Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden: Unterschied zwischen den Versionen
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1606 führte Freiherr Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen, der Schwiegersohn von Unico Manninga, eine Kirchenordnung ein. Trotz Teilnahme am Gottesdienst in Lütetsburg bestand in der Gemeinde weiterhin der Wunsch nach einer eigener Kirche in Norden oder zumindest den Gottesdienst in einem Privathaus in Norden zu erlauben, um nicht immer den besonders zu Fuße beschwerlichen Weg nach Lütetsburg in Kauf nehmen zu müssen. Die Anträge bei der Landesherrschaft wurden indes mit dem Hinweis, dass den Lutheranern in Emden dies auch nicht gewährt werden würde, abgelehnt. Die Norder Reformierten baten daraufhin die Niederländischen Generalstaaten, die großen Einfluss in Ostfriesland hatten, erfolglos um Hilfe. | 1606 führte Freiherr Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen, der Schwiegersohn von Unico Manninga, eine Kirchenordnung ein. Trotz Teilnahme am Gottesdienst in Lütetsburg bestand in der Gemeinde weiterhin der Wunsch nach einer eigener Kirche in Norden oder zumindest den Gottesdienst in einem Privathaus in Norden zu erlauben, um nicht immer den besonders zu Fuße beschwerlichen Weg nach Lütetsburg in Kauf nehmen zu müssen. Die Anträge bei der Landesherrschaft wurden indes mit dem Hinweis, dass den Lutheranern in Emden dies auch nicht gewährt werden würde, abgelehnt. Die Norder Reformierten baten daraufhin die Niederländischen Generalstaaten, die großen Einfluss in Ostfriesland hatten, erfolglos um Hilfe. | ||
Unter der von 1599 bis 1625 währenden Herrschaft von [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]], dem Sohn von Edzard II., kam es zu einer ersten Aussöhnung. Enno III. erlaubte den Reformierten, ihren | Unter der von 1599 bis 1625 währenden Herrschaft von [[Enno III. Cirksena|Graf Enno III.]], dem Sohn von Edzard II., kam es zu einer ersten Aussöhnung. Enno III. erlaubte den Reformierten, ihren Gottesdienst fortan auch in der Stadt abzuhalten und schickte ihnen den Prediger [[Tido Henrici]]. Er wies den [[Drost|Drosten]] und den [[Magistrat]] an, den reformierten Pastoren zu schützen. Die aufgebrachten Lutheraner machten es den Reformierten jedoch unmöglich, den Gottesdienst in der Stadt auszuüben. Die Reformierten bekamen nur das Recht, alle zwei Monate in einem Privathaus in der Stadt ihre Kirchenangelegenheiten zu beraten und das Abendmahl nach ihrer Weise zu feiern. Spätestens ab 1641 diente das später so genannte [[Haus Vienna]] als Ort des Gottesdienstes.<ref>Schreiber, Gretje (2020): Die Bewohner des Bürgerhauses in Norden. Haus der Bürgerstiftung Norden, Norden, S. 12</ref> | ||
1677 stellte Dodo II. der Gemeinde daraufhin den sogenannten [[Olyschlag]] für ihren Gottesdienst zur Verfügung. Zwei Jahre später schenkte er ihnen dort sogar ein Stück Land zum Bau einer Kirche. Die Norder Reformierten erhielten überdies ein Mitbestimmungsrecht bei der Wahl des Pastoren, der bisher vom Lütetsburger Grafen allein bestimmt wurde. Der Bau der [[Bargeburer Kirche]] gestaltete sich indes schwierig, da fanatische Norder Bürger den Bau aufgrund seiner Nähe zu Stadtgrenze zu sabotieren versuchten. Dodo II. bat daraufhin den zu dieser Zeit Greetsiel besetzt haltenden Großen Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, um Hilfe. Dodo II. war seinerzeit dessen Hofkammerpräsident (eine Art Finanzminister) und auch Friedrich Wilhelm stand der reformatorischen Glaubensrichtung nahe. Der Bau konnte daraufhin fortgesetzt und im Herbst 1684 fertiggestellt werden. Am 9. November 1684 konnte schließlich der erste Gottesdienst gefeiert werden. Zehn Jahre später erhält die Gemeinde das [[Haus Monsieur]] als neues Pfarrhaus zum Geschenk vom bisherigen Eigentümer.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 71</ref> | 1677 stellte Dodo II. der Gemeinde daraufhin den sogenannten [[Olyschlag]] für ihren Gottesdienst zur Verfügung. Zwei Jahre später schenkte er ihnen dort sogar ein Stück Land zum Bau einer Kirche. Die Norder Reformierten erhielten überdies ein Mitbestimmungsrecht bei der Wahl des Pastoren, der bisher vom Lütetsburger Grafen allein bestimmt wurde. Der Bau der [[Bargeburer Kirche]] gestaltete sich indes schwierig, da fanatische Norder Bürger den Bau aufgrund seiner Nähe zu Stadtgrenze zu sabotieren versuchten. Dodo II. bat daraufhin den zu dieser Zeit Greetsiel besetzt haltenden Großen Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, um Hilfe. Dodo II. war seinerzeit dessen Hofkammerpräsident (eine Art Finanzminister) und auch Friedrich Wilhelm stand der reformatorischen Glaubensrichtung nahe. Der Bau konnte daraufhin fortgesetzt und im Herbst 1684 fertiggestellt werden. Am 9. November 1684 konnte schließlich der erste Gottesdienst gefeiert werden. Zehn Jahre später erhält die Gemeinde das [[Haus Monsieur]] als neues Pfarrhaus zum Geschenk vom bisherigen Eigentümer.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 71</ref> | ||