Porghamerdrift: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(Eine dazwischenliegende Version von einem anderen Benutzer wird nicht angezeigt)
Zeile 31: Zeile 31:
==Geschichte==
==Geschichte==
===Herkunft des Namens===
===Herkunft des Namens===
Der Straßenname kommt aus dem Altfriesischen. Ein ''Hamer'' bezeichnet eine durch einen Graben (und Deich) eingefriedetes [[Marsch|Marschland]]. Über einen ''Drift'' (auch ''Trift'') wurden früher Tiere auf die Weide getrieben. Die Bedeutung des Wortes ''Porg'' ist dem Wort ''Pogge'' (vgl. [[Poggenpoller]]) entlehnt, was einen Frosch bezeichnet. Es ist daher davon auszugehen, dass in diesem niedrigen und feuchten Marschland früher oft Frosche anzutreffen waren.
Der Straßenname kommt aus dem Ostfriesischen Platt bzw. der altfriesischen Sprache. In der heute weitgehend etablierten Rechtschreibung der ''Ostfriesischen Landschaft'' würde man ''Pogghammerdrifft'' schreiben.
 
''Pogg'', gesprochen ''Poach'', daher oft etymologisch falsch als ''Porg'' geschrieben, bedeutet  ''Frosch'' (vgl. [[Poggenpoller]]). Ein ''Hammer(k)'' bezeichnet ein niedrig gelegenes Weideland, oft [[Marsch|Marschland]]. Der Begriff ''Drifft'', wörtlich ''Trieb'', kann in der Landwirtschaft sowohl den Weideort bezeichnen, zu dem das Vieh getrieben wurde, als auch die getriebene Viehherde selbst; in diesem Fall bezeichnet Drifft im allgemeineren Sinne den Wegabschnitt, der regelmäßig zum Abtrieb der Herde auf dei Weide genutzt wurde.
 
Es ist daher davon auszugehen, dass in diesem niedrigen und feuchten Marschland ehemals Vieh beweidet wurde und viele Frösche anzutreffen waren bzw. sind.


===Entwicklung===
===Entwicklung===
Zeile 37: Zeile 41:
Bereits auf der preußischen Grundkarte aus der Zeit um 1895 ist der Weg eingezeichnet.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Zu dieser Zeit war er jedoch noch nicht befestigt und besteht auch heute überwiegend nur aus Schotterflächen. Ein Schild am Eingang weist explizit darauf hin, dass es sich um einen Privatweg handelt, der nicht für Unbefugte zugänglich sein soll.
Bereits auf der preußischen Grundkarte aus der Zeit um 1895 ist der Weg eingezeichnet.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Zu dieser Zeit war er jedoch noch nicht befestigt und besteht auch heute überwiegend nur aus Schotterflächen. Ein Schild am Eingang weist explizit darauf hin, dass es sich um einen Privatweg handelt, der nicht für Unbefugte zugänglich sein soll.
==Gebäude und Plätze==
==Gebäude und Plätze==
Bis auf einen alten Kiessee, der nun als privater Fisch- bzw. Angelteich genutzt wird, gibt es hier nur landwirtschaftliche Nutzflächen. Der besagte See entstand 1939, der gewonnene Kies wurde vor allem beim Bau des ehemaligen Militärflugplatzes in Hage (heute Bereich um Zeppelinstraße, Stettiner Straße u.ä.) genutzt wurde.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft], abgerufen am 29. Juni 2022</ref>
Bis auf einen alten Kiessee, der nun als privater Fisch- bzw. Angelteich genutzt wird, gibt es hier nur landwirtschaftliche Nutzflächen. Der besagte See entstand 1939, der gewonnene Kies wurde vor allem beim Bau des ehemaligen Militärflugplatzes in Hage (heute Bereich um Zeppelinstraße, Stettiner Straße u. ä.) genutzt.<ref>[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamenkarte Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft], abgerufen am 29. Juni 2022</ref>


Ungefähr zu dieser Zeit wurde hier auch ein Bunker errichtet, der in der Nachkriegszeit als provisorische Wohnung genutzt wurde. Bewohnerin war die Familie Kruse.<ref>Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 44</ref>
Ungefähr zu dieser Zeit wurde hier auch ein Bunker errichtet, der in der Nachkriegszeit als provisorische Wohnung einer Familie Kruse genutzt wurde.<ref>Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 44</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Aktuelle Version vom 25. Dezember 2022, 14:41 Uhr

Porghamerdrift

Die Karte wird geladen …
Basisdaten
Stadtteil/-viertel Ekel
Erschließungsjahr vor 1895
Namensgebung vor 1989
Historische Namen keine

Der Porghamerdrift (auch: Pogghamerweg) ist eine Privatstraße in Ekel. Die Straße geht nördlich vom Ekeler Weg ab und endet als Sackgasse.

Geschichte

Herkunft des Namens

Der Straßenname kommt aus dem Ostfriesischen Platt bzw. der altfriesischen Sprache. In der heute weitgehend etablierten Rechtschreibung der Ostfriesischen Landschaft würde man Pogghammerdrifft schreiben.

Pogg, gesprochen Poach, daher oft etymologisch falsch als Porg geschrieben, bedeutet Frosch (vgl. Poggenpoller). Ein Hammer(k) bezeichnet ein niedrig gelegenes Weideland, oft Marschland. Der Begriff Drifft, wörtlich Trieb, kann in der Landwirtschaft sowohl den Weideort bezeichnen, zu dem das Vieh getrieben wurde, als auch die getriebene Viehherde selbst; in diesem Fall bezeichnet Drifft im allgemeineren Sinne den Wegabschnitt, der regelmäßig zum Abtrieb der Herde auf dei Weide genutzt wurde.

Es ist daher davon auszugehen, dass in diesem niedrigen und feuchten Marschland ehemals Vieh beweidet wurde und viele Frösche anzutreffen waren bzw. sind.

Entwicklung

Bereits auf der preußischen Grundkarte aus der Zeit um 1895 ist der Weg eingezeichnet.[1] Zu dieser Zeit war er jedoch noch nicht befestigt und besteht auch heute überwiegend nur aus Schotterflächen. Ein Schild am Eingang weist explizit darauf hin, dass es sich um einen Privatweg handelt, der nicht für Unbefugte zugänglich sein soll.

Gebäude und Plätze

Bis auf einen alten Kiessee, der nun als privater Fisch- bzw. Angelteich genutzt wird, gibt es hier nur landwirtschaftliche Nutzflächen. Der besagte See entstand 1939, der gewonnene Kies wurde vor allem beim Bau des ehemaligen Militärflugplatzes in Hage (heute Bereich um Zeppelinstraße, Stettiner Straße u. ä.) genutzt.[2]

Ungefähr zu dieser Zeit wurde hier auch ein Bunker errichtet, der in der Nachkriegszeit als provisorische Wohnung einer Familie Kruse genutzt wurde.[3]

Einzelnachweise

  1. Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
  2. Flurnamensammlung der Ostfriesischen Landschaft, abgerufen am 29. Juni 2022
  3. Ostfriesischer Kurier (1999): Von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart (Sonderdruck), Norden, S. 44

Siehe auch