzelnachweise == | ==Einzelnachweise== | ||
<references /> | <references/> | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||