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Das Gebäude fand im Brandversicherungskataster als versichert bereits 1808 Erwähnung. Die Erstadresse des "Huis" war Norderkluft 536, Besitzer Georg Mark (oder Marve).<ref>Ostfriesland, Deutschland, Brandversicherungskataster, 1768-1937, Stadt Norden, 1808-1819</ref>
{{Infobox Gebäude
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'''Zum weißen Roß''' (später auch: ''Gaststätte Müller; Gaststätte Dirks; Gaststätte Kunkel'') war der Name einer Gaststätte, die sich bis etwa 1962 im Winkel des [[Fräuleinshof (Straße)|Fräuleinshof]] und [[Am Markt]], unmittelbar neben der [[Marktschule]] befand.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 15</ref> Sie darf nicht mit der ähnlich benannten Gaststätte ''[[Im schwarzen Roß]]'' an der [[Brückstraße]] verwechselt werden.
__TOC__
==Geschichte==
Erster bekannter Eigentümer eines Hauses an dieser Stelle war der 1612 im Empfangsregister der Stadt Norden erwähnte [[Dirk Harmenß]]. 1639 wurde im Register der Warf- und Zaunheuer ein [[Hinrich Lübbers]] genannt. Für 1744 finden sich in der gleichen Liste [[Menke Hinrichs]] und [[Dirk Harm Hinrichs]].<ref name=":1">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 126</ref> Letzterer hatte mit seiner zweiten Ehefrau das Haus nebst Garten im Jahre 1739 von Pastor Boyunga für 295 Gulden erworben. Anschließender Besitzer war ihre gemeinsame Tochter [[Antje Dirks]], die mit [[Jürgen Georg Mack]] verheiratet war.<ref name=":1" /><ref name=":2">Schreiber, Gretje (1992): Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich, S. 127</ref> Am 5. November 1780 wurde ihr Sohn [[Carl Phillip Dirks]] Eigentümer durch Erbschaft. Dieser verkaufte das Haus am 29. Januar 1781 für 560 Gulden an [[Poppe Janssen Krieger]].<ref name=":2" />
 
Der [[Bürgerhauptmann]] [[Ihmel Willms]] erwarb das Haus am 19. März 1787 für 375 Gulden. In einer Erbteilung vom 23. Juli 1802 erhielt der Kaufmann [[Ede Ihmels|Ede U. Ihmels]] das Haus für 1.000 Gulden.<ref name=":2" /> 1808 findet das Gebäude im Brandversicherungskataster weitere Erwähnung. Die damalige Anschrift des Gebäudes war ''[[Norderkluft]] 536'', Besitzer war zu dieser Zeit ein [[Georg Mark]] (oder Marve).<ref>Ostfriesland, Deutschland, Brandversicherungskataster, 1768-1937, Stadt Norden, 1808-1819</ref>


Zwischen 1841 und 1852 erwarben Hinrich Bartrams Schepker und Frau Johanna C. Neemann das Gebäude.<ref>Brand-Catastrum der Stadt Norden pro1841-1852, Stadt Norden, Seite 119</ref> Hinrich Bartrams Schepker war vermutlich ein Sohn des Müller und Zimmermeisters Bartram Schepker, denn Maria Bartram Charlotte Schepker war später nebst Mann als Besitzer verzeichnet.
Laut einem Testament vom 20. Dezember 1817 wurden folgende Erben von Ihmels eingesetzt: [[Ihmel Wilhelm Ihmels]], [[Jan Fischen Ihmels]], [[Ufe Edden Ihmels]], [[Jacob Fischer Ihmels]] und [[Edde Ufen Ihmels]]. Nach dem Tode der Kinder Ihmel, Jan und Ufe Edden hatte ihre Mutter [[Teelke Janssen Fischer]] ihre jeweiligen Anteile geerbt und wurde so zu 3/5 Eigentümerin des Hauses. Die beiden noch lebenden Kinder bewahrten sich ihre jeweiligen 1/5-Teile.<ref name=":2" />


Remmer Roolfs Bruns und seine Frau Maria Bartram Charlotte Schepker (Die Tochter von Bartram Schepker) haben das Gebäude zwischen 1852 und 1863 übernommen . <ref>Brandversicherungs-Kataster der Städte und Flecken der Provinz Ostfriesland für die Jahre 1852-1863, Stadt Norden, Seite 119</ref>
Am 19. Mai 1820 wurde der Schuster [[Oltmann Janssen Nordwall]] für 1.000 Gulden neuer Eigentümer.<ref name=":2" /> 1851 erwarben [[Hinrich Bartrams Schepker]] und seine Ehefrau [[Johanna Neemann|Johanna C. Neemann]] das Gebäude.<ref name=":2" /><ref>Brand-Catastrum der Stadt Norden pro 1841-1852, Stadt Norden, Seite 119</ref> Hinrich Bartrams Schepker war vermutlich ein Sohn des Müller und Zimmermeisters [[Bartram Schepker|Bartram Schepke]]<nowiki/>r, denn [[Maria Bartram Charlotte Schepker]] war später nebst ihrem Mann, [[Remmer Roolfs Bruns]], als Besitzer verzeichnet.<ref name=":0" />


Remmer Roolfs Bruns, geb. am 11. Februar 1811 in Hage als erstes von acht Kindern des Postboten Roolf Remmers Bruns zu Hage, betrieb dort mit seiner Frau die Schankwirtschaft "Zum weißen Roß". Er war bereits während der Saison ab ca. 1835 im Conversationshaus auf Norderney als königlicher Tafeldecker des Königs Georg VI. von Hannover tätig. Sein erstgeborener Sohn legte den Grundstein der Gastronomie Dynastie Bruns auf Norderney. Nach dem Tod von Remmer Roolfs Bruns im Jahre 1876 in Norden bewirtschaftete seine Witwe Maria Bartram Charlotte die Schankwirtschaft weiter. 1890 ging die Schankwirtschaft an den Schwiegersohn Georg Kunkel und Frau Maria Charlotte geb. Bruns. Schließlich wurde die Schankwirtschaft nach dem Tod von Georg Kunkel von seiner Frau bis in die 1920er Jahre betrieben.<ref>Aus der Bruns Chronik von Gerrit Paulick</ref>
Bruns hatte das Haus 1858 übernommen.<ref name=":2" /><ref name=":0">Brandversicherungs-Kataster der Städte und Flecken der Provinz Ostfriesland für die Jahre 1852-1863, Stadt Norden, Seite 119</ref> Remmer Roolfs Bruns, geb. am 11. Februar 1811 in Hage als erstes von acht Kindern des Postboten Roolf Remmers Bruns zu Hage, betrieb dort mit seiner Frau die Schankwirtschaft ''Zum weißen Roß''. Er war bereits während der Saison ab ca. 1835 im Conversationshaus auf Norderney als königlicher Tafeldecker des Königs Georg VI. von Hannover tätig. Sein erstgeborener Sohn legte den Grundstein der ''Gastronomie-Dynastie'' Bruns auf Norderney. 1859 erbaute er das Gebäude neu.<ref name=":2" />
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Nach dem Tod von Remmer Roolfs Bruns im Jahre 1876 in Norden bewirtschaftete seine Witwe die Schankwirtschaft weiter. 1890 ging die Schankwirtschaft an den Schwiegersohn [[Georg Kunkel]] und Frau [[Maria Charlotte Bruns]]. Schließlich wurde die Schankwirtschaft nach dem Tod von Georg Kunkel von seiner Frau bis in die 1920er Jahre betrieben.<ref>Aus der Bruns Chronik von Gerrit Paulick</ref> Der Name ''Zum Weißen Roß'' ist spätestens seit 1900 belegbar.<ref name=":2" />
==Zum weißen Roß==
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| Title = Zum weißen Roß
| Text = Ehemaliger Gasthof in Norden
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|-
! colspan="2" |Basisdaten
|-
|Entstehungszeit
|vor 1812
|-
|Erbauer
|unbekannt
|-
|Bauweise
|Ziegelsteinbau
|-
|Erhaltungszustand
|um 1962 abgebrochen
|-
|Genaue Lage
|[[Am Markt]] 51
26506 Norden
|} __NOTOC__
'''Zum weißen Roß''' (später auch: ''Gaststätte Müller'') war der Name einer Gaststätte, die sich bis etwa 1962 im Winkel des [[Fräuleinshof (Straße)|Fräuleinshof]] und [[Am Markt]], unmittelbar neben der [[Marktschule]] befand.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 15</ref> Sie darf nicht mit der ähnlich benannten Gaststätte ''[[Im schwarzen Roß]]'' an der [[Brückstraße]] verwechselt werden.


Im Dezember 1944 richteten Handel, Gewerbe und Handwerk eine Gemeinschaftsküche für die eigenen Mitarbeiter ein, damit diese zumindest eine grundlegende Speisung erhielten und hierfür nicht den beschwerlichen Heimweg in der kurzen Mittagspause antreten mussten.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 34</ref>
Im Dezember 1944 richteten Handel, Gewerbe und Handwerk eine Gemeinschaftsküche für die eigenen Mitarbeiter ein, damit diese zumindest eine grundlegende Speisung erhielten und hierfür nicht den beschwerlichen Heimweg in der kurzen Mittagspause antreten mussten.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 34</ref> Um 1950 hieß der Gastwirt hier [[Albert Müller]].<ref name=":2" /> Von Februar 1961 bis Juni 1975 wurde die Gaststätte von der Familie Kettler betrieben.<ref>Angaben der facebook-Userin Anke Kettler unter dem ''Norder Stadtgeschichte''-Beitrag vom 13. Juni 2023</ref> Wohl kurz danach wurde die Gaststätte schließlich abgebrochen. Heute befinden sich dort Parkflächen für das [[Sozialamt]] des Landkreises Aurich.


==Trivia==
==Trivia==
In der Zeit um 1812 hatte das Gebäude die [[Hausnummerierung|Hausnummer]] 536.<ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2</ref>
In der Zeit um 1812 hatte das Gebäude die [[Hausnummerierung|Hausnummer]] 536 und gehörte zur [[Norderkluft]].<ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2</ref> Aus der Adresse wurde später durch Neunummerierungen:
 
* Norden 709
* Norden 709a
* [[Am Markt]] 51


==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Am Markt West Marktschule 1954 01.jpg|Aufnahme aus dem Jahr 1954. Sie ist offenbar an einem Feiertag gemacht worden (siehe Fahne).
Datei:Am-Markt-51-Gaststätte-Dirks-Kunkel-Kunkelsches-Haus-Fräuleinshof-um-1900-01.jpg|Aufnahme um 1900.
Datei:Fräuleinshof Gasthof Müller um 1950 (0115085-2) MZ.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1950.
Datei:Am Markt West Marktschule 1954 01.jpg|Aufnahme aus dem Jahr 1954. Sie ist offenbar an einem Feiertag gemacht worden (siehe Fahne). Die Gaststätte ist in der Mitte des Bildes.
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